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1943 beauftragt US-Präsident Franklin D. Roosevelt Kunstexperte Frank Stokes (George Clooney) und sechs weitere Sachverständige, von Nazis geraubte Kunstgegenstände wiederzufinden und somit den drohenden Schaden einzudämmen. So begeben sich die "Monuments Men" nach Frankreich, wo ihnen eine Welle der Ablehnung entgegenbricht. Deshalb müssen sich sieben Männer, die von Kunst weit mehr Ahnung haben als vom Krieg, ihren Weg nach Deutschland bahnen, um die Schätze aufzuspüren...
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Kritik

Schon Schiller sagte: "...denn die Kunst ist eine Tochter der Freiheit...". In einer langen Liste von Naziverbrechen ist der massive Kunstraub während des Zweiten Weltkriegs höchstens ein Lückenfüller für die Feuilletonspalten der Tageszeitungen, und nun widmet sich George Clooney diesem Thema, um ihm einen würdigen Rahmen zu spendieren. Basierend auf einer wahren Begebenheit, wurde diese deutsch-amerikanische Co-Produktion ausschließlich auf germanischem Boden realisiert.

Mit der typisch amerikanischen Lockerheit eines Daniel Ocean erinnerte sich Clooney wohl zu gerne an seine einstigen Rekrutierungsszenen aus dem Heistmovie von 2001, um sein siebenköpfiges Team auf Bilderjagd zu schicken. Doch das war´s auch schon mit der Coolness, denn ist Stokes nun mal kein Ocean und schon locker 12 Jährchen älter. Also wurde der Spaß weiterführend auf den restlichen Film umgemünzt, und so kommt es zu so manch trockenen Humoreinlagen, die mehr oder weniger zünden. "Monuments Men" will demnach nicht nur die Bedeutung der zu findenden Kunstgegenstände hochstilisieren, sondern darüber hinaus noch unterhalten.

Der Humor funktioniert für sich stehend genauso gut wie die Dramatik, doch im Verbund wirkt der Gesamteindruck etwas unausgegoren. Mit den Protagonisten seinen Spaß zu haben, wird der Zuschauer sicherlich wohlwollend anerkennen, doch das sprunghafte Umschalten auf Drama und der gar partiellen (deutschstämmigen?) Wehleidigkeit will da einfach nicht hineinpassen. Zwischen Wortduellen, Heimweh und Verbrennung von Gemälden zu wandeln, bekräftigt zwar vielschichtige Ambitionen, das Thema entsprechend zu gewichten, doch verursacht dieser Spagat schnell einen Riss in die Hosennaht. Man weiß als Betrachter nicht so recht, wofür man sich erwärmen soll. Darf man den Film nun als Unterhaltung ansehen oder sollte sich doch auf die Wichtigkeit der Angelegenheit einlassen? Einen einheitlichen Stil findet das Historiendrama leider nicht.

Es klingt also nach "zu viel gewollt", und das ist es auch. Neben diesen beiden Storybausteinen gibt es ja auch noch die dritte Baustelle, der man ihre Relevanz kaum abnehmen kann. Mit Claire Simone als Verbindungsperson und Schlüsselfigur läuft ein weiterer Handlungsstrang etwas neben sich her. Dadurch wird Matt Damon die meiste Zeit von den Geschehnissen ausgeschlossen. Da muss man Cate Blanchett glatt dankbar sein, dass sie aus der etwas irrelevanten Rolle noch so viel Charakter herausholt wie nur eben möglich. Hier wäre das eine weitere Facette in Form der kühl-sinnlichen Französin, der im Gegenzug leider nur wenige direkte Szenen mit Justus von Dohnányi (der seinen guten Ruf in der Rolle eines deutschen Offiziers schön untermauert) zugesprochen wurde - das verschenkte gar Spannungspotenzial und wird lieber dem Techtelmechtel mit den Befreiern geopfert, um die Schatzsuche irgendwann in´s Rollen zu bringen.  Neben weiteren Stars wie John Goodman und den Oscar-gekrönten Jean Dujardin ("The Artist") fallen vor allem Bill Murray und Bob Balaban als ulkiges Pärchen aus dem Rahmen und liefern sich ein um´s andere Mal so manch köstliches Frotzelduell. Dagegen durfte sich George Clooney selbst etwas zurücknehmen und fungierte großteilig als Mahner und Warner im Dienste der bildenden Kunst, was dem Film ein bisschen zu viel Pathos aufträgt.

Und die Kunst ist es, die den Einstellungen eine Heidenarbeit erspart. Neben alten Gemäuern und Kopfsteinpflasterstraßen ist Kunst allgegenwärtig. Das kreiert ein schönes, warmes Ambiente, malt es goldfarben sowie in Brauntönen an und erspart es dem Filmteam, zu vieles postproduktionstechnisch überstreichen zu müssen (abgesehen von der Effektabteilung). Völlig locker geht die Inszenierung ihrer Wege und bringt sogar ein paar nette Ideen wie einen kurzen Shootout um eine Kirchenmauer herum zustande. Dennoch darf man kein Jahrhundertwerk erwarten - da lief die Kreativität eher auf Sparflamme.

Fazit

Kunst ist wichtig - so und nicht anders versucht George Clooney, uns ein eher stiefmütterlich behandeltes Thema historischen Ausmaßes näher zu bringen. Recht hat er damit durchaus, meinte es jedoch zu gut mit den wahrheitsbasierten Ausführungen und wollte letztlich ein bisschen zu viel. So oder so hat das Zeitzeugnis sicherlich seine Momente zu bieten, wirkt aber zu überladen und wird seiner Aussage nicht ganz gerecht. Um es mit der Vita Pablo Picassos auszudrücken: Wir hätten hier gerne "Guernica" gesehen, müssen uns aber mit seinen frühen Studien zufrieden geben.

Autor: Sascha Wuttke

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