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Der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig), der erst kürzlich wegen Verleumdung verurteilt wurde, bekommt vom Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) den Auftrag, Nachforschungen über das Verschwinden von Henriks Nichte anzustellen. Seit 40 Jahren, seit einem schicksalhaften Tag für die Familie Vanger, fehlt von Harriet jede Spur. Henrik, der nie aufgehört hat, nach ihr zu suchen, befürchtet ein Gewaltverbrechen und beschuldigt seine eitle Verwandtschaft des Mordes. Bei seinen Recherchen bekommt Blomkvist überraschend Unterstützung von der jungen Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara). Sie ist - trotz ihres unorthodoxen Auftretens - nicht nur eine brillante Detektivin, sondern weiß auch mehr über den Journalisten als ihm lieb ist. Durch ihre Nachforschungen fördern Mikael und Lisbeth persönliche Dramen und unappetitliche Details aus der Vergangenheit einiger Mitglieder des Vanger-Clans zu Tage...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Keine 4 Jahre nach Erscheinen der sehr erfolgreichen und beachtenswerten „Millennium“-Trilogie aus Schweden sollte, und das war sehr erstaunlich, schon ein Remake mit Regiestar David Fincher anstehen. Die Euphorie um die toughe Hackerin Lisbeth Salander und ihrem Gönner Mikael Blomkvist schwappte in alle Welt über, so dass sie Hollywood auch nicht übersehen konnte. Nachdem das Original von „Verblendung“ mit seiner cineastischen Inszenierung für offene Münder sorgte, wirkte eine Realisierung aus den USA wie ein Schlag ins Gesicht der schwedischen Filmemacher. Ist diese Zweitverwertung aber nun reine Zeitverschwendung oder eine gelungene Neuauflage?

Man könnte nun, um die Story zu lesen, auch den Artikel zum Original von 2008 auspacken, aber für alle, die diesen Film zuerst sahen, hier nochmal eine Zusammenfassung: Nachdem der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Graig) zu einer Haftstrafe wegen vermeindlicher Verleumdung an dem Unternehmer Wennerström verurteilt wurde, meldet sich der Großunternehmer Henrik Vanger (Christopher Plummer) bei ihm. Er bittet ihn, das Verschwinden seiner geliebten Nichte Harriet vor 40 Jahren aufzuklären und ist überzeugt, dass sie ermordet worden war. Gleichzeitig wird die Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara) auf Blomkvist angesetzt, um Informationen über ihn zu sammeln. Nachdem sie sich ihrem sadistischen Vormund entledigen kann, fällt ihr Interesse ebenfalls auf seine Recherchen, und schon bald arbeiten die beiden zusammen an einer Familiengeschichte, die dunkle Geheimnisse birgt…

Wer jetzt beide Handlungsstränge miteinander vergleicht, dürfte keine auffälligen Unterschiede zum schwedischen Original feststellen. Die Story wurde auch in vielen Belangen 1:1 übernommen, so dass man Vergleiche auch schnell ziehen kann. Der Aufbau ist ähnlich, verschiebt nur marginal die Gewichtungen wichtiger Szenen. Hier ist beispielsweise Lisbeth etwas länger auf sich alleine gestellt, und man bemerkt recht schnell die Änderung der erzählerischen Dynamik. Zwar ist Finchers Version auch als Drama ausgelegt, doch gestaltet sich der rote Faden etwas anders. Der Regisseur bezieht seine Stärken aus der Detektivecke, wenn Blomkvist selbst oder mit Salander gemeinsam die Puzzlestücke zusammensetzen. So wirkt der Film schneller abgehandelt, hüpft dazu noch schön professionell von einer Szene zur nächsten und kann erst dann seine Stärken ausspielen, wenn der typische Fincher-Charakter im letzten Drittel einfließen kann.

Somit ist Finchers Handschrift also erst spät als solche erkennbar. Man gab sich schon Mühe, durch die entstandene Routine und die Erfahrung die Kamera etwas besser zu platzieren, die Farben sind trist gehalten und somit etwas stimmiger als noch im schwedischen Pendant. Das Niveau der Aufnahmen kann man aber im Allgemeinen als „nur anders“ beschreiben, weil Niels Arden Oplev den Schauspielern mehr in die Hände gespielt hat als sein amerikanischer Kollege. Das schwedische Bild wirkt durchaus erdiger, echter, während Fincher und sein Team mehr künstlerische Aspekte in die Aufnahmen gesteckt haben. Wer Kritik ansetzt, dürfte das auf beiden Seiten wohl nur auf hohem Niveau tun können, denn beide Versionen haben optisch ihren eigenen Reiz. Weit runder jedoch sind die Schnitte im Original ausgefallen, da sie das Erzähltempo besser unterstützen als das Remake. Der Dramenaspekt kommt in der 2011er-Version weniger zum Vorschein und wirkt wie eine Checkliste, die man kontinuierlich abhakt. Von Vorteil ist das sicherlich nicht, weil die charakterliche Entwicklung ein wenig auf der Strecke bleibt und sich der Story unterordnet. So bleibt die Beziehung zwischen den Protagonisten recht oberflächlich.

Diese Änderungen werden vor allem in den Hauptcharakteren deutlich. Blomkvist wurde zwar in seinem Wesen der Vorlage gerecht, doch wirkt er jetzt schlagfertiger und ein wenig zielstrebiger, was durchaus Sinn macht. Den größten Unterschied kann man bei Lisbeth ausmachen, die ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte weitaus geradliniger nimmt. Hier wird ihre verschlossene Art nur in der ersten Stunde deutlich und erfährt durch ihre Zusammenarbeit mit Blomkvist eine wundersame Wandlung. Wie weggefegt ist dann die verschlossene Art, was im Original immer präsent war und somit im Remake weit weniger nachvollziehbar ist. Bliebe abzuwarten, wie sich eine vermeindliche Fortsetzung des Hollywoodpendants entwickeln würde – jedenfalls ist die Glaubwürdigkeit der Salander-Figur in diesem Paralleluniversum nicht mehr ganz gegeben.

Ähnlich muss man das auch auf die Glaubwürdigkeit der Darstellung übertragen. Als sinnvolle und gelungene Entwicklung kann man die Blomkvist-Figur heranziehen, der durch die weniger statische Darstellung durch Daniel Graig etwas mehr Tiefe gewinnt. Zudem hat er nun auch eine Tochter an seiner Seite, die aber nur selten auftaucht und somit vielleicht noch den einen oder anderen Motivationsaspekt einstreut. Am wichtigsten dürfte aber der Vergleich der Lisbeth angesehen werden, die von Noomi Rapace so eindringlich verkörpert worden war. Dieses Mal schlüpfte das angehende Sternchen Rooney Mara („Social Network“) in die Rolle der Hackerin. Leider muss hier die Darstellung als gescheitert bezeichnet werden, da sie in der ersten Stunde wie geistesabwesend durch die Szenen trottet und schon in ihrer Präsenz rein gar nichts von einer wehrhaften jungen Frau hat. Wenn sie mit glasigem Blick auf einen Bildschirm starrt, dann wirken die hässlichen Szenen (die wider Erwarten fast komplett übernommen wurden) im Gegenzug etwas grotesk. Da helfen auch ein paar kleine auflockernde Witze nicht, ganz zu schweigen von einigen unnötig eingeflochtenen „catchy phrases“. Zudem ist die Dialoglastigkeit in ihrem Tempo dem Film auch nicht unbedingt dienlich – da wirkt ein gut gelaunter Christopher Plummer als Henrik Vanger auch nicht gerade glaubwürdig, wenn er mal locker-flockig sein Anliegen preisgibt. Da fehlt es an der nötigen schreiberischen Konsequenz.

Fazit

Wie zu erwarten kann das „Verblendung“-Remake die Erwartungen, die das Original geschürt hatte, nicht erfüllen. Zu sehr kommt der „Schon mal gesehen“-Effekt hervor, da die Story nur in gewissen Zipfeln umgeändert worden ist. Außerdem verspielt es sich der Hollywood-Ableger mit der Lisbeth-Figur, die durch Rooney Mara eher einen geistesabwesenden Eindruck gewinnt anstatt von einer Frau, die sich nichts gefallen lässt – somit spielt sie nur weit hinten im langen Schatten, den Noomi Rapace hinterlassen hat. Dass die US-Version nicht ganz als gescheitert betrachtet werden muss, verdankt der Film Finchers Routine und technischem Know-how sowie Daniel Graig, der die straight angelegte Rolle etwas menschlicher gestaltete. Somit ist der Film nur empfehlenswert für diejenigen, die die Story nicht kennen. Alle anderen halten sich lieber an das Original, das sich in erzählerischer Hinsicht mehr anpassen konnte.

Autor: Sascha Wuttke

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