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Inhalt

Der KGB-Agent Dalchimsky (Donald Pleasence) findet sich nach einem Machtwechsel in Rußland plötzlich auf der unsicheren Seite und schwört Rache. Er stiehlt ein Notizbuch mit Namen und Adressen von 'schlafenden' russischen Agenten, deren Sabotagemissionen ihnen während des kalten Krieges unter Hypnose eingegeben wurden. So wissen sie nicht einmal, daß sie russische Agenten sind. Ihre Programmierung wird nur durch einige Zeilen eines Gedichtes von Robert Frost geweckt. Nachdem einige dieser Sabotageakte in den USA Aufsehen erregen, schicken die Russen den Militär Borzov (Charles Bronson) incognito in die Staaten....
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Kritik

Der Kalte Krieg, immer für eine paranoide Verschwörungs-Fiktion gut. Besonders schön mit verdeckten Agenten in geheimer Mission auf feindlichem Boden, die den drohenden dritten Weltkrieg verhindern müssen, weil wieder irgendeinem Querschläger beim gemeinschaftlichen Belauern, Belagern und Ausspionieren der Geduldsfaden reißt und nun den schwelenden Systemkonflikt auf radikale Weise in eine waschechten Staatskrise verwandelt. Wenn dann auch noch der kompetente Genre-Zimmermann Don Siegel (Dirty Harry) den Hammer schwingt und sich der abgebrühte Deeskalation-Verweigerer Charles Bronson (Kalter Hauch) der Sache annimmt, sollte dem gepflegten Männerabend doch wenig im Wege stehen. Eine einfache Rechnung, die bei Telefon nicht ganz glatt aufgeht.

Die Story von vor über 20 Jahren durch Drogen-unterstützte Hypnose scharfgeschaltete und seitdem in den USA eingeschlummerte Schläfer-Attentäter, die nach der diplomatischen Annährung der Supermächte eigentlich nicht mehr aufgeweckt werden sollten und nun durch Telefonanrufe eines allein operierenden Hardliners doch noch zu Kamikaze-Bombern werden ist natürlich hochgradiger Unsinn, aber genau diese Art Unsinn aus der sich schicke Cold-War-Reißer gemacht sind. Da steckt im wahrsten Sinne des Wortes Zündstoff drin und auch wenn Don Siegel nicht in der Lage ist das Ganze auch nur annährend glaubhaft zu verkaufen (aber warum sollte er auch?), an seinem trockenen, dafür direkten Inszenierungsstil liegt es sicher nicht, das Telefon nur sehr bedingt funktioniert. Aus dem u.a. von Peter Hyams (Ein Richter sieht rot) verfassten Script lässt sich kaum mehr rausholen. Dieses vermeidet – gelenkschonend für den hier schon sichtlich betagteren Charles Bronson – die ganz rasanten Actioneinlagen, geht es wie sein Star generell eher gelassen an und legt allgemein wenig Wert drauf, dass selbst so einen Spionage-Stuss irgendwas auch nur halbwegs realitätsverwandt rüberkommt.

Warum genau muss Genosse Bronskowski das mehr oder weniger (fast) im Alleingang regeln, obwohl es dadurch natürlich wesentlich komplizierter wird? Die fadenscheinige Erklärung wird in zwei Nebensätzen verschämt durchgehustet, genauso absurd wie Lee Remick (Das Omen) als Doppel-Agentin mit Herz, die mehr erscheint wie die nette, aber Berufs-verfehlte Praktikantin, die für die teilweise drastischen Maßnahmen weniger geeignet ist und nach zwei Wochen mit einem freundlichen Händedruck verabschiedet gehört. Aber bei dem US-Geheimdienst, der ohne die smarte Computer-Fetischisten-Tippse mit dem fürchterlichen Minipli und der feschen Bibliothekarinnen-Brille nicht mal Russland auf der Landkarte finden würde, geschweige denn als Bedrohung erkennen wenn es ihm mit Hammer und Sichel den Vorgarten umgräbt, wundert einen ehrlich gesagt gar nichts mehr. Naja, dafür gibt es ja den gewohnt semi-charmanten Onkel Charly, bei dem es trotz seiner erprobten Koch-mir-was-Nettigkeit zum weiblichen Geschlecht nur eine Frage der Zeit ist, bis auch Agentin Habt-euch-lieb irgendwann ins faltige Feinripp-Netz geht. Und wenn es auch nur kurz vor knapp ist, um ein Zeichen für gesunden Völkerverständigung zu knattern. Das ist schon alles ziemlich dämlich, aber dennoch halbwegs unterhaltsam mit leichtem Edel-Trash-Geruch, auch weil Don Siegel einfach zu gut ist, wenn er denn mit Handfestem sinnvoll beschäftigt wird. Kommt hier nur leider zu spärlich vor.

Fazit

Trotz des interessanten Personals, der handwerklich routinierten Inszenierung und einer an sich ganz spannend klingenden Prämisse ist „Telefon“ kaum mehr als halbwegs solide Unterhaltung. Zu viel Quatsch, im Gegenzug zu wenig Drive, Spannung und/oder Selbstironie, das lockt nicht ernsthaft zu wiederholter Sichtung. Für den einmaligen Gebrauch mehr oder weniger akzeptabel.

Autor: Jacko Kunze

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