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Für das Ehepaar Frenchy und Ray erfüllt sich der Traum vom großen Geld. Nicht, weil der Bankraub Rays erfolgreich gewesen wäre, sondern da der Keksladen, der bloß zur Tarnung dienen sollte, nur so brummt. Zeit für ein gesellschaftliches Upgrade, findet Frenchy...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Es gibt zwei Sorten von Bankräubern: Entweder tun sie es für die Beute oder es geht ihnen um den Adrenalinkick. Ray (Woody Allen, Der Stadtneurotiker) gehört zur zweiten Kategorie. Nachdem er schon einmal vor Jahren erfolglos dem Versuch erlegen ist, den Tresor einer Finanzinstitution um einige Scheine zu erleichtern und daraufhin für zwei Jahre hinter schwedische Gardinen wandern musste, reizt ihn das diebische Handwerk immer noch. Schmalspurganoven aus dem Jahre 2000 beginnt seine Geschichte wie eine Art geistiger Verwandter klassischer Kriminalgeschichten der Marke Ladykillers, hat sich Ray doch einen – für ihn – narrensicheren Plan maßgeschneidert und benötigt nur noch die Unterstützung sowie das Alibi, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Woody Allen allerdings macht sich eher eine Freude daraus, die Erwartungen des Zuschauers zu unterwandern.

Denn nicht einmal ein Drittel der 90-minütigen Laufzeit soll in Schmalspurganoven von der Planung respektive Umsetzung des Bankraubes in Anspruch genommen werden. Die Tarnung, ein Pizzaladen, in dem letztlich Kekse verkauft werden, und von dem aus ein Tunnel geradewegs zur Bankfiliale gegraben werden soll, erweist sich letzten Endes als überraschend sprudelnde Geldquelle. Den Tunnel selbst graben Ray und seine Komplizen (darunter beispielsweise Michael Rapaport und Jon Lovitz) ganz geschickt in die falsche Richtung, während Rays Frau Frenchy (Tracey Ullman, Ich liebe Dich zu Tode) mit ihren Blechen voll Keksköstlichkeiten den großen Reibach einfährt. So groß, dass aus der unscheinbaren Keksbäckerei in New Jersey in Windeseile ein millionenschweres Backimperium wird, welches ganz Amerika begeistert und für sich begeistert. Wie das Leben eben so spielt.

Vom Heist-Movie nimmt Schmalspurganoven dementsprechend zügig Abstand und versteht sich vielmehr als Sozialsatire, die vor allem durch das ständige Gezänk zwischen Woody Allen und der wunderbaren Tracey Ullman an humoristischer Dynamik gewinnt. Verwunderlich und gleichermaßen irritierend allerdings scheint der Umstand, wie sehr sich Woody Allen hier zusehends mit Binsenweisheiten und Plattitüden zufriedengibt. Frenchy nämlich möchte ihre gesellschaftliche Position in Sachen Hochkultur nun auch mit ihrem Vermögen gleichsetzen, interessiert sich für Kunst, die Haute Cuisine und studiert Wörterbücher, während sich Ray in dem Palast, den sie nun ihr Heim nennen, nach wie vor gerne mit einem Glas Pepsi in Unterhosen auf der Couch aufhält und Fernsehen schaut. Wäre da nicht dieses Kribbeln, das ihn dazu anlässt, noch einmal zum Langfinger zu werden – nur endlich mit einem Ergebnis!

So viel sei an dieser Stelle: Ray wird es tatsächlich schaffen, einen Tresor um ein Diamantcollier zu erleichern, der schicksalhafte Haken an der ganzen Sache aber lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Und eigentlich ist auch Schmalspurganoven wieder eine angenehm unaufgeregte, durchweg erheiternde Regiearbeit von Woody Allen, der sich seinen Charakteren nach wie vor mit Vorliebe in ihren Schwächen und Fehlern annimmt, ohne sich über sie zu erheben. Dass der Film dieses so beschlagenen Künstlers schlussendlich aber glücklich mit der drögen Aussage in den Abspann schreitet, dass Geld allein niemanden glücklich macht – und Geld noch lange keinen Charakter formt, ist schon ein wenig schwachbrüstig, althergebracht und enttäuschend. Nichtsdestotrotz, in Sachen Wort- und Situationskomik ist Woody Allen niemand konkurrenzlos. Schmalspurganoven funktioniert, weil seine Akteure lebendig sind.

Fazit

Herrlich gespieltes, durchweg amüsantes und mit viel Gefühl für die Charaktere erzählte Sozialsatire, die als Heist Movie beginnt, um sich dann nach und nach zu der Aussage durchzuringen, dass Geld doch eigentlich niemanden glücklich macht. Sinnstiftend ist das nicht, gerade für einen Feingeist wie Woody Allen, aber sei's drum: "Schmalspurganoven" funktioniert, weil der Film immer darauf bedacht ist, seine Charaktere lebendig zu halten.

Autor: Pascal Reis

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