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Nicht wenige Kultur- und Bühnenliebhaber rund um den Globus sind der Meinung, dass das Musical die banalste und frivolste Form der zeitgenössischen Unterhaltung darstellt. Die Fangemeinde der singend-tanzenden Darlings ist dennoch riesig und so sind cineastische Umsetzungen zwecks Zielgruppenerweiterung seit Jahren präsent. Der durch „Hairspray“ genreerprobte Regisseur Adam Shankman möchte mit „Rock of Ages“ an seinen 2007er Erfolg anknüpfen und darf dabei auf Schauspielgrößen wie Tom Cruise, Alec Baldwin oder Catherine Zeta-Jones zurückgreifen – ein Luxus, der das Publikum via Plakat und Trailer mit Sicherheit an die Kinokassen spült, dem Unterhaltungswert von „Rock of Ages“ aber dennoch ein Bein stellt.

Kritik

Bis auf Tom Cruise, der als ultimative Rockgröße Stacee Jaxx eine leidenschaftliche Performance abliefert, erhalten die namenhaften Mitglieder des Ensembles recht limitierte Auftritte, während der Fokus auf der grausam kitschigen Liebesgeschichte um Kleinstadtröhre Sherrie (Julianne Hough) und dem ambitionierten Drew (Diego Boneta) liegt. Schmachtende Blicke, unterirdische Dialoge und blitzweiße Lächeln ergeben einen fleischgewordener Musicaltraum – der auf der Leinwand allerdings nicht für Glückseligkeit sorgt. So kämpft der erzählerische Rahmen um einen der Insolvenz geweihten Rockschuppen (samt seiner schrulligen Charaktere) mit einem hoffnungslos unterlegenen Hauptdarstellerduo um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Ein ungleiches Duell: Boneta und Hough sehen sich als Newcomer mit einem hervorragenden Entertainer Russel Brand, einer musicalerprobten Zeta-Jones und einer stimmlich alles überragenden Mary J. Blige konfrontiert. So stehlen die Nebendarsteller den Hauptakteuren viel zu schnell die Show und ziehen die genreüblich generell maue Story gen Nullpunkt.

Dieser Zwiespalt innerhalb des Films mag zwar als großes Defizit im Raum stehen, verhindert aber dennoch nicht, dass Rock of Ages ein unterhaltsamer Film geworden ist. Zu amüsant und ausgefeilt sind die Choreografien um 80er Jahre Hits wie „Hit Me With Your Best Shot“, „Wanted Dead or Alive“ oder „We Built This City“ gestaltet und von den jeweiligen Darstellern performed. Egal ob im „Bourbon Room“ oder in Mary J. Bliges „Venus Club“, die Tanzeinlagen sind wie erwartet energetisch, reizen stets alle Möglichkeiten der jeweiligen Locations aus und werden zusätzlich geschickt genutzt, um den Zuschauern mittels Collage einen überblick über die aktuelle Stimmungslage der Charaktere zu gewähren. Wer sich „Rock of Ages“ ausschließlich aufgrund seiner Lieblingshits ansieht, dem wird Regisseur Shankman mit nahezu jeder Showeinlage gerecht. Puristen dürfen sich gern über den besten Auftritt streiten, die Poledance-Einlagen im „Venus-Club“ etablieren sich zumindest rein tänzerisch als die unangefochtenen Highlights des Films.

Ausstattung und Setdesign indes, lassen keine Wünsche offen, Shankman meistert den Spagat zwischen versifftem Backstagebereich, verschwitzter Bühne und glattgebügelter Musicalwelt – eine ideale Spielwiese für sein dennoch etwas zu langes Stück. Eine Laufzeit von 123 Minuten grenzt in Musicaldimensionen schon an einen Kurzauftritt, auf der Leinwand beissen sich die zwei Stunden allerdings stark mit der dünnen Story und dem arg überzuckerten Humor.

Fazit

50

„Rock of Ages“ muss sich leider hinter Genregrößen wie „Mamma Mia“ oder „Hairspray“ einordnen lassen, da Adam Shankman sein Hauptdarstellerduo in den Schatten seiner Nebencharaktere stellt und im Mittelteil der deutlich zu langen Leinwandumsetzung alle Mühe hat, sein Publikum bei Laune zu halten. Die gelungenen Varianten der 80er Jahre Hits und ein hervorragend aufspielender Tom Cruise wissen Liebhaber von Poison, Starship und co dennoch zu überzeugen.

Autor: d kr Userwertung: 5.5 von 10 basierend auf 48.514 Wertungen.

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