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14. Juni 1941. Ohne Vorwarnung werden tausende Menschen in Estland, Lettland und Litauen aus ihren Häusern vertrieben. Ohne Verfahren werden die Männer in Gefangenenlager verfrachtet, während Frauen und Kinder nach Sibirien deportiert werden. Ziel dieser außergewöhnlichen Aktion – durchgeführt auf Befehl von Josef Stalin – war die Säuberung der Baltischen Staaten von ihrer eingeborenen Bevölkerung.

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Kritik

In the Crosswind ist im wahrsten Sinne des Wortes eine einzige Bestandsaufnahme. Zur Überraschung des Zuschauers erzählt sich das estnische Drama fast ausschließlich durch totalen Stillstand und ist weniger ein Film im klassischen Sinne als vielmehr eine Collage einzelner Bilder. Konkret sollte man sich den Film von Martti Helde also wie eine Aneinanderreihung komplett eingefrorener Filmszenen vorstellen, durch die langsam aber stetig die Kamera gleitet und dazu eine melancholische Voice-over Erzählung von den Geschehnissen berichtet. Entworfen wurden die Szenen anhand der echten Briefe von Erna, einer liebenden Mutter und Ehefrau, die nach Sibirien fortgeschickt wurde, an ihren Mann in einem Gefangenenlager. Dadurch wird In the Crosswind zu einem Film, der angelehnt an einen Tatsachenbericht von den Grauen der Säuberung der Baltischen Staaten durch Josef Stalin Anfang der 1940er-Jahre berichtet.

Sich diesem Werk kritisch zu nähern wird zu einem erschwerten Befangen, schließlich können gängige Bewertungsmaßstäbe hier nur bedingt zum Einsatz gebracht werden. Das beginnt schon bei den Schauspielleistungen, die kaum wirklich bewertet werden können, da es nur wenig wiederkehrende Figuren gibt und diese auch ausschließlich bewegungslos in der Szenerie verweilen. Logischerweise kommt es dadurch auch nie zu Dialogen oder wirklicher Interaktion und auch die Erzählstruktur muss sich dem Konzept des Films unterordnen. Zunächst muss man den Film auch dafür loben, dass er sich dadurch zumindest formal von den immer gleichen Dramen mit ähnlicher Thematik distanziert und nie in simple Betroffenheitsmomente abdriftet. Dennoch ist In the Crosswind wohl ein Film, der nur, weil er interessant inszeniert ist, nicht automatisch auch gelungen ist.

Denn obwohl er sicherlich eine wichtige Aussage bereithält und den Opfern des damaligen Völkermords ein Denkmal setzt, ist er aus künstlerischer Sicht zu vernachlässigen. Das Konzept der Statik wirkt in Kombination mit den entsättigten schwarz-weiß Bildern nämlich nicht nur sehr schwerfällig, sondern nutzt sich nach einigen Szenen schnell ab. Als Zuschauer wartet man darauf, dass In the Crosswind endlich mit etwas Greifbarem aufwartet, doch erfüllt der Regisseur in seinem ersten Langfilm diese Erwartung nie. Dadurch wird der Film zu einem Werk, das Zuschauer in der richtigen Stimmung durchaus abholen könnte, einen Großteil seines ohnehin geringen Publikums aber wohl nicht richtig erreichen wird, denn dafür ist In the Crosswind zu engstirnig seinem Konzept verschrieben.

Fazit

Das Langfilmdebüt des estnischen Regisseurs Martti Helde kann mit einem interessanten Konzept aufwarten, dass den Film gekonnt von ähnlichen Vertretern abhebt. Darüber hinaus hat „In the Cosswind“ jedoch nicht viel zu bieten und dadurch verkommt das Drama zu einem Werk, welches sich vergebens an seiner Idee abmüht.

Autor: Dominic Hochholzer

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