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Inhalt

Hinterhältige Gangster schlagen Mike Hammer bewusstlos und ermorden die geheimnisvolle Frau, der er zu Hilfe kommen wollte. Der hartgesottene Detektiv entscheidet sich für die Strategie, die er am besten beherrscht: erst zuschlagen, dann fragen. Bei der Aufklärung des Verbrechens hinterlässt Hammer eine Spur der Gewalt in der Unterwelt der Stadt. Schließlich stößt er auf einen mysteriösen schwarzen Behälter, dessen tödlicher Inhalt nicht nur den Mord erklärt, sondern auch ein geradezu apokalyptisches Finale herbeiführt!
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Kritik

Wir schreiben das Jahr 1955 und der Film noir ist auf einem absteigenden Ast. Nachdem sich die schwarze Serie in den Jahren zuvor großer Beliebtheit erfreut und einige memorable Höhepunkte hervorgebracht hat, mangelte es der Strömung an Fortschritt. Langsam waren alle Themen erzählt und der düstere Tenor wollte nicht mehr so ganz ins politisch veränderte Amerika passen. Bevor Orson Welles die Strömung drei Jahre später zu einem „offiziellen“ Endpunkt führen sollte, sorgte Robert Aldrich (Der Flug des Phoenix) jedoch für einen weiteren Eintrag in die Filmgeschichte. Rattennest ist ein weniger kostspielig produziertes B-Movie, doch lässt sich zumindest optisch wie inhaltlich wenig davon anmerken. Tatsächlich ist es lediglich die gewaltbeladene und noch ein Stück weit grimmigere und dreckigere Stimmung des Films, welche auf seine Produktionsbedingungen hinweist.

Das geringe Budget resultiert sozusagen in einer Win-win-Situation, ermöglicht es einerseits künstlerische Freiheit für den Regisseur Aldrich und sorgt andererseits für die greifbare und authentische Stimmung des Films. Erstaunlich ist dabei vor allem welch stilsichere und beeindruckende Bilder dem beschränkten Budget entsprungen sind, denn manche Einstellungen suchen auch 70 Jahre später noch ihres Gleichen. Auch erzählerisch weiß die rasante Kriminalgeschichte durch unvorhersehbare Wendungen und zwielichtige Figuren ordentlich Spannung zu erzeugen. Mit dabei auch der obligatorische Antiheld, eine verführerische Femme fatale sowie jede Menge stilistisch typischer Elemente. In Anbetracht dessen rückt die eigentliche Handlung vernachlässigbar in den Hintergrund und dient eher als lose Verknüpfung einzelner Charaktermomente, obgleich sie in sich durchaus geschlossen ist und die Stimmung des Films bündelt.

Wirklicher Höhepunkt des Films ist jedoch der undurchsichtige Protagonist Mike (wunderbar zwiespältig: Ralph Meeker). Typisch für die schwarze Serie ist er Privatdetektiv und rutscht faktisch unverschuldet in die komplexe Handlung. Eindrucksvoll ist dabei vor allem wie ruhig und unnahbar er bleibt, nach Außen stets einen Eindruck von Kontrolle und Weitsicht evoziert. Tatsächlich ist er jedoch bereits gebrochen und desillusioniert, unter seiner Oberfläche hat er längst die Kontrolle verloren. Beinahe zynisch verschlägt es in von Spur zu Spur und damit immer tiefer ins Unglück. Neben einiger (Schein)Erkenntnisse resultiert seine Jagd aber vor allem im immer wiederkehrende Verlust seiner gewohnten Umgebung, seiner Bekannten und Geliebten. Zweifelsohne ist Mike wohl eine der tragischsten Figuren der damaligen Kinozeit, muss er doch trotz seines Scharfsinns konsequent Rückschläge in Kauf nehmen und kann final froh darüber sein mit seinem bloßen Leben zu entkommen.

Darüber hinaus erweist sich Rattennest als sehr referentiellen Film und vor allem der zentrale MacGuffin in Form eines mysteriösen Koffers sollte jedem aufgeschlossenen Filmfan mehr als bekannt vorkommen. Auch politisch war Aldrichs Werk zeitgenössisch durchaus aufgeladen und behandelte in seinem Subtext die Angst vor einer Eskalation des Kalten Krieges durch Atomwaffen. Diese Angst bündelt der Film allgegenwärtig in seiner Atmosphäre und ganz direkt durch den nie gezeigten, aber sichtlich zerstörerischen Inhalts des bereits angesprochenen Koffers. All diese Facetten vereinend ist Rattennest ein spürbar vielschichtiges Werk, welches sowohl als reiner Stimmungsfilm, als aufwühlendes Kriminaldrama oder auch als Gesellschaftskritik verstanden werden kann.

Fazit

„Rattennest“ ist Film noir von seiner schwärzesten Seite. In Robert Aldrichs B-Movie sind die Schatten noch eine Nummer dunkler, die Figuren ein Stück weit unnahbarer und die Situation noch angespannter. Selbst die Stimmung ist düsterer und bedrückender als bei den vergleichsweise glänzenden Klassikern. Eindrucksvoll bebildert und mitreißend erzählt gehört „Rattennest“ dadurch zweifelsohne zum Pflichtprogramm der schwarzen Serie.

Autor: Dominic Hochholzer

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