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Inhalt

Der taubstumme Teenager Sergey kommt auf Internat für stumme Schüler. Dort gerät er in eine kriminelle Bande, wo Raub und Prostitution auf der Tagesordnung stehen. Als er sich in Yana, eines der Mädchen, für die er zuständig ist, verliebt, überschreitet er eine gefährliche Grenze.
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Kritik

"The Tribe" bildet den Anfang der von Rapid Eye Movies ins Leben gerufenen Filmreihe "Freie Radikale". "Sie berühren, irritieren, öffnen, befreien, um Neues entstehen zu lassen", heißt es im Presseheft - wenn das das angestrebte Ziel von Regisseur Miroslav Slaboshpitsky war, dann kann man ihm nur beglückwünschend die Hand schütteln. Die Grenzen des Kinos steckt Slaboshpitsky deutlich weiter aus, als wir es gewohnt sind, begreift das bewegte Bild auf eine beinahe größenwahnsinnige und dadurch zutiefst faszinierende Weise. "The Tribe" bricht das Kino auf seine purste, einfachste Form herunter, während er dessen Möglichkeiten zugleich so weit auslotet, wie vermutlich kein anderer Film in diesem Jahr. Das dialogfreie Gehörlosendrama irritiert und verstört in seinem unberechenbaren Fluss an finsteren Ereignissen und führt dem Publikum im letzten Drittel so ungeschönt und beinahe sadistisch Gewalt vor Augen, dass sich dem einen oder anderen Zuschauer der Magen umdrehen wird.

Da der Dialog im klassischen Sinne hier nicht als erzählerisches Mittel zum Einsatz kommt, ist "The Tribe" beinahe ein Stummfilm. Kein einziges Wort wird gesprochen, musikalische Untermalung gibt es nicht - es hätte sich im Grunde angeboten, den Film gar komplett ohne Tonspur zu zeigen, um das Gefühl des oder der Protagonisten noch wirksamer auf den Zuschauer zu übertragen. Fast das einzige, was wir über 130 Minuten an Hintergrundgeräuschen zu hören bekommen, ist ein kalter, scharfer Wind, der durch die Nischen und Winkel des verfallenen Internats und Pullover der Schüler pfeift. In tristen, statischen Bildern erfasst "The Tribe" den Leidensweg des jungen Sergey, und sorgt durch den Verzicht auf Dialog für ein ständiges Orientierungsproblem beim Zuschauer. Was in einer Szene geschehen ist und was das zu bedeuten hat, kann meistens erst nach deren Ende wirklich erfasst werden, was den Zuschauer während der Szene meistens völlig um Dunkeln tappen lässt. Das wird vielen den letzten Nerv rauben, ist aber exakt die Intention des Films.

Anstatt sich nur auf seinem (zweifelsohne beeindruckend eingesetztem) Gimmick auszuruhen, erzählt der Film nämlich eine durchaus packende Geschichte. Emotional bleibt man stets distanziert vom Geschehen, dafür hält sich Slaboshpitsky im wahrsten Sinne des Wortes zu sehr zurück - die Kamera spendiert nie einen vielsagenden Gesichts-Close-Up, sondern wechselt zwischen Standbildern und langen Kamerafahrten, letztere meistens durch die kalten, weißen Gänge und Treppenhäuser des Internats. Was diese enorm brutale und düstere Geschichte so fesselnd gestaltet, ist auf den ersten Blick nicht genau auszumachen, dazu ist "The Tribe" schlicht zu schwer zu erfassen. Die mutige und überzeugende Leistung aller Schauspieler (insbesondere Hauptdarsteller Grigoriy Fesenko) trägt ihren Teil dazu bei, letztendlich ist es aber wahrscheinlich die ungewohnte Machart, die den Film zu so einem beeindruckenden Seherlebnis macht.

Fazit

Coming of (R)Age in Reinkultur: Miroslav Slaboshpitsky nutzt das Potential und die Möglichkeiten des Kinos voll aus und erschafft mit "The Tribe" einen der unbequemsten Filme des Jahres, der sich aufgrund seiner Unzugänglichkeit eigentlich jedweder Form von Bewertung entzieht - ganz einfach weil die hier erzeugten Eindrücke sich nicht auf eine einfache Zahl reduzieren lassen. Wegen der oben genannten Stärken und ungemeinen Sogkraft gibt es also einfach mal 8 Punkte.

Autor: Nikolas Friedrich

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