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Kater Findus glaubt, alt und groß genug zu sein, um aus Petterssons Häuschen auszuziehen. Wohnen will er zukünftig - auf Petterssons nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag - in einem umgebauten Klohäuschen im Hof. Über die Trennung ist Pettersson alles andere als entzückt, obwohl ihn der kleine Kater mächtig nervt: Denn Findus geht es vor allem darum, zu jedem Zeitpunkt seiner neuen Lieblingsbeschäftigung nachzugehen - dem ausgiebigen Hüpfen auf Matratzenfedern. Findus genießt die neu gewonnene Freiheit - bis eines Nachts der Fuchs um das Klohäuschen schleicht.

Kritik

Mit Pettersson und Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft brachte Regisseur Ali Samadi Ahadi (The Green Wave) im Jahre 2014 gekonnt – wenn auch mit Schwächen - die beliebten Bilderbücher von Sven Nordqvists auf die große Leinwand. Ein Publikumshit, welcher rund 700.000 Besuchern in Deutschland in die Kinos lockte. Kein Wunder also, dass bereits zwei Jahre später die Fortsetzung Pettersson und Findus 2 - Das schönste Weihnachten überhaupt folgte. Mit Pettersson und Findus - Findus zieht um dürfen nun Regisseur Ali Samadi Ahadi und Autor Thomas Springer auch den dritten Film inszenieren, der dieses Mal etwas bodenständiger und tiefer werden soll. Denn wo zuvor leichte Geschichten und Abenteuer warteten, gemischt mit reichlich Situationskomik und Slapstick, will dieses Mal Findus ausziehen. Das Erwachsenwerden wartet, natürlich mit reichlich Wirrungen und Missverständnissen. Doch auch Pettersson darf sich dieses Mal weiterentwickeln und den Wert von Freundschaft erneut entdecken. Trotz der gerade einmal 78 Minuten ist somit der Film kurzerhand der beste der Reihe geworden.

Spaß steht natürlich auch beim dritten Abenteuer von Pettersson (Stefan Kurt) und Findus (Roxana Samadi) wieder klar im Vordergrund: Während die Mucklas einen Platz für ihr Konzert suchen – was einige der besten Szenen des Films hervorruft – ist Findus mit seinen neuentdeckten Fähigkeiten bzw. Gewohnheiten im Fokus. Hier wird auf dem Bett gesprungen, dort selber geangelt und dann wartet da auch noch das Zelt für eine Übernachtung im Freien. Kurzum: Findus ist im Begriff erwachsen zu werden und dies mit reichlich gewohnter Situationskomik untermalt. Doch gerade dies ist erneut eines der Hauptprobleme des Films. Während sich Pettersson einmal mehr von seinem Schuh überrumpeln lässt und auf der Nase landet, es zwischen Pettersson und Gustavsson (Max Herbrechter) knistert oder sich Hühner darüber unterhalten, wer genau der Vater der Küken ist, wirkt genau dieser aufgesetzte Humor redundant, etwas befremdlich und ermüdend. Zum Glück möchte uns Autor Thomas Springer aber durchaus etwas anderes erzählen: Denn der Film widmet sich regelrecht klassischen Kinderthemen, wenn es darum geht größer zu werden. Selbstständiger, freier, seine Angst überwindend, aber auch verantwortungsbewusster. Und genau beim letzteren hapert es dann gewaltig. Der geliebte Anarchismus weicht einer Kluft zwischen Pettersson und Findus die erst wieder zueinander finden müssen.

Das natürlich am Ende fröhliche – und gerne auch klischeehafte – Botschaften warten, ist wohl selbstredend und gar klassischer Teil der Reihe. Doch der Weg dahin ist wirklich amüsant und erfrischend. Besonders die gute Beda Andersson (Marianne Sägebrecht) darf hier dieses Mal vollends auftrumpfen. So findet nicht nur der Kaffee-Krieg ein Ende, sondern mit den Zeilen des mittlerweile legendären „…alles ist Mist…“ Songs wird Beda zum Bindeglied der beiden Hauptprotagonisten. Der Rest von Pettersson und Findus - Findus zieht um ist liebevolle Routine: Sei es der künstlerische Studio-Setbau – dieses Mal leider etwas mehr mit CGI verstärkt – die vielen markanten Details, die Szenenmontagen mit Pettersson oder das warmherzige Gefühl der Charaktere und deren Verbindung zu einander. Hier gibt es gewohnt gute Unterhaltung, die mit dem Kernstück des Erwachsenwerdens gut verbunden werden. Am Ende gibt es so für jeden etwas zu lachen, etwas zu entdecken, zu bestaunen und gar zu lernen. Was möchte Familienkino mehr?

Fazit

"Pettersson und Findus - Findus zieht um" entpuppt sich als bester Teil der Reihe und dies vor allem, weil sich die beiden liebevollen Anarchisten mit dem klassischen Erwachsenwerden und Verlustängsten beschäftigen. Dabei so herzerwärmend und chaotisch, dass Groß und Klein ihre Freude daran haben werden. Trotz aufgedrückter und manchmal befremdlicher Situationskomik, bietet somit das dritte Kinoabenteuer einen Spaß für die ganze Familie. Einen in der es genauso etwas zum Lachen gibt wie zum Entdecken. Eben ein liebevolles wie kreatives Kinomärchen.

Autor: Thomas Repenning

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