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Quelle: themoviedb.org
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Trailer

Verfügbar auf

Netflix Amazon prime

Inhalt

Dieser abenteuerliche Dokumentarfilm begleitet 2 Spiele Enthusiasten auf ihrer waghalsigen Mission: In 30 Tagen wollen sie alle 678 jemals offiziell für den NES veröffentlichten Spiele kaufen... Und dies ganz ohne die Hilfe des Internets! Auf ihrem Roadtrip durch Nordamerika begegnen Sie Profis aus der Gaming-Branche, diskutieren über die Geschichte von Nintendo und die erste Konsole, legendäre Spiele, Grafik, Gameplay und vieles mehr.

Kritik

Eine Leidenschaft zu entwickeln ist einfach, sie für einen Außenstehenden verständlich zu machen ist hingegen ein Kraftakt, der nicht selten mit Unverständnis auf beiden Seiten endet. Jay Bartlett hat eine Leidenschaft. Er sammelt Videospiele, vor allem die es Nintendo Entertainment System, kurz NES. Sein Freund, der Filmemacher , forderte ihn zu einer Challenge heraus. Innerhalb von 30 Tagen soll Jay alle offiziell in Nordamerika veröffentlichte Spiele des NES zusammensuchen. Keine einfache Aufgabe und erst recht keine preiswerte, aber eine, die Jay nur zu gerne antritt und danke der Dokumentation Nintendo Quest können wir nun Zeuge davon werden, was Gamer Jay dabei alles so erlebte.

Die Prämisse der Doku macht schon klar, dass hier eine Sprache gesprochen wird, die wahrscheinlich nur Gleichgesinnte wirklich verstehen und auch wenn Bartlett immer wieder versucht klar zu machen, was ihn am NES so fasziniert, bleibt seine Motivation für Uneingeweihte eher ein Mysterium. Da helfen auch Berichte über frühere Familientragödien und Außenseitergeschichten nicht weiter. Viel mehr wirken sie wie ein fadenscheiniges Alibi, um Jays Obsession irgendwie begreifbar zu machen. Doch statt die Energie mit Exposition zu verschwenden, hätte Nintendo Quest wohl besser gut daran getan, wenn man ohne zwanghaft emotionale Erklärungen die Herausforderung begleitet hätte.

So steht die Dokumentation unschön im Zwiespalt. Zum einen sollen Fakten zum NES und den Spielen erklärt werden, zum anderen wird versucht mit plakativen Dramaturgien eine Leidenschaft begreiflich zu machen, die dadurch aber eher wie ein Defekt wirkt. Als solches sollte sie aber nicht angesehen werden und das war wohl auch nicht die Absicht der Macher.

Ebenfalls ist es bedauerlich, dass die Menschen, die während dieses Trip quer durch Nordamerika getroffen werden, meist nur blasse Stand-Ins sind. Es wird nicht wirklich auf sie eingegangen, auf ihre Personalie und ihren Weg zur NES-Leidenschaft. Das macht aus Nintendo Quest eine leider doch sehr einseitige und vor allem monoton Angelegenheit,auch weil innerhalb der Doku das vielleicht wichtigste Element des Spielens, Daddelns und Zockens viel zu kurz kommt: der Spaß. Es geht letztlich nur um die Haptik, den Besitz und das drängt die Schönheit der Nintendo-Leidenschaft in einen Bereich der seltsam unterkühlt und fast schon bürokratisch wirkt. Da helfen dann auch an Spiele angelegte Grafiken nicht viel weiter.

Dass die Doku nicht dem totalen Game Over entgegen sieht, liegt letztlich an Jay Bartlett selbst. Der erweist sich durchaus als sympathischer Nerd, der nie seine authentische Ausstrahlung verliert und so kann die Freude, wenn er ein seltenes NES-Game gefunden und erworben hat, durchaus für einen kurzen Moment überspringen. Festsetzen tut es sich aber nicht und wer keine Affinität zur Thematik hat, braucht mit dem Film erst gar nicht anzufangen. Manche Leidenschaften bleiben eben einseitig.

Fazit

Für Fans und Enthusiasten des Nintendo Entertainment System dürfte diese Independent-Doku durchaus einen Blick wert sein. Alle anderen erleben hier aber leider nur den wenig ertragreichen Road Trip eines Nerds, der uns vergeblich versucht seine Leidenschaft begreifbar zu machen.

Kritik: Sebastian Groß

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