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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Álex de la Iglesia ist zurück! Vorhang auf für MY BIG NIGHT, die schwärzeste Backstage-Satire aller Zeiten. Beim Dreh des Silvesterspecials eines spanischen Fernsehsenders geht so ziemlich alles Denkbare schief. Wenn gleich in den ersten Minuten ein Zuschauer von einem Kamerakran erschlagen wird, ist es wohl ratsam, sich besser anzuschnallen. Und de la Iglesia zieht wie immer alle Register: Was er hier an Charakteren, Nebenhandlungen und Ideen auffährt, ist böse bis aufs Blut und macht einen Heidenspaß. Da ist zum Beispiel der alternde Schlagerstar Raphael, der seinen blutjungen Konkurrenten Adanne am liebsten um die Ecke bringen würde. Der wiederum kann seine Hosen einfach nicht anbehalten und gerät dadurch in das Erpressungskomplott eines Groupies, während Raphaels Sohn Yuri derart unter seinem jähzornigen Vater leidet, dass er seine eigene Verschwörung plant, um den Tyrannen loszuwerden. Und dann gibt es im Studio noch zwei überforderte Moderatoren, die sich gemeinsam mit der Crew so einiges ausdenken müssen, um dieses Monstrum namens Fernsehen unter Kontrolle zu bekommen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Alex de la Iglesia (Oxford Muders) ist ein Regisseur, der in der Vergangenheit durchaus für Aufmerksamkeit sorgen konnte. Vor allem für seine oftmals bunten Genremixes bekannt, merkt man auch My Big Night dessen Zuneigung zum Horrorgenre an. Obgleich sein neuester Film eigentlich eine Komödie ist, zeigt sich vor allem im Einsatz von Splattereffekten Iglesias Herkunft. Davon abschrecken lassen sollte sich jedoch keiner, denn My Big Night ist weder sonderlich explizit, noch nimmt er die Geschehnisse in irgendeiner Weise ernst. Völlig bewusst bedient sich der Film einer dauerhaften Überzeichnung, was sich sowohl in seiner knalligen Optik als auch in der überbordenden Mimik und Gestik seiner Darsteller widerspiegelt.  

Vordergründig ist My Big Night natürlich ein Film, der als bissige Satire auf die Medien- und im Speziellen die Fernsehwelt verstanden werden will. Dabei fördert er logischerweise nichts sonderlich Neues ans Tageslicht, was wohl auch nicht die Intention von Alex de la Iglesia war. Vielmehr versucht er durch die bewusste Übertreibung seines Szenarios Lacher zu generieren, was mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Ähnlich wie bei Jan Böhmermanns viralen Hit über unser aller Lieblingssender RTL vor einigen Monaten steht der humoristische und nicht der investigative Schwerpunkt im Vordergrund. Dass Schwiegertochter gesucht seine Kandidaten für verblödete Schauwerte ausbeutet und bewusst ins Lächerliche zieht dürfte zuvor schon offensichtlich gewesen sein. Die Art und Weise, mit der Böhmermann damit seinen Beitrag ausschmückt ist jedoch grandiose Komik. Ähnlich verhält es sich mit My Big Night, ihn für seine Erkenntnisse zu feiern wäre vermessen, über seine Witze zu lachen jedoch völlig legitim – auch wenn Humor natürlich immer im Auge des Betrachters liegt.

Was My Big Night letztlich doch zu einem eher enttäuschenden Beitrag macht, ist seine vorgetäuschte Eskalation. Wer den Trailer sieht oder sich die Prämisse vor Augen führt, der wird schnell denken, dass der Film sich zu einem sehr chaotischen, bunten, überspitzten und zynischem Vergnügen entwickeln wird. Zunächst bestätigt der Film das auch, doch mit zunehmender Laufzeit wird offensichtlich, dass dieses ganze Chaos lediglich vorgetäuscht ist. Mehr Mut wäre hier angebracht gewesen, denn reduziert man die formale und inhaltliche Ebene auf ihr Grundgerüst, dann folgt My Big Night säuberlich den gängigen Regeln. Das ist insofern ärgerlich, als dass der Film seinen Zuschauern eine gewisse Subversion vorgaukelt, sich dieser aber in keinerlei Weise hingibt. Aller Vorhersehbarkeit außer Acht gelassen, reduziert das natürlich auch den Grad an Faszination, den man sonst für die Produktion hätte aufbringen können.

Fazit

„My Big Night“ funktioniert stellenweise durchaus als amüsante Medienschelte, bleibt als Gesamtwerk aber leider hinter den Erwartungen zurück. Das vermeintliche Chaos offenbart sich als gestelltes Vergnügen, welches simplen dramaturgischen Regeln folgt und dadurch eben zu vorhersehbar und durchschaubar wird. Der zentrale Exzess der Geschichte ist eben doch nur ein vorgespielter.

Kritik: Dominic Hochholzer

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