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Inhalt

Jonathan Switcher ist vom Glück nicht gerade verfolgt: Eigentlich zum Künstler berufen, macht ihm das wirkliche Leben ziemlich viel Ärger. Ständig ist er auf der Suche nach einem Job, der nicht ganz so mies war wie der vorherige, um sich über Wasser zu halten. Doch das Blatt wendet sich in Gestalt einer älteren Dame, die ihm einen Job in ihrem Kaufhaus verschafft, wo auch gleich eine ausgestellte Schaufensterpuppe seine Aufmerksamkeit fesselt. Mit perfekten Formen ausgestattet, entpuppt sich die Gestalt aus Fiberglas als lebendes Wesen namens Emmy, die zwar schon 4000 Jahre alt ist und aus Ägypten stammt, aber für Jonathan zur Glücksfee wird. Mit Emmys Hilfe steigt er zum erfolgreichen Schaufensterdekorateur auf, und sie könnten glücklich und verliebt bis an ihr Ende leben, wären da nicht die neidischen Kollegen, die Jonathan aus dem Weg räumen wollen …

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Was soll man schon von einem Menschen halten, der der festen Überzeugung ist, dass eine Schaufensterpuppe zum Leben erwacht, wenn er sich mit dieser unter vier Augen befindet? Natürlich, man würde ihn wohl für geistesgestört erklären. Möglicherweise könnte man sich auch darauf einlassen, dass diese Person einer relativ unkonventionellen Sexualpräferenz erlegen ist. Vielleicht würde man sich auch an den viehischen Horrorfilm Maniac aus dem Jahre 1980 erinnert fühlen, in dem ein schizophrener Serienmörder junge Frauen skalpiert und entkleidet, um damit Schaufensterpuppen zu dekorieren. In Mannequin von Michael Gottlieb (Knightskater – Ritter auf Rollerblades) offenbart sich das Unglaubliche jedoch als Realität, denn für Jonathan (Andrew McCarthy, Pretty in Pink) wird ein weibliches Ausstellungsobjekt tatsächlich in Form von Kim Cattrall (Big Trouble in Little China) lebendig.

Neu mag die Geschichte nicht sein, wurde sie doch bereits in den 1940er Jahren mit Venus macht Seitensprünge in ähnlicher Handhabung angegangen. Regisseur Michael Gottlieb und sein Autorenkumpane Edward Rugoff jedoch versuchen sich mit Mannequin an einem Hybrid: Das Fantasy-Genre, welches in den 1980er Jahren beispielsweise maßgeblich durch E.T. - Der Außerirdische beeinflusst wurde, und das Coming-of-Age-Kino von John Hughes (Breakfast Club – Der Frühstücksclub) verschmelzen in Mannequin zu einer nicht immer ebenmäßigen, aber durchaus schlüssigen Masse. Die Figur des Jonathan mag sich zwar nicht mehr an der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden, doch auch er erfährt hier in gewissermaßen eine Initiation, wenn er durch die phantastische Begegnung mit der wahrlich attraktiven Puppe lernt, Vertrauen zu sich selbst zu entwickeln.

Andrew McCarthy, der selber ein John-Hughes-Veteran ist und sich 1987 an einer nicht geringen Teenie-Anhängerschaft erfreuen durfte, stellt für diesen Charakter natürlich eine Idealbesetzung dar, weil er nicht nur das spielerische Wesen eines Jugendlichen mit sich bringt, sondern auch die schauspielerische Fähigkeit, den erforderlichen Emotionen der Erzählung Folge zu leisten. Mannequin ist es dabei in erster Linie natürlich daran gelegen, unbeschwerten Spaß zu bereiten, wenn er seine Protagonisten in albern-überdrehte Situationen schickt. Die sorglos fabulierende Regie aber drängt die Tonalität des sich gerne kitschig gebenden Geschehens immerzu in die Harmlosigkeit, was diesem Destillat der 1980er Jahre nicht nur den Großteil eines möglichen Nachhalls raubt, sondern ihn auch fahrlässig gestaltet, gerade wenn es darum geht, Klischees über Homosexualität zu reproduzieren.

Fazit

An den Kinokassen seinerzeit durchaus erfolgreich, von der Presse jedoch verrissen, hat sich "Mannequin" heute weitestgehend einen Platz in der Versenkung des 1980er Jahre Kinos geschaffen. Wer sich auf eine Zeitreise einlassen möchte, der ist mit Michael Gottliebs Fantasy-Komödie gut bedient. Die Spielfreudigkeit des Ensembles allerdings wird konsequent von der Harmlosigkeit des Inszenierung sowie dem fahrlässigen Umgang mit Klischees unterminiert.

Autor: Pascal Reis

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