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Inhalt

Regisseur Matto Barfuss ist der breiten Öffentlichkeit als der "Gepardenmann" bekannt, lebte zwischen 1996 bis 2002 in Tansania über 25 Wochen lang mit einer wilden Gepardenfamilie zusammen. Er ist Fotograf, Maler, Autor und leidenschaftlicher Tierfilmer. Seine Berichte und Bildbände über die Zeit in der Wildnis machten ihn weltweit bekannt. Matto Barfuss ist UNESCO-Fotopreisträger, er ist UN-Botschafter für biologische Vielfalt und Tierschützer. 2013 sollte erneut ein Raubtier sein Leben verändern: Matto Barfuss traf auf die Gepardin Maleika, die im darauf folgenden Jahr sechs Jungen das Leben schenkte... ab sofort wich der Filmemacher nicht mehr von ihrer Seite. Sein Film "Maleika" zeigt die gleichnamige und mittlerweile weltweit berühmte Gepardin bei der Aufzucht ihrer Jungen. Mit großer Liebe und beeindruckenden Opfern gelingt es ihr, ihre Gepardenkinder großzuziehen. Dabei ist die Natur tagtäglich unerbittlich. Doch nichts ist stärker als die bedingungslose Liebe der Katzenmutter sowie der Wille und Drang ihrer Kleinen, einmal ebenso groß und stark zu werden wie ihre Mutter. Drei Jahre lang hat der engagierte Filmemacher die Raubtiere hautnah begleitet. Entstanden ist ein fesselnder Dokumentarspielfilm samt atemberaubender Naturaufnahmen, der dem Zuschauer tiefe Einblicke in den unberechenbaren und zugleich atemberaubenden Alltag von Maleika - der Königin von Afrika - gewährt.

Kritik

Naturdokumentationen gibt es nicht nur im Fernsehen zu bestaunen. Gut so. nicht nur wegen ihres didaktischen Mehrwerts, sondern auch weil in den letzten Jahren immer mehr Vertreter veröffentlicht wurden, die erst im Kino, auf der großen Leinwand ihr volles, visuelles Potenzial präsentieren konnten. Dokumentation wie Im Reich der Raubkatzen, Planet Erde oder Deep Blue boten so eine Bildgewalt, dass selbst ein größerer Kinosaal zu zerbersten drohte. Bei Maleika ist das Risiko, dass die Leinwand vielleicht doch zu winzig ist, hingegen nicht existent. Der Beitrag von Naturfilmer Matto Barfuss erweist sich als Werk, dass als Zweiteiler (2 x 45 Minuten) im Abendprogramm der Öffentlich-rechtlichen oder deren Spartensendern besser aufgehoben wäre.

Der Inhalt des Films ist schnell erklärt: Gepardin Maleika muss viel Mäuler stopfen und versucht so gut es geht ihren Nachwuchs zu beschützen und zu versorgen. Dies beinhaltet Szenen, wie sie jeder, der schon einmal eine Naturdoku über Afrikas Raubtiere gesehen hat, kennt: Krokodile zerren Gnus in die Tiefe des Flusses, Löwen jagen im Rudel und Antilopen sind nicht so einfach zu erbeuten . Das ist alles nett anzusehen, informiert einen auch, aber es besitzt nichts was einen Kinobesuch wirklich lohnen würde. Dazu merkt man dem Film deutlich an, dass er für ein jüngere Publikum gemacht wurde. So verheimlicht Maleika zwar nie den Tod, allzu drastische Tötungs- und Fressszeenen werden aber relativ grob ausgespart. Aber immerhin erweckt Maleika nie den Eindruck, dass hier Dinge verharmlost werden. Die Geparden erhalten zwar durchaus ein Kuschel-Image, werden aber niemals ihrer Wildheit beraubt.

Würde Maleika nicht im Kino, sondern auf DVD oder im Fernsehen seine Premiere feiern, eine Empfehlung für den Film auszusprechen würde leichter fallen. Aber um eine Kinoleinwand zu füllen, braucht es eben mehr als dass, was Matto Barfuss hier präsentiert - und vor allem wie er dies tut. Seine Doku hat TV-Format und das wirkt als Projektion im Dunkeln immer irgendwie zu winzig, zu unscheinbar und vor allem zu unbeholfen. Da hilft dann auch nicht, dass Moderator und Schauspieler das Geschehen in der deutschen Fassung  mit kinderfreundlichen Off-Kommentaren begleitet, die für jüngere Ohren gewiss perfekt funktionieren, ältere Semester aber gewiss nerven können. Spätestens bei der dritten Verniedlichung wirkt das Gesagte dann doch irgendwie albern.

Fazit

Die Bildgewalt anderer Naturdokumentationen sucht man hier vergebens. Die Geschichte einer Geparden-Mutter ist zwar informativ, aber mehr auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, welches eher selten (oder noch nie) im Fernsehen eine ähnliche Dokumentation über Raubkatzen gesehen hat. Deswegen und durch das Fehlen wirklicher visueller Größe lässt sich zu „Maleika“ eines festhalten: Diese Doku gehört ins Klassenzimmer, nicht ins Kino.

Autor: Sebastian Groß

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