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Eugene Brown (Cuba Gooding Jr.) veruscht nach zwei Jahrzehnten im Gefängnis wieder im normalen Leben Fuß zu fassen. Als er bei seiner Arbeit in einer Highschool auf eine Gruppe Jugendlicher trifft, die kurz davor sind auf die schiefe Bahn zu geraten, beschließt er ihnen zu helfen. Er nutzt seine jahrelangen Erfahrungen im Schachspielen aus dem Knast und gründet einen Schachclub ...

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Kritik

Das einzige Gut, welches man im Leben verschwenden kann, ist die Zeit. Sie ist die konstitutive Determinante, die unserem Dasein Struktur, Raum und Möglichkeit gibt – und das genaue Gegenteil davon. Eugene Brown hat diese Erkenntnis auf die harte Tour leben müssen, nachdem er über zwei Jahrzehnte hinter Gittern zubrachte. Viel Zeit, die im Gefängnis verschwendet wurde und viel Zeit, die man auf freiem Fuß wiedergutmachen muss. Life of a King erzählt nun die Geschichte von Eugene Brown, allerdings ist dies keine bloße Geschichte über einen Ex-Knacki und seine Versuche, im Alltag wieder Fuß zu fassen. Stattdessen hat dieser Mann versucht, nicht nur für sich einen Neuanfang zu schaffen, sondern auch Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu verleihen, deren soziales Umfeld wohl am ehesten als Brennpunkt beschrieben werden kann.

Jake Goldberger (Almost Friends) ist es nicht daran gelegen, aufzuzeigen, wie die Jahre im Gefängnis für Eugene Brown (Cuba Gooding jr., Men of Honor) verlaufen sind. Eugene begrüßt uns indes als Person, die gelernt hat. Die Zeit hatte, zu lernen. Nach seiner Entlassung quartiert er sich in einem Wohnheim ein, sucht sich einen ehrlichen, unterbezahlten Job und versucht Kontakt zu seinen Kindern aufzunehmen, die ihm jedoch die kalte Schulter zeigen. Erst als er bemerkt, dass er auf eine Schulklasse von, sagen wir, problematischen Schülern eine gewisse Autorität ausstrahlt, findet sein Leben nicht nur (halbwegs) geregelte Bahnen, sondern auch einen Sinn: Bringt er diesen doch Schach und damit auch die Bedeutung des Lebens bei. Gewisse Assoziationen zum wunderbaren Fresh von Boaz Yakin werden an dieser Stelle selbstredend nicht ungewollt geweckt.

Der Big Chair Chess Club, den Eugene ins Leben gerufen hat, kooperiert heute erfolgreich mit Schulen und Jugendvollzugsanstalten. Life of a King verfolgt den Weg des Erfolgs und nutzt das Schachspiel als Symbolik, die dem Geschehen zusätzlich Gewicht verleihen soll. Dass das nicht wirklich funktioniert, liegt in erster Linie daran, dass Jake Goldberger sich nicht dafür schämt, Klischee um Klischee abzugrasen und somit auch die Dynamik der Charakterkonstellation ein Stück weit ausbremst. Ohnehin fehlt dem Film, der sich als urbanes Drama versteht, die Feingliedrigkeit, die es braucht, um der soziokulturellen Tiefe der Thematik gerecht zu werden. Life of a King, in dem Cuba Gooding jr. einige starke Momente zugesprochen bekommt, hingegen glaubt an Respekt und Wiederanfang und suhlt sich im (Sozialarbeiter-)Optimismus, der die Realität nur mit groben, aber engagierten Pinselstrichen nachzeichnet.

Fazit

Jake Goldberger geht es in "Life of a King" nicht zuletzt darum, ein soziales Bewusstsein zu schaffen und bisweilen an das Engagement des Zuschauers zu appellieren, anderen Menschen eine Perspektive zu schaffen. Das ist alles gut gemeint und nicht zuletzt von Cuba Gooding jr. ordentlich gespielt, allerdings fehlt dem Film die Schärfe und Dringlichkeit, um seiner Botschaft ein tiefergehendes Fundament zu verleihen. So bleibt ein etwas zu überzeichneter, aber ehrenwerter Optimismus.

Autor: Pascal Reis

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