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Inhalt

Laurence (Melvil Poupaud) und seine Freundin Fred (Suzanne Clément) sind seit zwei Jahren ein Paar, lieben sich bedingungslos und genießen ihr gemeinsames Leben. Bis Laurence sich eingestehen muss, dass er sich im falschen Körper gefangen fühlt und lieber als Frau leben möchte. Als er sich Fred offenbart, ändert das alles. Oder vielleicht nicht? Denn Laurence' Gefühle für Fred sind immer noch dieselben. Auch Fred liebt Laurence weiterhin, weiß aber nicht, wie sie damit umgehen soll, ob ihre Liebe stark genug ist. Sie weiß nur, dass sie sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann. Gemeinsam kämpfen sie, gegen alle Widerstände, gegen die Vorurteile der anderen und gegen die eigenen Zweifel. Um sich selbst, um eine Liebe, die am Abgrund steht, die aber so groß ist, dass sie es schaffen können. Sie verletzten sich, sie wissen nicht weiter, können nicht mit- und nicht ohne einander. Laurence und Fred. Laurence. Fred. Fred und Laurence. Laurence anyways...
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Kritik

Wer hat Lust auf ein Transgender-Drama, welches drei Stunden die Verwandlung eines Lehrers in eine Frau zeigt? Zugegeben: „Laurence Anyways“ ist ein Film, zu dem man vielleicht einfach gezwungen werden muss. Dann erkennt man allerdings, das ein mehrstündiges Indie-Transgender-Drama das reinste Meisterwerk sein kann.

„Laurence Anyways“ ist genau so ein Fall , interessiert nach wenigen Augenblicken, fasziniert für Stunden und bleibt über Monate im Hinterkopf hängen. Die Thematik sexuellen Umorientierung (oder eben nicht) ist – trotz seiner anfänglichen zeitlichen Verortung im Jahr 1989 – brandaktuell und kunstvoll umgesetzt. Nahezu jede Szene bezeugt das Selbstvertrauen von Regisseur Xavier Dolan. Der Frankokanadier fiel 2009 erstmals durch „I Killed My Mother“ auf, legt mit „Herzensbrecher“ nach und liefert mit seinem erst dritten Film, der berührenden Geschichte um Laurence, schon das ganz große Werk ab.

Die über Jahre erzählte Geschichte dreht sich dabei aber keineswegs nur um Laurence (fantastisch vielseitig wie wechselhaft von Melvil Poupaud gespielt), sondern auch um seine Partnerin Fred (traumhaft wie spielerisch Suzanne Clément). Eines Tages eröffnet er ihr, dass er fortan als Frau weiterleben möchte, seine Liebe zu ihr aber dennoch steht. Es folgen Momente einer Beziehung, Augenblicke eines Paares, das an der Beziehung zu zerbrechen droht, aber nicht ohne den anderen Leben kann.

Dolan nimmt sich viel Zeit um die sich ändernden Lebensumstände aus jedem denkbaren Blickwinkel zu betrachten. Er zeigt Zweifel und Streit, aber auch sehr erfüllende Momente: Laurence erster Arbeitstag in Frauenkleidung wird beispielsweise von einem nahezu greifbaren Gefühl der Befreiung begleitet. Dolan weiß solche Szenen kunstvoll auszuleuchten, ohne jemals von der Bedeutung von Dialogen oder Blicken abzulenken. Hier ist alles wichtig, zwischenmenschlich stets interessant und lehrreich für aktuelle Transgender-Debatten wie der in Baden-Württemberg.

Fazit

Xavier Dolan beweist, dass er keine Eintagsfliege ist, sondern einer der ganz großen Autorenfilmer wird. „Laurence Anyways“ ist wichtig, emotional und wunderschön gedreht. 

Autor: d kr

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