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Inhalt

Der Dokumentarfilm handelt von Freiwilligen, die sich den Weißhelmen anschließen. Krieg in Syrien - im August 2016 ist kein Ende in Sicht. Besonders betroffen war die historische Stadt Aleppo. Durch die Freiwilligen der "Weißhelme", die Sanitätsdienste leisten, Feuer löschen und Menschenleben retten, erleben wir das tägliche Leben, Tod und Kampf in den Straßen der Stadt. Sie kämpfen ums Überleben und um ein Stück Menschlichkeit, dort, wo der Krieg zur Norm wurde.

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Kritik

„Sag mir, wo ist die Welt? Wo?“

Während sich in Deutschland die ersten Ausformungen eines sukzessive anschwellenden Rechtsrucks bemerkbar machen, die jeden Flüchtling kurzerhand zum frauenschändenden Terroristen erklären, erlässt Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten, neue Dekrete zum Einreisestopp für Bürger aus mehrheitlich muslimischen Ländern und ignoriert in seinem grenzenlosen Narzissmus dabei vollkommen, dass die Menschen aus diesen Ländern, wie zum Beispiel dem Irak, Syrien oder Somalia, ihren Alltag nur noch mit einer Sache ausstaffieren: Dem erbitterten Kampf um das Überleben. Die Dokumentation Die letzten Männer von Aleppo von Feras Fayyad und Steen Johannessen führt der westlichen Welt nun in bedrückenden Aufnahmen vor Augen, was es bedeutet, sein Dasein in der nordsyrischen Metropole zu fristen, die sich einst durch prunkvolle Hoteloasen und geschichtsträchtige Kulturschätze glänzte, inzwischen aber zur Ruinenlandschaft zerfallen ist.

Fayyad und Johannessen begleiten dabei die sogenannten Weißhelme, speziell drei Männer namens Khaled, Mahmoud und Subhi, die Syrien nicht in Richtung Türkei verlassen haben, sondern den Menschen in ihrem Umfeld zur Hilfe eilen, sobald es zu neuen Bombardements gekommen ist. Seit den friedlichen Protesten aus dem Jahre 2011, die sich unverzüglich zu einem Konflikt ausbreiteten, da sich Baschar al-Assad zu einer militärischen Lösung als Gegenreaktion der Proteste genötigt sah, befindet sich Syrien im Bürgerkrieg. Rebellentruppen belagern die Stadt, Russland schloss sich dem Assad-Regime an, die Terrormiliz Islamischer Staat tötet, um die Welt zu einem umfassenden Herrschaftsbereich des Kalifen auszubauen und die Zivilbevölkerung leidet Höllenquälen. Tagtäglich. Immer aufs Neue. Die Weißhelme indes setzen sich zusammen aus Mitgliedern der hiesigen Bevölkerung, die gänzlich unbewaffnet zur Tat schreiten.

Besonders schmerzhaft ist dabei nicht nur zu beobachten, wie der syrische Zivilschutz unermüdlich zu diversen Unglücksstellen rast und einen Leichnam nach dem anderen aus den Schutthaufen entnimmt. Es ist vielmehr der Kontrast, den die Suche nach einem familiären Alltag mit den laufenden Ängsten vor einem neuen Anschlag, einem neuen Bombardement, bildet. Die letzten Männer von Aleppo weiß als dokumentarische Bestandsaufnahme um die Breitenwirkung seiner dargebotenen Krisenimpressionen und verweigert sich folgerichtig jedem Kompromiss: So heldenhaft das Verhalten der Weißhelme auch sein mag, den Krieg in Syrien werden sie durch ihren Edelmut nicht beeinflussen können. Ihr Handeln kann jedoch dazu beitragen, eine mediale Transparenz in Bezug auf die vorherrschenden Verhältnisse zu ermöglichen, um in das kollektive Bewusstsein zu stanzen: Wir kämpfen und sterben, während ihr nur zuseht, Flüchtlingsheime anzündet und Mauern aus dem Boden stampft.

Fazit

"Die letzten Männer von Aleppo" liefert bedrückende Einblicke in den Alltag des syrischen Zivilschutzes, den sogenannten Weißhelmen, die tagtäglich ihr Leben riskieren, um das Leben anderer Menschen zu retten. Vielleicht gelingt es der Dokumentation, dem ein oder anderen Zuschauer deutlich zu machen, wie gut es ihm eigentlich geht – und was es bedeutet, uneigennützig zu handeln.

Autor: Pascal Reis

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