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In einem abgelegenen Tal in Island kommen zwei Brüder wieder zusammen, die sich seit 40 Jahren nicht mehr gesehen haben. Sie wollen das retten, was ihnen am liebsten ist - ihre Schafe.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Durch den Titel, den Grobinhalt und vielleicht auch noch den Trailer könnte man bei "Sture Böcke" eine ruhige aber heitere Komödie über verschrobene Landbewohner erwarten, die sich heldenhaft gegen eine bürokratische Diktatur zusammenraufen um ihre Schafe zu retten. So recht will das aber nicht stimmen. Es gibt zwar durchaus einige komische Momente, die sind aber extrem trocken und immer mit den tragischeren Elementen des Films verknüpft, weswegen der Film immer noch ziemlich deutlich in Richtung eines Dramas gewichtet ist. Das ist kein Kritikpunkt, sondern soll vor allem davor bewahren, dass man sich im Vorfeld falsche Vorstellungen macht.

Das Verhältnis der beiden Brüder Gummi (Sigurður Sigurjónsson) und Kiddi (Theodór Júlíusson) ist geprägt von Missverständnissen, kalter Abneigung und vor allem Schweigen. "Sture Böcke" macht sich diese Dynamik zu eigen und erzählt seine Geschichte fast ausschließlich über Kleinigkeiten, Handlungen, Blicke und vielsagendes Schweigen, wo man eigentlich eine Antwort erwarten würde. Das kommt einem zunächst wie eine Einschränkung vor, zumal das einsiedlerische Setting noch weiter dadurch begrenzt wird, dass vor allem Gummis und nicht Kiddis Perspektive gezeigt wird. Allerdings erzählt der Film so dicht (sogar in den großartigen Landschaftsaufnahmen werden Details eingebaut, die einem handlungsrelevante Information vermitteln) und Sigurjónsson macht seine Sache so großartig, dass der Film problemlos davon getragen wird. Der Film vollführt durch seine ruhige und tiefe Art sogar ein kleines Kunststück: Er kommt einem länger vor, als seine eigentlichen 93 Minuten Laufzeit, ohne dass man es ihm zum Vorwurf machen könnte oder auf einen lahmen Abschnitt verweisen zu können. Der Film ist insgesamt einfach sehr ruhig. Über die Bedrohung der Schafskrankheit, der Seuchenbehörde und nicht zuletzt auch der cholerischen Ausbrüche des volltrunkenen Kiddi bleibt aber weitestgehend auch immer eine Element von Spannung erhalten, dass die Handlung vorantreibt und den Zuschauer bei der Stange hält.

Einige Szenen können auch an einem vorbeigehen, wenn man mit dem kulturellen Kontext nicht vertraut ist: So gibt es eine Stelle, an der Gummi einem anderen Schafzüchter vor der Haustür stehend erklärt, er habe weder Kaffee noch Schnaps im Haus und könne ihm entsprechend auch nichts anbieten (und ihn auch nicht ins Haus lassen). Eigentlich ein undenkbarer Fauxpas und eine recht offensichtliche Lüge, über die beide aber stillschweigend hinwegsehen. Solche Kleinigkeiten erschaffen im Zusammenhang mit den wunderschönen Landschaftsaufnahmen eine eindrückliche Atmosphäre des ländlichen Islands.


Fazit

"Sture Böcke" ist durchaus zurecht Gewinner der Kategorie "Un certain regard" in Cannes gewesen: Er ist trotz der rauhen, ländlichen Umgebung ziemlich schön, wunderbar gespielt und erzählt in sehr ruhiger Manier die Geschichte von zwei zerstrittenen Brüdern, die schon längst aus Prinzip nicht mehr miteinander reden. Herzzerreißendes "Show, don't tell"-Kino!

Autor: Sören Jonsson

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