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"Mr. Dynamite", der "Godfather of Soul" oder "Der am härtesten arbeitende Mann im Show Business", man kannte ihn unter vielen Namen. Jetzt wird mit "Get On Up" die unglaubliche Lebensgeschichte von James Brown verfilmt. "Get On Up" nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise von Browns ärmlicher Kindheit bis hin zu seinem Aufstieg zu einer der prägendsten Personen im Musikgeschäft des 20. Jahrhunderts. Der Film wirft einen mutigen Blick auf Browns Musik, Tanzstil und seine unberechenbaren Stimmungsschwankungen.
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Kritik

Mit Hits wie „I feel good“, „Out of Sight“, „Sex Machine“ oder „Living in America“ wurde er unsterblich: James Brown, der schon vor seinem Tod im Jahre 2006 diverse öffentlichkeitswirksame Spitznamen, die ihm Fans und Journaille verpasst haben, gesammelt hatte. Godfather of Soul, Mister Dynamite, Soul Brother No. 1 usw. Dass solch eine Lichtgestalt des Musikbusiness irgendwann sein Biopic bekommt, ist wenig verwunderlich. Seltsam ist es nur, dass der Film so lange auf sich hat warten lassen, denn mit „Ray“ und „Walk the Line“ liefen bereits vor gut zehn Jahren zwei äußert erfolgreiche Biopics rund um legendäre Musiker, die bei Preisverleihungen sowie an der Kinokasse gut abräumten. Aber wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Passt bei „Get on Up“, dem James Brown-Biopic von Regisseur Tate Taylor („The Help“), sogar vielleicht die Phrase „das Beste kommt zum Schluss“?

Eigentlich sind Biopics nur so gut, wie das Leben, welches sie wiedergeben. Diesbezüglich muss sich „Get on Up“ keine Sorge machen, denn Browns Leben war aufregend, laut und –sehr wichtig fürs Genre – voller Höhen und Tiefen. Gleich zu Beginn wird der Zuschauer Zeuge, wie ein alter James Brown mit äußert rabiaten Mittel seinen Unmut publik macht, dass sein Privatklo von einer Frau benutzt wurde. Bereits diese Szene verdeutlicht, dass Genie und Wahnsinn enge Freunde sind. Was danach folgt sind Rückblicke in Browns Leben. Hier erlaubt sich Regisseur Taylor die Chronologie der Dramaturgie unterzuordnen. Dies hat allerdings zur Folge, dass die ganzen Zeitsprüngen vor allem im ersten Drittel des Films den Erzählfluss massiv behindern. „Get on Up“ schafft es erst recht spät, eine fluide narrative Rhythmik zu entwickeln.

Diese Art der Erzählung, die sich etwas weiter von der festgefahrenen Aufstieg-und-Fall-Methodik des Genres lösen kann, ist mehr darauf ausgelegt, möglichst viele Facetten des James Brown einzufangen. Dabei scheut Regisseur Taylor auch nicht vor den Schwächen, bzw. den unsympathischen Seiten des großen Musikers zurück. Davon gibt es wahrlich einige und dennoch fehlt „Get on Up“ letztlich doch die notwendige Courage auch die dunkelsten Stellen der Persönlichkeit offen zu legen. Browns Drogensucht sowie diverse physische Gewalteskapaden gegenüber seiner Familie und Freunden, werden teilweise so marginal thematisiert, dass ein ungutes Gefühl zurück bleibt. Eine Szene, in der Brown seine Gattin heftig schlägt, weil ihr ein Nachbar ins Dekolletee geschaut hat, erweist sich sonderliches Ärgernis, weil Taylor hier James Brown zwar die vierte Wand durchbrechen lässt (ein oft anzutreffendes Stilelement des Films), doch mehr als einen minimalen Schub der Reue, gepaart mit Browns Ratlosigkeit lässt „Get on Up“ nicht zu. Eine weitere Situation, in der Brown erneut seinen physischen wie psychischen Hang zur Tyrannei unter Beweis stellt endet sogar mit treudoofem Petting. Auch das Thema Rassismus wird nur stiefmütterlich angekratzt. In einem James Brown-Film gibt es halt nur Platz für James Brown. Bedauerlich.

Get on Up“ besitzt also einige Makel, die wie ein drohender Schatten über ihm liegen. Doch es gibt drei Eigenschaften, die dagegen wirken. Zum einen erweist sich Taylors Film trotz einer Laufzeit von 139 Minuten als äußerst kurzweilig, was daran liegt, dass das Biopic, wenn es erzählerisch den ganz eigenen Groove gefunden hat, eine große Vitalität sein eigen nennt. Diese Vitalität, die stets auch ein Markenzeichen von Browns Musik war, findet sich auch in den diversen Konzertszenen. Tate Taylor inszeniert diese wuchtig und mitreißend, so dass der Kino- zum Konzertsaal wird. Wirklich eine ausgezeichnete Stärke des Films. Doch dies alles ist nichts, gegen den einen Grund, warum „Get on Up“ trotz aller Fehlbarkeiten immer noch etwas von einem Ereignis hat: Chadwick Boseman.

Im Baseball-Drama „42“ zeigten sich schon seine außergewöhnlichen Qualitäten als Darsteller. Doch in „Get on Up“ legt der junge Schauspieler eine Performance hin, die schlicht und ergreifend atemberaubend ist und neben Jake Gyllenhaals Darstellung in „Nightcrawler“ wohl zu den besten darstellerischen Leistungen des Jahres zählt. Boseman spielt Brown nicht bloß, er ist Brown. Mit jeder Faser seines Körpers spielt/ist er Mr. Dynamite. Vielleicht ist der Begriff Schauspiel zu schwach, um seine Arbeit hier zu würdigen. Mimikry würde wahrscheinlich besser passen. Chadwick Boseman ist es zu verdanken, dass „Get on Up“ dass besitzt, was James Brown ausmachte: Soul.

Fazit

Eine erodierte Erzählung und fehlende Courage stehen „Get on Up“ im Weg. Doch dank der famosen Leistung seines Hauptdarstellers erweist sich das Brown-Biopic als kraftvolles Drama, welches der Legende James Brown eine ansehnliche Bühne bietet.

Autor: Sebastian Groß

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