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Inhalt

Die 12-jährige Chanda wächst in einfachen, aber liebevollen Verhältnissen im ländlichen Township Elandsdoorn in der südafrikanischen Provinz auf. Sie ist eine gute Schülerin und blickt zuversichtlich auf ihr Leben und ihre Zukunft. Doch Chandas Welt verändert sich schlagartig, als ihre einjährige Schwester Sara stirbt und kurz darauf ihr Stiefvater Jonah verschwindet. Als auch noch ihre geliebte Mutter Lillian schwer erkrankt, ist Chanda völlig auf sich gestellt und muss die Verantwortung für ihre zwei jüngeren Geschwister übernehmen.
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Kritik

Allen Chandas dieser Welt“ widmet der in Kapstadt geborene Regisseur Oliver Schmitz sein ambitioniertes Drama. Das liest sich im ersten Moment richtig herzig, gerade so, als habe der Filmemacher die Hauptfigur persönlich gekannt. Ein Teil der jungen Zuschauer, an die sich die Kinderbuchverfilmung vorrangig richtet, könnten das sicher leicht glauben. Doch die zwölfjährige Protagonistin ist eine fiktive Figur, verkörpert von Khomotso Manyaka. Sie hält die Betreuung der jüngeren Geschwister, Haushalt, Schulprüfung, aufopfernde Sorge um die kranke Mutter und die Rettung einer missbrauchten Schulfreundin seltsam unbeeindruckt durch. Die Filmfigur wirkt nicht lebensecht, sondern wie ein Katalysator für ein Maximum an profanierter Tragik. Authentizität, überzeugende Charaktere oder eine ansatzweise schlüssige Geschichte sucht man vergebens. Die vulgäre Vermarktung von Leid und Elend erinnert an falsche Spendenaufrufe, bei denen am Ende den Gewinn in die Tasche der Organisatoren wandert. 

Die plakative Inszenierung schreckt auch vor einer gnadenlosen Ausbeutung der AIDS-Problematik nicht zurück. Der beste Beweis dafür ist die Hauptfigur. Ausgedacht hat sie sich der kanadische Autor Allan Stratton, der mit ihr auf eine Goldader stieß. Vier Jahre nach dem ersten Teil namens „Chanda's Secrets“ schürfte er in der Fortsetzung „Chanda's Wars“ noch etwas weiter nach Verkaufserfolg. Schmitz Widmung gilt also einer kalkuliert konzipierten Kinderbuchfigur, die ihrem Urheber zwei Bestseller und ihm selbst einen Kinoerfolg bescherte. Da klingt der Schlusssatz auf einmal gar nicht mehr herzig. Eher wie ein höhnischer Witz auf Kosten des Publikums, das sich von dem schnöden Pathos blenden lässt. Die einzige Absicht hinter jeder Einstellung und jedem Dialog scheint, so viel mitleidiges Seufzen und Schniefen wie möglich beim Publikum zu produzieren.  Chanda bewältigt Übermenschliches, um die von Problemen überfrachtete Handlung zu einem absurd guten Ausgang zu zwingen. Bei Stratton ist sie sechzehn Jahre alt. 

Indem Schmitz sie jünger macht, lässt er ihre Errungenschaften noch unrealistischer erscheinen. Generell hat die Protagonistin wenig mit einem echten Kind gemein. Ein kleiner Wutausbruch gegen ihre Freundin Esther, die im Dorf geschmäht wird, ist der einzige Fehler, der ihr gestattet wird. Ihr Vorbildlichkeit scheint Chanda von ihrer Mutter Lilian (Lerato Mvelase) geerbt zu haben, die auf die Rolle der ergebenen Dulderin reduziert wird. „Was hast du nur für eine Tochter. Sie ist ein Engel“, lobt Nachbarin Mrs. Tafa an Lilians Sterbebett. Chandas himmlische Vollkommenheit bekehrt die Nachbarn, die eben noch zum Lynchmob zu werden drohten, zum „Amen“ singenden Gospelchor. Entwicklungen durchleben die Figuren nicht, dafür haben sie aus heiterem Himmel die ein oder andere radikale Sinneswandlung. Bangen sollen die Zuschauer natürlich nur bis kurz vor dem Ende. Dann wird alles gut und jeder kann fröhlich eingelullt nach Hause gehen. Zum Nachdenken, Umdenken oder überhaupt zum Denken soll niemand angeregt werden. Sonst könnten die Leute noch anfangen, die Absichten des unglaubwürdigen Machwerks zu hinterfragen.

Fazit

Tabuthemen wie AIDS, soziale Stigmatisierung und Kinderprostitution werden nur oberflächlich anreißt, als gelte es, das avisierte Familienpublikum nicht zu verschrecken. Die Beschönigung der brennend aktuellen Thematik demoliert nicht nur die Dramatik, sondern zeigt, worum es hier eigentlich geht: Geldmacherei.

Autor: Lida Bach

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