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Liliputaner Hans tritt in einem kleinen Zirkus auf und ist mit einer ebenfalls Kleinwüchsigen verlobt, aber eigentlich in die Trapezkünstlerin Cleopatra verliebt. Die wiederum, Geliebte des Athleten Hercules, treibt eine Weile ihre Spielchen mit Hans - bis sie entdeckt, dass dieser ein reicher Mann ist. Mit Hercules fasst sie einen fiesen Plan, nicht ahnend, dass die Rache der "Freaks" bitter sein wird.
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Kritik

Der Moviebreak Horroctober: 16.10.2015 (Klassiker)

Es gibt Filme, die werden alleine dadurch berühmt, dass sie auf dem Index landen. Kontroversen um die Zensur, den Betrieb und Kunstbegriffe und deren Grenzen können entstehen. Ungeschnittene Versionen werden aus dem Ausland bestellt oder als heiß begehrte Sammlerstücke gehandelt. Solche Umstände reichen oft schon, um einem Film den Flair von aufregender Anrüchigkeit und verbotenen Früchten zu geben. Diese Art von Aufmerksamkeit ist es auch, aus dem die ganze torture-porn Strömung entstammt. Nun, treten sie näher, Ladies und Gentlemen und lesen sie von einem Film, der das Testpublikum in solch einen Kotzkrampf zwang, dass er um mehr als zwanzig Minuten geschnitten werden musste! Die Öffentlichkeit war derart entsetzt, dass Verleihe und Kinos ihn massenweise boykottierten! Im United Kingdom war der Film über dreißig Jahre lang vollständig verboten! Treten sie näher und betrachten sie sich Tod Brownings "Freaks", meine Damen und Herren!

Woher kam diese Ganze negative Aufmerksamkeit? Weil der Film brutal ist? Nein, nicht wirklich. Es gibt ausgesprochen wenig graphische Gewalt und nur sehr wenige Szenen, die überhaupt dazu geeignet sind, Grauen zu erregen. Genau genommen ist es nichtmal ganz richtig, "Freaks" einen Horrorfilm zu nennen. Ein Großteil des Sensationswertes hat einfach nur damit zu tun, dass der Film aus dem Jahre 1932 stammt. Nachdem Tod Browning ein Jahr zuvor einen nachhaltigen Kassenhit mit"Dracula" (in der HauptrolleBela Lugosi) gelandet hatte, gab ihm das Studio freie Hand für ein neues Projekt. Browning nahm diese Gelegenheit war um sich einem Leidenschaftsprojekt zu widmen. Geprägt durch eigene Erfahrungen, die er als Jugendlicher bei der Arbeit in einem Zirkus gemacht hatte, begann er "Freaks" zu filmen und heuerte dafür echte Kuriositätendarsteller an. Genau darin lag bereits das ganze Problem: Zu der Zeit war man vielleicht gewillt, sich eine bärtige Lady, leinwüchsige oder missgebildete Menschen im Zirkus anzusehen, aber auf der Leinwand war das fast undenkbar. Die gesellschaftliche Ablehnung war derart groß, dass sogar die Crew, die am Film mitarbeitete ein separates Essenszelt für nahezu alle der "Freaks"-Darsteller, weil sie sie nicht in der MGM-Kantine dulden wollten und eine Frau nach einem Test-Screening das Studio für ihre Fehlgeburt verklagen wollte. 

Das ist ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, worum es in dem Film geht: Die eigentlichen Monster des Films sind nämlich die schöne Trapezkünstlerin Cleopatra und der "stärkste Mann der Welt" Hercules, die vor Grausamkeit und Berechnung nur so strotzen. Die Freaks dagegen sind einfache bis filmisch überhöhte Leute und werden in vielen Szenen in Alltagssituation wie dem Abendessen oder dem Entzünden einer Zigarette (ohne Arme und Beine) gezeigt. Diese Vermenschlichung gesellschaftlicher Randfiguren wurde damals allerdings weder gewürdigt, noch überhaupt wahrgenommen, vielmehr war man darüber entsetzt, dass sowas überhaupt gezeigt werden dürfe. Eigentlich populär wurde der Film erst in den 60er und 70er Jahren als Klassiker der Gegenkultur und hat diesen Status beibehalten. Besonders ikonisch ist die "Eine von uns"-Szene, die auch heute noch regelmäßig aufgegriffen wird.




Fazit

Trotz der angekratzten Tonspur, einer verkürzten Laufzeit und nur mäßiger bis schlechter Schauspielerei ist "Freaks" ein Film, den man mal gesehen haben sollte. Das liegt an der ganz guten Kameraarbeit und einigen Kultszenen, die bis heute regelmäßig aufgegriffen werden (gooble gobble, one of us!) aber vor allem daran, dass der Versuch durch die Story Aussenseiter in der öffentliche Wahrnehmung menschlicher zu machen, unglaublich innovativ war. Besser gesagt: Seiner Zeit so weit voraus, dass es dem Erfolg des Films unglaublich geschadet hat.

Autor: Sören Jonsson

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