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Es sollte die größte Reise seit 1972 werden: Der Flug zum vierten Jupitermond "Europa". Und so machte sich das Raumschiff "Europa One" zu einer mehrjährigen Reise auf, um noch nie erreichte Sphären zu untersuchen. Die Wissenschaftler (unter anderem Sharlto Copley, Michael Nyqvist und Embeth Davidtz) sollten unterdessen in den Eisbrocken des Planeten nach möglichem außerirdischen Leben suchen sowie die Wasserquellen untersuchen. Als nach einem Jahr jedoch durch einen Unfall der Kontakt zur Erde abricht, ist die Crew auf sich gestellt. Dies ist ihre Geschichte…
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Kritik

Seit einiger Zeit erlebt das Sci-Fi-Genre eine wahre Renaissance: Während "Moon" durch sein Indie-Charakter sowie seine überraschende Story kurzerhand zum Kultfilm wurde, folgten viele weitere Projekte, die immer mehr Aspekte des Genres beleuchteten. Nachdem Hollywood sich allerdings hauptsächlich auf bombastische Blockbuster konzentriert ("Elysium", "Oblivion"), sind es weiterhin auch die kleinen Low-Budget-Perlen die überzeugen, wie zuletzt "Angels & Airwaves – Love" (wenn auch sehr auf einer Meta-Ebene) beweisen konnte. Was uns Regisseur Sebastián Cordero jedoch nun mit "Europa Report" präsentiert, ist schlichtweg beeindruckend: Zu Zeiten wo das Found-Footage-Genre fast nur noch Trash oder Billig-Produktionen hervorbringt, erschafft er mit seiner philosophischen wie ruhigen Reise zum Mond Europa ein Sci-Fi-Experiment, welches nicht nur fesselt und bombastische Bilder offenbart, sondern auch Gänsehaut erzeugt. Kurzum eine Reise, die man nicht so schnell vergisst.

Dabei ist der Anfang von "Europa Report" durchaus trügerisch: Mit kleinen Klischees sowie einer recht zähen Erzählweise beginnt eine Weltraumreise, die so bereits unzählige Male (hier vor allem "Helden - Operation Ganymed" sowie "Special Report: Journey to Mars") zu sehen war. Auch könnte der geneigte Zuschauer, auch aufgrund ähnlich gearteter Bilder, schnell auf Kubricks Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" schließen. Doch hinter dem wissenschaftlichen Trip steckt weit mehr: Über Strecken hinweg erschafft Regisseur Sebastián Cordero eine gespenstische Ruhe, die besonders die Enge, Angst sowie Hoffnung der Crew perfekt auf den Zuschauer überträgt. Dies zusammen mit der Doku-Art des Films, ergibt eine Stimmung, die vor allem in der zweiten Hälfte eine teils unerträgliche Spannung erzeugt. Denn in "Europa Report" gibt es kaum wackelige wie krisselige Kamerabilder zu bestaunen, sondern viel eher kleine Interviews (die noch eine deftige Überraschung parat halten) sowie viele fantastische visuelle Eindrücke, die das geringe Budget niemals wirklich preis geben. Dies gilt für das Raumschiff, als auch die Bilder auf Europa selbst, die einen die Leere und Größe des Weltraums schnell ins Bewusstsein drängen. Zwar gibt es keinerlei starke Action und das Finale mag etwas überhastet kommen (gerade das Schlussbild dürfte zu Diskussionen führen), doch "Europa Report" hat einen anderen Schwerpunkt.

Es geht viel eher um die Frage nach der Wissenschaft: So stellt sich die Crew in den Dienste dieser und will wie einst Magellan oder Vespucci unentdecktes Land betreten. Und dafür ist kein Preis zu hoch. Dennoch sind die Wissenschaftler, die alle fantastisch teils von durchaus bekannten Hollywood-Stars (wie Sharlto Copley aus "District 9", Michael Nyqvist aus "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" oder Embeth Davidtz, die demnächst in "Paranoia - Riskantes Spiel" zu sehen ist) gespielt werden, keine Maschinen: Todesangst, Hoffnung, Verzweiflung sowie Neugier, all dies spiegelt sich hervorragend in den teils sehr technischen Dialogen sowie den gezeigten Mimiken wieder. Und gerade dadurch wird der Film geerdet, die Geschichte fühlbar und der Kampf der Crew ein persönlicher Kampf. Was folgt ist gerade ein Finale, welches zwar mit einigen Elementen durchaus kritisiert werden könnte, aber dennoch unglaublich spannend wirkt. Es ist die Frage nach dem Warum, nach dem Horizont und des Weges. Und mehrmals ertappt sich der Zuschauer dabei selbst, wie er sich fragt, wie weit er gehen würde…

Letztlich bietet "Europa Report" zudem eine visuell fantastische Szenerie, die seinen Genre-Kollegen in nichts nachsteht. Sei dies das Raumschiff (inklusive kleiner technischen Gravitationsspiele), ein Spaziergang im All oder die karge Eiswüste Europas. Wer jetzt aber hofft, auf dieser gibt es Horror-Action in Form eines "Apollo 18", was der Trailer durchaus suggeriert, wird enttäuscht werden. Zwar gibt es hier ähnliche Momente, doch der Fokus bleibt ein anderer. Ein philosophischer, technischer und damit schließlich ein Sci-Fi-Experiment, welches in der Form dann doch noch nicht zu sehen war. Und gerade dies ist im Bereich des Found-Footage wohl die wahre Kunst.

Fazit

"Europa Report" ist ein mehr als gelungenes Sci-Fi-Experiment, welches nicht nur einen der besten Found-Footage-Filme der letzten Jahre beinhaltet, sondern zudem auch ein philosophisches wie wissenschaftliches Werk, das eine unglaubliche Spannungskurve präsentiert. Einzig ein zu zäher Einstieg sowie kleinere Klischees trüben die Reise ins All. Doch für Fans ist die Fahrt der Europa One definitiv Pflicht.

Autor: Thomas Repenning

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