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Inhalt

Nachdem er den Tod seines Vaters mitansehen mußte, gerät der junge Kale (Shia LaBeouf) außer Tritt und hat an nichts mehr Interesse. Nach einem Zwischenfall in der Schule erhält er schließlich Hausarrest und ein Alarmband, das es ihm lediglich erlaubt, sich knapp 100 Meter vom Haus zu entfernen. Seine geplagte Mutter (Carrie-Ann Moss) kann sich wegen Nachtarbeit nicht um ihn kümmern, also ist Kale bald gefangen in den eigenen vier Wänden. Aus bloßer Neugier fängt er an, seine Nachbarn auszuspionieren - und ist schon bald davon überzeugt, daß Mr.Turner (David Morse) von nebenan in Wirklichkeit ein Serienkiller ist. Gemeinsam mit dem neuen Nachbarsmädchen Ashley (Sarah Roemer) und seinem Freund Ronnie (Aaron Yoo) setzt Kale eine großangelegte Überwachung in Gang...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Eigentlich sollte es doch der feuchte Traum eines jeden Jugendlichen sein: Drei Monate Hausarrest, gerichtlich veranlasst – und das inmitten der Schulzeit! Während sich die Mitschüler also durch den trockenen Lehrstoff des allwöchentlichen Frontalunterrichts quälen, genießt man selber das Privileg, den Bimbam gepflegt baumeln zu lassen, Videospiele bis tief in die Nacht zu konsumieren, sich Energydrinks im großen Stil in den Hals zu kippen, das eigene Zimmer mit verstreuten Kleidungsstücken verwüsten und den ganzen Tag auf der Couch zu faulenzen. Dass dies aber nur die verklärten Wunschvorstellungen eines Heranwachsenden sind, veranschaulicht Disturbia in seinen wohl schwungvollsten Minuten recht amüsant. Nachdem der von einem Schicksalsschlag emotional ramponierte Kale Brech (Shia LaBeouf, Herz aus Stahl) seinem Spanischlehrer einen gepflegten Haken auf das Auge gedrückt hat, klickte im nächsten Moment auch schon die elektronische Fußfessel ins Schloss, die ihm einen Aktionsradius von 30 Metern außerhalb des Hauses gewährt.

Das wahre Problem aber ist nicht der komprimierte Handlungsraum, aus dem D.J. Caruso (Eagle Eye) mit Disturbia seine grundlegende Spannung zu destillieren versucht, sondern, wie so häufig aus der Sicht von hormonübersteuerten Teenagern, die eigene Mutter (gespielt von Carrie-Anne Moss, Matrix), die dem arbeitsscheuen Gebaren ihres lethargischen Sohnes entschieden entgegensteuert: Die X-Box- und iTunes-Abonnements wurden kurzerhand gekündigt und das Fernsehkabel bekam einen unverhofften Besuch von der Haushaltsschere. Was bleibt Kale da schon noch, wenn er sich seiner Unterhaltungsmedien nicht mehr bedienen kann? Natürlich: Die Nachbarschaft mit dem Fernglas ausspionieren! Anhand dieser Ausgangslage fühlen wir uns nicht gerade überraschend an einen der großen Klassiker der Filmgeschichte erinnert: Das Fenster zum Hof. Im Meisterwerk von Alfred Hitchcock war es der an den Roll gefesselte James Stewart, der aus Langeweile begann, seine Nachbarn mit dem Fernglas zu beobachten und dabei Zeuge von so mancher Schandtat wurde. 

Disturbia, dessen Verantwortliche bezüglich seiner offenkundigen Referenz in einen Urheberrechtsstreit verwickelt wurden, ist nun quasi das Remake von Das Fenster zum Hof, natürlich grundlegend modernisiert, den Sehgewohnheiten der Red-Bull-Generation angepasst und niemals in der Lage, dem großen Vorbild in irgendeiner Weise die Stirn zu bieten. Was zu Anfang noch wie eine recht entspannte Teenie-Romanze eingeläutet wird, in der sich der Hauptdarsteller in das frisch eingezogene Mädchen von gegenüber verliebt (Sarah Roemer, Hachiko), wandelt sich nach und nach zu einem von Paranoiagefühlen geschwängerten Thriller mit reißerischen Schockelementen. Im Zentrum steht, natürlich, mal wieder ein obskurer Nachbar (David Morse, The Green Mile), dessen Verhalten ohnehin schon so verdächtig ist, dass es einem Wunder gleichkommt, dass seiner Person zuvor noch niemand auf die Schliche gekommen ist. Aber Unwahrscheinlichkeiten wie diese sind Gang und Gäbe in Disturbia, der sich nicht nur mit dramaturgischen Problemen abmüht, sondern auch seine Genre-Bausteine niemals stimmig zu ordnen vermag.

Fazit

Das Anliegen mag löblich sein, die Umsetzung hingegen gleicht Konfektionsware: "Disturbia" möchte dem voyeuristischen Reiz, dem einst James Stewart in Das Fenster zum Hof verfallen ist, in ein modernes Gewand verpacken und einer jugendlichen Generation präsentieren. Das Ergebnis ist vor allem austauschbar und reichlich ineffektiv. Weder vermag "Disturbia" ausgefeilte Charakter-Profile zu entwickeln, noch ist der Film in der Lage, zwischen seinen Genre-Anleihen gekonnt zu wechseln.

Autor: Pascal Reis

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