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Scheu und naiv blickt Lucy in die Welt, von der sie kaum etwas weiß. Doch jetzt hat die Zwanzigjährige ein Ziel: Italien. Sie will in die Heimat des berühmten Federico Fellini...

Kritik

Taron Lexton, der bisher hauptsächlich durch Kurzfilme, Werbungen und Musikvideos für Aufsehen sorgen konnte, zählt wohl zu jener Gruppe an jungen Filmemachern, die sich aufgrund ihrer Liebe zum Medium zu ihrer Tätigkeit berufen fühlen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sein erster Spielfilm Die wunderbare Reise der Lucy in erster Linie als Hommage an den italienischen Visionär Federico Fellini (Achteinhalb) erdacht ist. Zweifelsohne hat der südafrikanische Regisseur auch einen Großteil dessen wegweisender Filmografie gesehen, dafür sprechen die unzähligen direkten Bezüge und mehr als offensichtlichen Verweise. Dass er den Maestro darüber hinaus wenig bis gar nicht verstanden hat, davon zeugt leider der komplette Film.

Die wunderbare Reise der Lucy beginnt mit naiver Coming-of-Age Generik. Ein weltfremdes, von ihrer Mutter stets behütetes Mädchen muss ihren Platz in der Welt finden und fällt aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit erstmal ordentlich auf die Schnauze. Trost findet sie in den Werken Federico Fellinis, allen voran Das Lied der Straße, dessen Hauptfigur Gelsomina sie an sich selbst erinnert. In Amerika stoßt sie dabei jedoch nur auf Unverständnis, schließlich verstehen Amerikaner nichts von Kunst – ganz im Gegenteil zu Italienern, denn erstmal dort angekommen gerät jeder beim bloßen Namen Fellinis in ehrfürchtiges Schwärmen. Ähnliche Allgemeinposten und Klischees durchziehen den kompletten Film, was Die wunderbare Reise der Lucy zu einem sehr oberflächlichen und plumpen Werk macht.

Die Bezüge zu Federico Fellini, allen voran grotesk entliehene Figuren, verkommen nach und nach immer mehr zu Karikatur. Ob Lucy sich diese Gestalten in ihrem Realitätsverlust nur ausdenkt oder diese innerhalb der filmischen Wirklichkeit doch real sind, bleibt offen. Mit simpelster Lichtdramaturgie und überzogener Soundkulisse weist Regisseur Lexton überdeutlich auf die Stimmung jeder Szene hin, erstickt den Zuschauer in aufgezwungenen Emotionen und behauptet immer wieder Befindlichkeiten, die der Film zu keinem Zeitpunkt zum Ausdruck bringt. Die wunderbare Reise der Lucy vereint die schlechtesten Momente aus Nicholas Sparks Verfilmungen und Die fabelhafte Welt der Amelie zu einem kitschigen Einheitsbrei.

Seltsam deplatziert wirkt auch der derbe Humor, dem der Regisseur gelegentlich Ausdruck verleiht. Taron Lexton fehlt es nicht an der richtigen Intention, sondern vor allem an einer formgerechten Umsetzung. In seinem weltfremden Opportunismus erstickt Die wunderbare Reise der Lucy jedoch an aufgesetzter Nostalgie, künstlicher Emotion und fehlgeleiteter Romantik. Nichts wirkt echt, alles seltsam erzwungen und in letzter Konsequenz dadurch auch furchtbar ärgerlich. Bei all dem Aufsehen, den der Film um das Oeuvre Fellinis macht, hätte man doch eine gewisse Portion an filmischen Verständnis von seinem Regisseur erwartet.  

Fazit

„Die wunderbare Reise der Lucy“ möchte eine Hommage an die fantastischen Filme Federico Fellinis sein, ist letztlich aber nicht mehr als eine ungewollt platte Karikatur. Das Spielfilmdebüt von Taron Lexton verbindet idyllischen Urlaubkitsch mit spröder Coming-of-Age Romantik und zaubert daraus eine mit Zuckerguss überzogene Nostalgiebombe, die wohl nur den naivsten Romantikern etwas bieten dürfte.

Autor: Dominic Hochholzer

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