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Deutschland, Dezember 1941 - die Welt steht mitten im Krieg. Die deutschen Städte sind unzähligen Luftangriffen feindlicher Geschwader ausgesetzt, immer klarer wird erkennbar: Wer die Überlegenheit in der Luft besitzt, wird den Krieg gewinnen. Die SS versucht mit allen Mitteln der Gewalt den populären Luftwaffengeneral Harras, der sich aus fliegerischer Besessenheit Hitlers Wehrmacht verschrieben hat, für ihre Ziele zu gewinnen. Harras erkennt, daß er an einem grausamen Krieg und Unmenschlichkeit mitschuldig ist...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Irgendwann kommt für General Harras (Curd Jürgens, Steiner – Das eiserne Kreuz II) der Moment des Erwachens. Ihm wird klar, dass sein Dienst für deutsche Luftwaffe einem Pakt mit dem Teufel gleichkommt. Obwohl Harras die faschistische Ideologie der SS zuwider ist, hat er sich einspannen lassen, hat sich den Ambitionen Adolf Hitlers unterworfen, hat geschwiegen und weggesehen – und damit den Kontrakt mit dem Bösen erfüllt. Dieser Moment, der einen Prozess der Selbstoffenbarung abschließt, wenn den General genau diese Erkenntnis wie ein Blitzschlag in das Gewissen fährt, gestaltet sich in seiner Unvermeidlichkeit auch heute noch als berührend. Berührend, weil Des Teufels General hier eine Selbstreflexion vermittelt, die nicht nur das historische Deutschland im Klammergriff der Nationalsozialisten schmerzlich vermissen ließ. Diese Selbstreflexion muss auch in der Gegenwart von Belang sein.

Helmut Käutner (Ludwig II. Glanz und Elend eines Königs), der hier das renommierte Bühnenstück von Carl Zuckmayer adaptiert hat, bestätigt mit Des Teufels General in erster Linie seinen Status als einer bedeutungsvollsten Regisseure des deutschen Nachkriegskinos. Käutner, der selber dem Theater entstammte, sollte über neun Monaten über dem Drehbuch brühten, bis er den Stoff von der Bühne adäquat für die Leinwand aufbereitete: Aussparungen waren für ein Stichwort. Charaktere mussten gestrichen und Handlungsstränge eingedampft werden, zu unterschiedlich funktionieren diese beiden Medien, zu deutlich hat sich der Zeitgeist verändert. Des Teufels General ist letztlich eine gekonnte Mischung aus theaterhafter und filmischer Identität: Er ist fokussiert auf seine Schauspieler, gibt sich gerne statisch in der Kameraführung, kann seine Akteure aber auch verfolgen, ihnen über die Schulter schauen, sie beobachten.

In seinen ergreifendsten Augenblicken wird Des Teufels General zur differenzierten Ich-Konzentration, die die Wandlung des General Harras mit intensiver Bedachtsamkeit begleitet und nachzeichnet. Harras, zu Anfang noch süffsant, selbstgefällig, mit Berliner Schnauze ausgestattet, transformiert sich im Laufe der Handlung zu einem Spiegelbild der inneren Verheerungen Deutschlands. Er verbindet die kollektive Blindheit mit einem aufkeimenden Schuldbewusstsein. Wenn ihm die Nazi-Schergen von einem neuen Europa, ach was, einer neuen Weltordnung berichten, dann bringt er ihnen die wahre Bedeutung des Wortes Vaterland näher: Das V steht für Volksgerichtshof, das D steht für Dachau. Für sein Vaterland zu kämpfen, das bedeutet Lügen aufrechtzuerhalten; das bedeutet dem Massenmorden einzuwilligen und sich selbst zum Täter zu machen. Wie Curd Jürgens diesen mehr und mehr entrüsteten General Harras verkörpert, ist durch die Pointierung seines Spiels wahrlich faszinierend.

Fazit

Der mehrfach ausgezeichnete "Des Teufels General" ist auch heute ein wichtiger Eintrag in die deutsche Filmlandschaft. Regisseur Helmut Käutner adaptiert das berühmte Bühnenstück von Carl Zuckmayer als eindringliche Ich-Konzentration eines Generals, der lernen muss, dass die Welt vor dem Untergang steht – und er durch sein Schweigen und Wegschauen Mitschuld daran trägt. Curd Jürgens brilliert in der Hauptrolle.

Autor: Pascal Reis

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