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Freitag, 26. September 1980. Auf dem Münchner Oktoberfest explodiert eine Bombe. 13 Menschen sterben, 211 werden verletzt. Unter den Toten ist der 21-jährige Gundolf Köhler. Die Behörden machen den Studenten als Bombenleger aus und kommen schnell zu dem Schluss, er habe allein und ohne politisches Motiv gehandelt. Doch ist die Lösung wirklich so einfach? Der Journalist Ulrich Chaussy (Benno Fürmann) recherchiert den angeblich gelösten Fall und stößt auf rechtsradikale Hintergründe und ungeklärte Todesfälle. Warum hat die Polizei Zeugenaussagen ignoriert? Warum gab Staatsschutzchef Dr. Hans Langemann (Heiner Lauterbach) geheime Informationen an die Presse weiter? Warum hat die Bundesanwaltschaft wichtige Beweismittel vernichten lassen? Ulrich Chaussy und der Opferanwalt Werner Dietrich (Jörg Hartmann) machen sich auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit, die uach heute noch vertuscht wird.
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Kritik

Am Freitag den 26. September 1980 explodierte auf dem Münchener Oktoberfest eine Bombe. Bei dem Attentat starben 13 Menschen, 211 wurden verletzt. Laut Polizeiermittlungen zeigt sich der ebenfalls beim Attentat verstorbene Gundolf Köhler als Alleintäter verantwortlich. Die Ermittlungen werden eingestellt. Der Reporter Ulrich Chaussy gibt sich jedoch nicht damit zufrieden und ermittelt auf eigene Faust weiter. Basierend auf dieser wahren Begebenheit, entstand unter der Regie von Daniel Harrich "Der blinde Fleck" (nicht zu verwechseln mit Tom Zenkers gleichnamigem Filmdrama von 2007). Gerade durch die NSU-Morde, auf die der Film gegen Ende Bezug nimmt, ist die Thematik aktueller denn je. Den Machern war die Möglichkeit gegeben, einen wichtigen Kommentar zu den Versäumnissen der Verantwortlichen zu liefern. Leider gibt eine wichtige Thematik aber nicht immer Stoff für einen guten Film her.

"Damals, 1980, waren die weitgehend gleichen Mechanismen des Wegschauens, des Ausblendens, des nicht wahrhaben Wollens bereits voll entwickelt, die wir jetzt im Fall NSU mit Erschrecken und Scham erkennen."

Durch das Mitwirken Ulrich Chaussys am Drehbuch, enwtickelt man die durchaus berechtigte Hoffnung, dass die Geschichte authentisch, glaubhaft und vorallem nachvollziehbar erzählt wird - dem ist leider nicht so. Ähnlich wie dieses Jahr schon in "Inside Wikileaks" ist das ganze sehr oberflächlich aufbereitet worden, im Unterschied zum Wikileaks Film aber oft auch zu unverständlich. Wichtige Persönlichkeiten, die gerade dem jungen Publikum unbekannt sein dürften (z.B. Franz Josef Strauß), werden nicht näher vorgestellt. Zudem erschließen sich die Handlung einzelner Akteure dem Zuschauer nicht bzw. sind sie unglaubwürdig. Die Charaktere werden eindimensional dargestellt, man erfährt zu wenig über ihre Motive und Beweggründe. So baut der Regisseur im Großteil des Films das Bild eines engagierten und vor allem überzeugten Ulrich Chaussy auf, dass dann aber durch eine kleine, harmlose Verfolgungsjagd komplett ins Bröckeln gerät. Seine schwangere Frau, die sich ohnehin die ganze Zeit schon über die Ermittlungen ihres Mannes beklagt und ihn schlussendlich sogar vor die Wahl stellt - Deine Ermittlungen oder ich - wirkt durch die Inszenierung eher nebensächlich.

Einen weiteren Vergleich zu "Inside Wikileaks" lässt die falsche bzw. schwache Inszenierung zu. Zwar sieht das ganze optisch nicht ansatzweise so gut aus wie in Bill Condons Film, doch ist auch "Der blinde Fleck" zu hektisch geraten. Das Drehbuch ist nicht auf einen Thriller ausgelegt, zu keinem Zeitpunkt kommt Spannung auf. Dennoch versucht Harrich das ganze mit Wackelkamera an den unnötigsten Stellen aufzupeppen. Er hat kein Auge für Details und verliert sich immer mehr in der "coolen Optik" des Films. Durch eine ruhigere, dramatischere Inszenierung, vielleicht sogar eher in Form einer Dokumentation, hätte der Film durchaus seine Qualitäten gehabt. So bleibt leider nur ein durchwachsener Film der auch auf technischer Ebene nicht überzeugt.

Wenn dann auch noch Benno Fürmanns schauspielerische Leistung hauptsächlich darin besteht, einen neuen Rekord im Augen aufreißen aufzustellen, ist schon fast alles gesagt. Den nachdenklichen, politisch engagierten und überzeugten Mann, der zwischen der Verantwortung gegenüber den Opfern und seiner Familie immer wieder hin und her gerissen ist, sehen wir hier nicht. Das ist aber nicht zuletzt dem schlechten Drehbuch geschuldet, dass auch dem Rest des Casts nicht viele Möglichkeiten einräumt. Heiner Lauterbach wirkt als "Bösewicht" viel zu eindimensional. Nicolette Krebitz bleibt als Chaussy's Frau vorallem durch ihre Dummheit und Naivität in Erinnerung. Die gleiche Frau, die sich gerade gegen Ende gegen die Ermittlungen ihres Mannes ausspricht, ermutigt ihn ganz lapidar seine Ermittlungen Jahre später wieder aufzunehmen, als sei nie etwas gewesen. Sie kann sich jedweder Antipathie des Zuschauers sicher sein - sogar eher noch als der eigentliche Antagonist Lauterbach.

Fazit

Nicht jeder interessante Stoff kann Grundlage für einen guten Film sein. Dafür braucht es gute Schreiberlinge, eine interessante Inszenierung und gute Darsteller, die das ganze zum Leben erwecken und dem Zuschauer näher bringen. All das hat "Der blinde Fleck" nicht. Langweiliger und spannungsarmer hätte man sich einer solchen Thematik - die es durchaus verdient erzählt zu werden - nicht nähern können.

Autor: Tobias Bangemann

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