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Als am 6. November 1943 Reichsführer Heinrich Himmler die Nachricht "Der Adler ist gelandet" erreicht, weiss er, dass sein Himmelfahrtskommando sicher auf englischem Boden gelandet ist: Sechzehn deutsche Fallschirmjäger mit dem Auftrag, den englischen Premierminister Winston Churchill zu entführen. Unter dem Kommando von Oberst Kurt Steiner schlagen sich die deutschen Soldaten in Richtung Norfolk durch, wo Churchill nichts ahnend ein ruhiges Wochenende in einem Landhaus verbringen wollte. Die Geheim-Operation ist fast zum Scheitern verurteilt, wäre da nicht Oberst Steiner...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Mit Filmen wie Gesprengte Ketten, Die glorreichen Sieben, Der alte Mann und das Meer oder auch Eisstation Zebra hat Regisseur John Sturges wahrlich regelrechte Meilensteine dem Abenteuer-Genre hinzugefügt. Stets ging es um eine scheinbar unmögliche Aufgabe, um Gerechtigkeit, den Kampf gegen einen unbesiegbaren Feind (auch sich selbst) und natürlich Freundschaft oder Kameradschaft. Im Falle von Der Adler ist gelandet (OT: The Eagle Has Landed) aus dem Jahre 1976 – der damit Sturges letzter Film wurde – sollten all diese Motive noch einmal heroisch zusammenfließen, um so die fiktive Geschichte von Autor Jack Higgins auf Leinwand zu bannen. Mit einem großartigen Cast (unter anderem Michael Caine, Donald Sutherland und Robert Duvall) sowie einem üppigen Budget, wurde dabei ein Himmelfahrtskommando lebendig, welches die bislang gezeigte Helden-Perspektive nach Deutschland verschiebt. Dies zusammen mit einer großen Portion Action, etwas Spionage sowie absolut schillernden Helden, erschuf ein Abenteuer Kriegsfilm, der schon damals angestaubt wirkte und noch heute mehr Genre-Trash als Highlight darstellt. Doch auch das gehört zur Wahrheit: Mit seinem ungewöhnlichen Blick bleibt er selbst heute noch absolut einmalig.

Im Kern ist dabei Der Adler ist gelandet ein durchaus spannender Thriller, der eine vielfache absolut verschiedene Heldentruppe auf eine Mission schickt, die aberwitziger und tollkühner kaum sein könnte: Die Entführung von Winston Churchill. Lose am gleichnamigen Roman orientiert, gibt es dabei zwar einen absolut klassischen Aufbau der Geschichte, durch seine kongenialen Zufälle aber auch einen steinigen Weg, der nicht nur Überraschungen parat hält, sondern auch immer wieder die Frage in den Raum wirft, ob die Mission nicht dennoch gelingen kann. Dies zusammen mit einer gehörigen Portion Humor – die zuweilen schon in Satire abdriftet, etwas Spionage, Thriller-Elementen, kleinen Kriegsdrama Anleihen sowie Action, gibt es in Der Adler ist gelandet an jeder Ecke etwas zu erleben und zu bestaunen (gerade durch die weiten und offenen sowie malerischen Kulissen). Jedoch gelingt es John Sturges nie alle seine Elemente in Einklang zu bringen. Was folgt ist jede Menge Leerlauf und ständige Brüche in der Erzählweise, die es auch heute noch dem Zuschauer schwer machen an der Geschichte dran zu bleiben. Zumindest durch die Glanzleistungen von Michael Caine als raubeinigen aber stolzen Oberst Kurt Steiner oder Donald Sutherland als spielfreudigen wie überdrehen Iren Liam Devlin, gibt es aber wirklich schöne Momente zu entdecken.

Und der Rest? Nun, Freunde von regelrechten edlen Kriegs-Trash (in klassischer Tradition der Italo-War-Actioner der 60er und 70er Jahre) kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Mission ist überdreht und irrwitzig, die Soldaten kernige Männer sowie edle Krieger (Frauen verkommen zu schmachtenden Liebesobjekten) und damit verbunden die „guten“ Nazis (die Bösen sind die SS, und die Nazi-Führung), die Feinde hilflose wie tollpatschige US-Soldaten (TV-Star Larry Hagman schießt als vorschneller Colonel Pitts dabei absolut den Vogel ab) und die Action kann mit Panzerfäusten, Explosionen und ausufernden Schießereien locken. Am Ende bleibt aber dennoch eine starke Ernüchterung: Abseits der eigentlichen Mission, gibt es in Der Adler ist gelandet wenig zu entdecken. Die Judenvernichtung wird nur kurz angeschnitten um den edlen Charakter von Oberst Kurt Steiner zu bekräftigen, die innere Nazi-Politik verkommt zum Scharade-Spiel und die vielen Charaktere werden durchweg verheizt oder bekommen wenig Spielraum, ihre eigentlichen Motive zu erläutern. Einzig Steiner und Devlin tragen somit letztlich den Film und daher Caine und Sutherland als schon damalige Superstars. Ohne die beiden wäre das Himmelfahrtskommando heute ein vergessener TV-Trash-Film, der kaum der Rede wert wäre. So aber bleibt John Sturges letzter Beitrag ein kerniger Satirefilm, der besonders dadurch eine gewisse Faszination verströmen kann. Mehr aber auch nicht.

Fazit

"Der Adler ist gelandet" war schon bei seinem damaligen Kinostart ein angestaubter Genre-Vertreter, der angesichts von folgenden Filmen wie "Die Brücke von Arnheim" oder auch "Steiner -Das Eiserne Kreuz" klar den Kürzeren zieht. Zwar ist seine erzählerische Perspektive absolut einmalig und funktioniert als Satire zusammen mit seinen großartigen Darstellern auch heute noch als schillerndes Abenteuer prächtig, doch der Rest wirkt altbacken, wenig kohärent und spannend. Eine tiefgreifende psychologische und nihilistische Gewaltspirale wie in "Das dreckige Dutzend" sucht hier der geneigte Fan vergebens. Schade

Autor: Thomas Repenning

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