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Inhalt

Nichts deutet darauf hin, daß das Leben des Englischlehrers Johnny Smith nicht auch weiter in ruhigen, normalen Bahnen verlaufen soll – bis es zu dem gräßlichen Unfall kommt. Als Johnny nach fünfjährigem Koma wieder erwacht, merkt er, daß er jetzt die übernatürlichen Gaben eines Hellsehers besitzt. Nur ihm ist es zu verdanken, daß Menschen gerettet werden, aber jede seiner Visionen zehrt an Johnnys Körper und nimmt ihm Jahre seines Lebens. Er wird zum Objekt einer sensationslüsternen Presse und zieht sich angewidert aus der Öffentlichkeit zurück. Doch noch steht ihm seine größte Herausforderung bevor: Johnny lernt Greg Stillson kennen, den Mann, der auf dem besten Weg ist, neuer Präsident der USA zu werden.
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Kritik

Die künstlerische Synergie, die Dead Zone in der plastischen Zusammenführung von David Cronenberg (Videodrome) und Stephen King (Es) findet, scheint – in der Nachbetrachtung - geradezu sinnfällig. Denn, wenn man so möchte, finden die beiden Kreativköpfe hier auf einem gemeinsamen Nenner zusammen, der weder die eine, noch die andere Seite zu Kompromissen zwingen sollte. Was das nun konkret bedeuten soll? Nun, der umfangreiche, gründlich beschriebene Roman Dead Zone bereitet Motive und Themen auf, für die sich eine Verfilmung von David Cronenberg als geradezu prädestiniert versteht. Und Stephen King darf sich bei dem kanadischen Filmemacher, dessen nächstes Werk auf den Namen Die Fliege hören sollte (der Rest ist Geschichte), sicher sein, dass dieser ein wahrer Meister darin ist, inhaltliche Reduktionen organisch auszuführen.

Natürlich, Dead Zone, der fünfte Roman von Stephen King, lässt sich nicht akkurat auf die Leinwand übertragen, beweist sich Stephen King doch als ein zu ausführlicher Literat, der den Nebensächlichkeiten, den Randnotizen ebenso viel Aufmerksamkeit spendiert wie dem eigentlichen Haupthandlungsstrang. Allerdings, und auch dafür ist Dead Zone ein gutes Beispiel, sollte ein Filmemacher immer noch in der Lage sein, die Vision der Vorlage zu wahren – und gerade Dead Zone erzählt eine Geschichte, die man unweigerlich in Verbindung mit dem Schriftsteller aus Maine bringen wird. Durch einen Verkehrsunfall, verbunden mit einem fünfjährigen Komaschlaf, erhält ein unscheinbarer Englischlehrer (Zerbrechlich: Christopher Walken, Die durch die Hölle gehen), die Fähigkeit, in die Vergangenheit von Menschen zu blicken oder deren Zukunft maßgeblich zu beeinflussen. Eine famose Ausgangssituation.

Schon die wunderbar stimmungsvolle Eröffnung von Dead Zone spielt mit der inhaltlichen Verschmelzung des Greifbaren und Unbegreiflichen; des Alltäglichen und Übersinnlichen, wenn sich flächendeckend in die idyllischen Landschaftsimpressionen in riesigen Lettern der Filmtitel stanzt und von den sich anbahnenden Veränderungen berichtet, deren Opfer vor allem Johnny Smith wird. Bereits zu Anfang mit stechenden Kopfschmerzen ausgestattet, gehört er zu den rücksichtsvollen Menschen, die einen Kuss im prasselnden Regen mit ihrer Liebsten bevorzugen, anstatt sich mit ihr direkt aufs Zimmer begeben – eine verhängnisvolle Entscheidung. David Cronenberg und Jeffrey Boam offenbaren hier eine ungemeine Begabung dahingehend, die stoffliche Eindampfung zu nutzen, um den narrativen Fokus zu intensivieren. Sicherlich mag Dead Zone zuweilen etwas oberflächlich erscheinen, er funktioniert aber dennoch als tieftrauriges Seelendrama.

Dead Zone erzählt viel darüber, wie es sich anfühlen muss, fremd in seinem eigenen Körper zu sein. Wie es sein muss, zu einem Fremden in der Welt zu werden. Durch die Fähigkeiten, den weiteren Lebensverlauf von Menschen zu durchschauen und somit auch einen Blick in ihre Abgründe, ihre Traumata, ihre Verstörungen zu richten, wird Johnny ein Segen angedichtet, den er für sich jedoch nur als Fluch begreift. Begreifen kann. Er findet irgendwann keine Zeit mehr, seine eigenen Wunden zu pflegen, wachsen die Probleme um ihn herum doch in immer extremeren Ausformungen voran – ja, irgendwann steht sogar der dritte Weltkrieg auf dem Spiel. Und doch bleibt sich David Cronenberg einem sorgsam gewählten Rahmen treu: Nämlich der Tragödie eines Mannes, der niemals auffallen wollte, über Nacht zur Sensation aufstieg und zu einem Dasein als Ausgestoßener gezwungen wurde.

Fazit

Wenn sich Christopher Walken mit Ichabod Crane vergleicht, kann man sich heute ein Schmunzeln nicht verkneifen (eben weil Walken in "Sleepy Hollow" den kopflosen Reiter verkörperte). Allerdings bringt er hier den Konflikt der Geschichte eines Mannes, der vergessen werden würde, wenn er nichts leistet, auf den Punkt. "Dead Zone" ist das tieftragische Psychogramm eines solchen Mannes, der nie auffallen wollte und vom Schicksal zur Sensation gezwungen wird. Sorgsam inszeniert, tadellos gespielt und bisweilen auf ehrliche Weise berührend.

Autor: Pascal Reis

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