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Nachts irgendwo in der irischen Provinz: Die Möbel eines abgelegenen Hauses geraten wie von Geisterhand in Bewegung und attackieren die Bewohner. Vor den Augen der 11-jährigen Neve spielt sich ein grauenhaftes Blutbad an. Ihre Eltern werden regelrecht abgeschlachtet und auch ihr jüngerer Bruder Ciaran kann den Angriffen nicht entkommen.

Wenig später trifft die Polizei am Ort des Geschehens ein. Schnell sind Verdächtige gefunden. Neves bizarren Schilderungen glaubt niemand. Sie kommt in die Obhut eines befreundeten Paares. Doch dort wird alles nur noch schlimmer. Dunkle Mächte verfolgen Neve, die nur darauf warten, erneut zuzuschlagen.

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Kritik

Dark Touch stößt wohl diejenigen, die hier einen reinen Horrorfilm erwarten, ziemlich brutal vor den Kopf. Denn Regisseurin Marina De Van (In My Skin)bedient sich zwar ausgiebig der Bildsprache des Horrorgenres, sie erzählt aber eine Geschichte, die viel mehr Drama als alles andere ist. Die Grenzen sind dort stellenweise fließend, und diesen Faktor macht sie sich zu Nutze.

Dabei herrschen besonders zu Beginn eindeutige Bilder. Es schüttet wie aus Eimern, es ist düster, wir betreten ein völlig einsam liegendes Haus mit knarrenden Türen und düsteren Winkeln. Gleich zu Beginn wird das Gore-Pulver zwar fast komplett verschossen, die blutrünstigen Möbel- und Einrichtungsgegenstände verlieren nach hinten raus an Faszination und Schlagkraft. Das mag auch am recht kleinen Budget liegen. Die wunderbare Leistung von Missy Keating (Tochter von Sänger Ronan Keating) überzeugt allerdings als gruseliges Kind.

Dies vor allem, da sich unter der Horrorfassade eben doch ein schlagkräftiges Drama verbindet. Dessen Auflösung wird zwar recht zeitnah mehr oder weniger mit dem Holzhammer präsentiert, entpuppt sich aber stellenweise trotzdem als emotional packend. Nun mag es fragwürdig erscheinen, das brisante Thema Kindesmissbrauch in einen Horrorfilm-Mantel zu packen und noch mit einer hier und da spürbaren Prise schwarzem Humor zu würzen. Doch es wird auch mehr als deutlich, dass das Mädchen am Ende nicht unterscheiden und nicht aussprechen kann, was ihm widerfährt. Die Grenze zwischen liebevoller Umarmung und brutalen Schlägen, gefolgt vom halbherzigen Gutenachtkuss ist für Neve nicht ersichtlich und es folgt der Rundumschlag.

Das mag bisweilen fragwürdig sein und stellt das Mädchen hier und da vielleicht zu unkontrolliert dar, unterstreicht aber eben auch die wirre Gefühlslage, in der sie sich befindet. Und die Ersatzeltern ihrerseits verfügen schlicht nicht über genügend Vorstellungskraft um zu erkennen, dass ihr gut gemeintes Verhalten von Neve gänzlich anders aufgefasst wird. Indirekt werden hier Erziehungsmethoden hinterfragt, die auf „reiss dich zusammen, dann wird es schon erträglich“ summierbar sind. Ein nobler Ansatz, dem der Horroranstrich über weite Teile gut zu Gesicht steht. Die unweigerliche Umkehr vom Opfer zum Täter sorgt dann am Ende aber doch dafür, dass einige Fragen offenbleiben, und die Inszenierung ist ab der Mitte zu ruhig, um dauerhaft fesseln zu können.

Fazit

Getarnt im Horrormantel verbirgt sich hinter Dark Touch ein Drama, welches über weite Teile überzeugt, an der Unausgeglichenheit dank der stellenweise heftigen Splatterszenen aber krankt. Statt subtiler Hinweise gibt es Schläge mit dem Holzhammer, hier wäre etwas mehr Fingerspitzengefühl wünschenswert gewesen. Die darstellerische Leistung von Missy Keating, die hier mit Leib und Seele dabei zu sein scheint, macht aber vieles wett und Dark Touch für Genrefans, die zwischen Drama und Horror gerne pendeln, sehenswert.

Autor: Sandra Scholz

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