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Lieutenant Fred O´Connor bekommt einen gesuchten Cop-Killer auf dem Silbertablett serviert: Er steht plötzlich vor seiner Tür und gesteht die Verbrechen. Das Problem: Die Wohnung ist sein geheimer Drogenumschlagplatz, denn O’Connor arbeitet in die eigene Tasche. Das weiß auch der vermeidliche Mörder. Der Beginn eines obskuren Katz-und-Maus-Spielchens.

Kritik

In den Straßen New Yorks lebt man als Außendienstmitarbeiter des Rauschgiftdezernats dieser Tage gefährlich, denn ein maskierter Irrer schwingt ohne Vorwarnung das Brotmesser. Schon einigen Cops wurden von ihm nicht gerade filigran die Kehle aufgesägt, was unter den ehrbaren Kollegen für berechtigte Unruhe sorgt. Eher mit den eigenen Problemen beschäftigt ist Lieutenant Frank O’Connor (Harvey Keitel, Taxi Driver), denn dieser bessert sein schmales Staatsdienergehalt mit Drogengeschäften auf. Zu diesem Zweck hat er unter falschem Namen ein Nobel-Appartement am Rande des Central Parks angemietet. Nur zweckdienlich möbliert, heimelig soll sich hier keiner fühlen. Eigentlich soll auch niemand Außenstehendes davon wissen, umso verwunderlicher ist es, dass der schräge Leo (John Lydon, besser bekannt als Sex Pistols-Frontmann Johnny Rotten) nun auf der Schwelle steht und O´Connor mit seiner gesamten Schmutzwäsche konfrontiert. 6 Monate hat er ihn gestalkt, weiß alles über ihn, offenbar aber ohne triftigen Grund. Ach ja, und laut eigener Aussage ist er der gesuchte Copkiller. Frank glaubt ihm zumindest das nicht, kettet den Spinner in der Badewanne an und muss nun überlegen, wie er weiter verfahren soll.

Von dieser spannenden Ausgangslage, der Mischung aus Beinah-Kammerspiel, So-zu-sagen-Home-Invasion und immer wieder die Fronten wechselndem Mindgames-Duell, lebt der Film von Roberto Faenza (Erklärt Pereira) in seinen besten Momenten erstklassig. Eine Art Poliziottesco (auch wenn er alles dafür tut amerikanisch zu wirken, es ist eine italienische Produktion), ein Hauch Serienkillerfilm und doch mehr perfider Psychothriller, da liegen auch eindeutig die Stärken von Copkiller. Der angedeutete Mainplot, die Jagd nach einem Polizistenmörder, verschwindet bald im Hintergrund. Alles um die Konfrontation der beiden Männer in der Wohnung ist ähnlich grob und gerade mal zweckdienlich wie die Brotmesser-Tötungsmethode des Killers. Was sich zwischen ihnen abspielt dafür umso intensiver. Das rätselhafte Motiv des Einen und die spontane Kurzschlusshandlung des Anderen ergeben eine Sackgassen-Situation, aus der sich ein unberechenbarer Rattenschwanz entwickelt. Von Harvey Keitel und Punk-Legende Johnny Rotten (bei seiner einzigen großen Filmrolle!) hervorragend gespielt, die Chemie untereinander ist großartig. Speziell Rotten verkörpert seine Figur auf den Punkt: Ein skrupelloser, berechnender Serienkiller; ein Wichtigtuer, Borderliner, Schizophrener, gestörter Egomane mit (oder ohne?) Plan oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Er lässt sich einfach nicht durchschauen, weder für seinen Gegenüber noch den Zuschauer.

Aus (angedeuteter) Erpressung wird zunächst eine Geiselnahme und kurz danach eine komplizierte Komplizenschaft. Aus einer Wohnung ein Verließ und danach Versteck. Eine unfreiwillige WG zweier Männer, die sich gegenseitig verraten könnten und doch nicht dürfen, dadurch fast eine krankhafte Beziehung zueinander entwickeln. Die unweigerlich zum Scheitern verurteilt ist. Copkiller schaukelt sich zu einem extrem boshaften, hinterhältigen Thriller-Bastard hoch, ist auf seinem Höhepunkt furchtbar konsequent und zynisch, allerdings rückblickend natürlich waghalsig konstruiert und praktisch nicht lebensfähig, wenn man seinen Plot auf Glaubwürdigkeit überprüfen möchte. Das bleibt eindeutig hängen, wie aber auch seine enorme Wirkung für den Moment. Der Film kann sicher nicht alles, dafür einiges auf sehr gehobenem Niveau. Auch dank der Hauptdarsteller, was nur bei Keitel selbstverständlich ist.

Fazit

Kein sonderlich geschmeidiger, dafür extrem fieser Psychothriller, den man nicht zwingend auf Logik prüfen sollte. Sich lieber an seinem interessanten Ansatz, seinen exzellenten Darstellern und der Lust am reinen Zerstören seiner Figuren erfreuen. Denn das macht „Copkiller“ mit voller Wucht und ohne Hemmungen. Räudig, aber fein.

Autor: Jacko Kunze

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