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Zwei Polizisten versuchen dem Drogengeschäft in Los Angeles einen Strich durch die Rechnung zu machen. Hierbei geraten sie zwischen die Fronten zweier Gangs: der "Crips", die blau tragen und die "Bloods" in rot. Bob Hodges, ein Polizist, der kurz vor seiner Pensionierung steht, will mit Diplomatie sein Ziel erreichen, sein neuer Kollege Danny McGavin steht hingegen für Gewalt.

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Kritik

Es wäre dann doch zu viel der Ehre, würde man Colors – Farben der Gewalt attestieren, in Sachen Bandengewalt Aufklärungsarbeit für die Allgemeinheit geliefert zu haben. Sicherlich aber hat Dennis Hopper (Easy Rider) mit seiner vierten Regiearbeit Teil daran gehabt, ein Bewusstsein für die Größendimensionen der Urban Gangs zu schaffen. Die 1980er Jahre waren ein entscheidendes Jahrzehnt für das Heranreifen von Gangs: Der Zuwachs, auf welcher Seite auch immer, schoss rapide in die Höhe. Fronten verhärteten, die Gesamtzahl gewalttätiger Vorfälle verdoppelten sich, Schießereien auf offener Straße wurden Gang und Gäbe. Vor allem die Bloods und die Crips, zwei der größten amerikanischen Gangs, sind dabei immer Thema und haben längst Einzug in die Popkultur erhalten. Faszination und Verachten stehen in einem korrelierenden Verhältnis zueinander.

Dennis Hopper ist jedoch weder an der Glorifizierung noch an der Dämonisierung von Straßengangs interessiert. Nicht, weil er keine Stellung beziehen möchte, sondern weil er sich in Colors – Farben der Gewalt um einen klaren Blick auf die Gegebenheiten in Los Angeles bemüht. Ausgehend von dem alternden Polizisten Officer Bob Hodges (Robert Duvall, Helden der Nacht) und seinem jungen Partner Officer Danny McGavin (Sean Penn, Dead Man Walking) werden wir in der Tradition des Police-Procedural-Film in den Alltag der Polizeiarbeit eingeführt und verfolgen den täglichen Kampf der Gesetzeshüter gegen die Vergehen der stetig wachsenden Banden. Oftmals erscheint es so, als würden die beiden Cops, gegensätzlich, aber doch mit Sympathien für einander ausgestattet, in ein Kriegsgebiet reisen, um sich mit verschiedenen Methoden der Verbrechensbekämpfung gegenseitig weiterzuentwickeln.

Hodges ist jener Typ Polizist, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Der zu viel gesehen hat, als dass ihn noch irgendetwas wirklich aus der Ruhe bringen kann. Seine Interaktion mit den Banden auf den Straßen von Los Angeles beruht auf einem diplomatischen Interesse: „Wenn ihr fair seid, bin ich auch fair.“ McGavin, ein narzisstischer Hitzkopf, dem es in erster Linie darum geht, die Haare und die Sonnenbrille im Rückspiegel zu überprüfen, beschreibt sich selbst als „letzter echter Macho“ und möchte nur über einen Kommunikationskanal mit den Mitgliedern der Gangs in Verbindung treten: Gewalt. Dass sich zwischen Hodges und McGavin alsbald eine Mentor-Schüler-Beziehung aufbaut, die auch den obligatorischen Knall mit sich bringt, der McGavin auf den Boden der Tatsachen zurückbringt, versteht sich von selbst und ist den Konventionen dieser filmischen Gruppierung ins Fundament eingemeißelt.

Sicherlich kommt es nicht von ungefähr, dass Colors – Farben der Gewalt seiner Zeit ein Film war, der für Aufsehen sorgte, ist es Dennis Hopper doch daran gelegen, ein authentisches Abbild der Welt der Urban Gangs anzufertigen. Tatsächlich gelingt es dem Temporär-Regisseur, einige differenzierte Momente zu erschaffen, die sich weder mit der Uniform noch mit den Taten beschäftigen, sondern in erster Linie den Menschen in der Krise veranschaulichen. Und Krisen wie Zwickmühlen gibt es hier auf allen Seiten: Die Polizei verfällt zusehends in Resignation ob der eigenen Hilflosigkeit. Die, vorwiegend jugendlichen, Menschen, die sich in den Schoß der Banden begeben, sind Opfer von sozialer Ungerechtigkeit und kanalisieren ihre Verzweiflung gegenüber der eigenen Perspektivlosigkeit in Gewalt. Zu lang geraten mag Colors – Farben der Gewalt sein, an der unbeschönigten Wahrheit allerdings ist er durchgehend interessiert.

Fazit

Ein Meilenstein des Polizeifilms mag "Colors – Farben der Gewalt" zwar nicht sein, als Kommentar zur Banden-Problematik allerdings verfehlt die Regiearbeit von Dennis Hopper ihr Ziel nicht. Einerseits zu lang geraten und mit gewissen Konventionen bestückt, geht es "Colors – Farben der Gewalt" doch durchgehend darum, ein authentisches Porträt der Urban Gangs anzufertigen und die unbeschönigten Wahrheit der Straßenwelt aufzuzeigen.

Autor: Pascal Reis

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