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Inhalt

Sie bewohnen ein elegantes Stadthaus, haben einen musikalisch begabten Sohn und scheinbar keine Probleme. Bis David nach einer Gastvorlesung eines Abends den Rückflug und so die von seiner Frau geplante Überraschungsparty zu seinem Geburtstag verpasst. Misstrauisch geworden, setzt die Gattin das Callgirl Chloe auf ihren Mann an, um dessen eheliche Treue zu testen - und verfÄllt dann selbst den Reizen der jungen Konkurrentin.
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Kritik

Während des gemeinsamen Besuchs eines Edellokals spielt das reiche Ehepaar Catherine (Julianne Moore) und David (Liam Neeson) auf den Vorschlag eines Freundes hin ein folgendes Spiel: Sie taxieren die anwesenden Frauen und raten, wer von ihnen eine Prostituierte ist. So eine gibt es nämlich immer an solch einem Ort, lässt Atom Egoyan sein Publikum wissen. Es wird nicht klar, ob der Regisseur die Zuschauer für so dumm hält, dass sie beim nächsten Ausgehen allen weiblichen Anwesenden mit zweideutigen Fragen hinterher starren oder ob er tatsächlich alle Frauen außerhalb der Oberschicht für potenziell käuflich hält. Vielleicht soll sein seichter Erotikthriller auch einfach Misogynie und Elitarismus zu ästhetisieren und so verführerisch machen, wie es Amanda Seyfridge als die Titelfigur zu sein versucht. Daher trifft Caterine am selben Abend prompt Call Girl Chloe, die weinend in der Restauranttoilette steht. 

Subtiler wäre es, wenn das Drehbuch ihr ein großes Schild in die Hand geben würde: Sprich mich an! Das tut Catherine, weil das Drehbuch es so will und weil sie als nicht mehr taufrische Frau und Akademikerin ein Nervenwrack und praktisch unzurechnungsfähig ist. Die junge Chloe ist das beides auch, weil sie so jung ist und eine Prostituierte. Der Hauptgrund für die abstrusen Aktionen, bei denen man den Protagonistinnen die nächsten 100 Minuten zusehen muss, scheint allerdings ein anderer: Sie sind Frauen. Die sind bei Egoyan hier alle frustriert, hysterisch, eifersüchtig, klammernd und schizophren. Kein Wunder, dass Ehemänner wie David lieber flüchtige Affären haben. Mit einer tickenden Zeitbombe macht man es sich eben nicht gemütlich. Apropos ticken: Die Handlung stellt klar, dass Julianne Moores Uhr abgelaufen und sie zu alt ist. Der acht Jahre ältere Liam Neeson wird hingegen als begehrenswert Erfolgsmann in den besten Jahren dargestellt. Ein solcher Mann verdient nach der Logik des Plots eine halb so alte Partnerin – eine wie Chloe.

Die beiden Frauen tun, was alle Frauen heimlich tun, wenn sie gemeinsam auf Toilette gehen: sie schmieden einen perfiden Plan gegen die Männerwelt. Chloes Tränen sind da schon vergessen. Als Prostituierte sieht die Inszenierung sie als gefühllos und immun gegen alles, was ihr an Stigmatisierung und Erniedrigung widerfährt. Bereitwillig lässt sie sich von Catherine anheuern, um Davids Treue auf die Probe zu stellen. Genau das würde jede Frau, die ihren Gatten verdächtigt fremdzugehen, machen: die nächstbeste heulende Unbekannte von einer öffentlichen Toilette auf ihn ansetzen. Damit die platte Schmonzette vielleicht einmal mit Zeilen wie „knisternde Erotik“ beworben werden darf, erzählt Chloe fortan Catherine alle Details ihrer Treffen mit David. Catherines vermeintliche Angst betrogen zu werden ist tatsächlich ein pathologischer sexueller Kontrollzwang. Indem sie durch Chloe Davids Sexobjekt kontrolliert, erlangt sie ihre Macht über ihn scheinbar zurück. Doch als destruktive Abgesandte einer antibürgerlichen Subkultur will Chloe die anständige amerikanische Mittelstandsfamilie zerstören.

Fazit

Kein Klischee ist der plumpen Altherrenfantasie zu abgenutzt, um sein menschenverachtendes Gesellschaftsbild zu propagieren. Chloe ist das US-Remake von Anne Fontaines Beziehungsfilm „Nathalie“. Doch die Story adaptierte Erin Cressida Wilson, Drehbuchautorin von „Secretary“. Das erklärt einiges.

Autor: Lida Bach

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