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Berlin Anfang der Dreißiger Jahre: Die Nazi-Diktatur kündigt sich an. Die US-Sängerin Sally Bowles ist der gefeierte Star des Kit-Kat-Klubs - ein Cabaret, wo man mit grell-aufreizenden Darbietungen für Stunden zu verdrängen sucht, was sich in Deutschland politisch zusammenbraut. Lebenshungrig und ungeniert sucht Sally ihren Weg nach oben. Sie träumt von der ganz großen Karriere und, als sie den Engländer Brian trifft, auch von der großen Liebe. Ihr Traum wird wahr - für kurze Zeit. Doch jedes Glück hat seinen Preis.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Berlin in den dreißiger Jahren. Die US-Sängerin Sally Bowles (leidenschaftlich: Liza Minnelli) träumt von einer Karriere als Schauspielerin und verfolgt diesen Traum opportunistisch. Ein Weg, der sich mit ihrer anbahnenden Liebe zu dem Engländer Brian nur schwer in Einklang bringen lässt. In einem sprachlichen Kauderwelsch versammelt Cabaret ein Ensemble, welches trotz seiner offensichtlichen Unterschiede zusammenfindet. Der Feind, ein sich anbahnender Nationalsozialismus, existiert lange nur als bedenkliches Brummeln im Hintergrund. Bob Fosse (Hinter dem Rampenlicht) inszeniert vordergründig ein Lustspiel und verankert es in einem historischen Kontext, welcher den klassischen Themen des Musicals ferner kaum sein könnte. Zwischen diesem Eskapismus steckt eine Liebeserklärung an das Obskure, ein Verständnis für alles und jeden, was abseits der Norm existiert. Und ein Appell. Und das, ohne sich in verkopften Diskursen zu verlieren.

Cabaret lebt von seinen Kontrasten. Zunächst gehört die Bühne der Euphorie. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung, die sich in schrillen Tanznummern und euphorischer Unterhaltung niederschlägt. Doch bald können auch die buntesten Kostüme, lautesten Stimmen und stärkste Schminke nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass die braune Macht Deutschland systematisch für sich beansprucht. Bob Fosse inszeniert diese Momente behutsam als dumpfen Gegenpunkt zur lustvollen Bühne. Oftmals sind es nur kleine Augenblicke in seiner rabiaten Schnittfolge, die den Perspektivwechsel deutlich machen. Sally und Brian leben gewissermaßen daran vorbei, doch dem System können sie sich nicht entziehen. Der fluchtartige Griff zum Alkohol und die Ausschweifungen der Nacht werden zu einer Form der Verdrängung, die zum Scheitern verurteilt ist. Nach und nach bröckelt die Fassade und was bisher nur angedeutet wurde, bahnt sich unweigerlich seinen Weg an die Oberfläche.

Cabaret versteht sich selbst als eine Form von Zeitkolorit. Eine mahnende Erinnerung an den schleichenden Aufstieg des Nationalsozialismus und ein historisches Porträt, welches abseits von großen Momenten und rühmlichen Jahreszahlen vor allem ein Gefühl transportiert. Ein Gefühl zwischen Bedrohung und Vergnügen, bei dem es wenig hilft die Augen zu verschließen. Man könnte Fosses Film als Stückwerk sehen, so hart bricht er mit den unterschiedlichsten Elementen. Dem entgegen steht jedoch eine Natürlichkeit, welche den kompletten Film durchzieht. So obskur und verschieden die einzelnen Versatzstücke auch anmuten mögen, auf gewisse Art und Weise gehören sie doch zusammen. Ganz so, als könnten sie getrennt voneinander nicht existieren. Cabaret ist ein bittersüßes Vergnügen, getrieben von Widersprüchen und beseelt von einer atemberaubenden Liza Minnelli.

Fazit

Bob Fosses Klassiker erweist sich als ein von Kontrasten getriebenes Porträt zweier Liebenden, die von äußeren und inneren Umständen auseinandergetrieben werden. Ein etwas anderer Blick in die Geschichte, deren bittere Vorzeichen wie ein Brodeln im Hintergrund über der Szenerie schweben.  

Autor: Dominic Hochholzer

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