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Kaum aus dem Knast entlassen, steht für Jake Blues (John Belushi) eine wichtige Aufgabe an. Er und sein Bruder Elwood (Dan Aykroyd) müssen erfahren, dass das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen waren, an das Kultusministerium verkauft werden soll. Es bleiben nur noch elf Tage Zeit, die Steuern zu zahlen. Im Auftrag des Herren unterwegs, kann nur noch eines helfen: Die alte Band zu reformieren und ein großes Konzert zu geben, bevor die Frist abläuft...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wenn man das Wort "Kult" definieren sollte, dann dürfte "Blues Brothers" die beste Erklärung dafür bieten. Die Komödie spielt so eklatant mit Erwartungen, dass einzig der Musikpart und dessen Motivation als Hauptstrang herhalten kann - der Rest ist eine Ansammlung von Absurditäten, Anspielungen und hirnrissigen Plotideen, damit ja nicht der Eindruck entstünde, dass man sich und den Film in irgendeiner Form ernst nehmen würde.

Dabei hat der Streifen einen durchaus liebenswerten Hauptstrang in der Geschichte, der in seiner religiös-sakralen Färbung Sinn macht. Ein Waisenhaus zu retten, in dem man selbst aufgewachsen war - es würde für proletarische Verhältnisse erstaunen, wenn man da nicht helfen wollte. Zwar lässt Jake ein gewisses Maß an Verbitterung durchblicken, aber spätestens eine göttliche Eingebung später ist der Zyniker geläutert. Das komplette Gegenteil ist sein Bruder Elwood, der in seiner Stoischkeit unerschütterlich scheint. Da erstaunt es um so mehr, wenn die beiden notorischen Kleingauner sich einer solch politisch korrekten Sache annehmen sollen, jedoch sind nostalgische Verklärung und positive Erinnerungswerte immer ein guter Grund, auch mal Gutes zu tun.

Das war es aber auch schon mit der Nachvollziehbarkeit, ansonsten garniert sich die Story mit etlichen Zutaten abseits aller Logik. Wenn nun die "Mystery Woman" ihre Szenen hat, die Polizei von Chicago die beiden auf dem Kieker hat und die "Good Ole Boys" um ihren Auftritt betrogen wurden (aber ausgerechnet dann die Location erreichen, als die Gig schon vorbei ist), wirkt das auffällig unlogisch. Jedoch sollte man den Film so annehmen, da dies durchaus beabsichtigt ist. Wer also ein begeisterter oder pedantischer Filmfehlersucher ist, wird wohl irgendwann entnervt aufgeben - so kann man es natürlich auch machen.

Gesondert darf man auch den Aufwand der Action betrachten, der in seiner überdrehten Manier richtig viel Laune macht. So wird beispielsweise ein komplettes Einkaufszentrum systematisch zerlegt - einfach nur aus Lust an der Zerstörung. Wer sich da nicht laut lachend auf die Schenkel klopft, wird noch sein blaues Wunder erleben, wenn er das alles in den Schatten stellende Finale bewundern darf. Schließlich arbeiten alle Storystückchen auf eben dieses Werk der Zerstörung hin.

Das einzige, was überhaupt nicht absurd anmutet, ist der Musikpart des Films, der zwar einen losen Zusammenhang zur Story darstellt, aber eher der Unterhaltung dient. Das heißt auch, dass man keine Leonard Bernstein-Dimensionen erwarten darf. Die Songs untermalen lediglich das Arbeiter- und Schwarzenambiente und sind in unterhaltsamer Weise auf Dan Aykroyds Mühen hin eingesetzt worden. So geben sich Genregrößen wie James Brown, Cab Calloway, Aretha Franklin oder Ray Charles ein Stelldichein, dürfen ihre Liedbeiträge - unterstützt von eingespielten und erfrischend bewegungsfreudigen Tänzerensembles - ausgiebig präsentieren.

Ihrer Figuren entsprechend agieren auch die Schauspieler unglaublich konsequent, nehmen ihre Parts ernst genug, um... naja... glaubwürdig zu wirken, haben aber auch sichtlichen Spaß an dieser abgedrehten Komödie. Egal, ob da nun John Belushi seine Paraderolle ausfüllt, Dan Aykroyd der stille Drahtzieher (auch hinter den Kulissen) ist oder sich etliche Sidekicks wie Carrie "Leia" Fisher, John Candy und Kultdarsteller Charles Napier tummeln oder Kathleen Freeman einen unvergesslichen "Pinguin"-Auftritt hat - jeder hat seine spaßigen und einprägsamen Momente. Selbst die Musiker machen hier eine gute Figur, wenn sie denn in die Story integriert wurden.

Fazit

"Blues Brothers" will nur eines, nämlich Spaß machen. Und mit einer heiligen MIssion, guter Musik bis zum Abwinken, absurden Spaßideen und völlig überdrehter Action macht der Film eben Spaß wie Himmel und Hölle zusammen. Wer sich davon überzeugen lassen will, warum Zerstörungen, Albernheiten und fehlerhafte Story ins Kino gehören, wird híer die passende Antwort finden. Es komprimiert sich reine Unterhaltung zu einem Klassiker, der sich und seine Story nicht ernst nimmt, und wer da keinen Spaß daran hat, gehört wirklich in den Keller gesperrt.

Autor: Sascha Wuttke

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