{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Verfügbar auf

Amazon prime

Inhalt

Ein kleines Mädchen verschwindet beim Versteckspiel im Wald – wenig später wird ihr kopfloser Körper am Ende einer verstörend arrangierten Spur aus Süßigkeiten entdeckt. Sie ist nur das jüngste Opfer in einer langen Reihe bestialischer Kindermorde, deren Grausamkeit die Polizei in Atem hält. Als höchst tatverdächtig gilt der sanfte und unauffällige Lehrer Dror. Doch als die ermittelnden Beamten ihm zum wiederholten Male nichts nachweisen können, greift der von dem Fall besessene Polizist Miki zu härteren Mitteln. In einem abgelegenen Gebäude beginnen er und der Vater des getöteten Mädchens den Verdächtigen nun auf ihre Weise zu verhören...

Kritik

Vor knapp drei Jahren feierten Aharon Keshales und Navot Papushado mit ihrem Horrorfilm "Rabies" ("Kalevet") ihr Spielfilmdebüt. Viel mehr noch: Sie drehten den ersten israelischen Horrorfilm aller Zeiten und ernteten damit weltweit Anerkennung und gute Kritiken. "Rabies" war originell, bot jede Menge schwarzen Humor und unvorhergesehene Wendungen. "Big Bad Wolves" nennt sich nun ihr neues Werk, das erneut als Genrefilm in Israel eine Seltenheit darstellt und somit alles andere als einfach zu realisieren war. Geklappt hat es letztendlich doch – und erneut scheinen die beiden Filmemacher weltweit den Nerv der Filmcommunity getroffen zu haben.

Größtenteils dreht sich "Big Bad Wolves" um seine drei Hauptdarsteller - seine drei bösen Wölfe - und die Frage, inwieweit tiefgreifender Schmerz Eigenhandeln rechtfertigt, also das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und all seine Überzeugungen über Bord zu werfen. Jeder der drei Charaktere (der Verdächtige, der Polizist und der Vater eines ermordeten Mädchens) ist vielschichtig gestaltet und somit auf seine Weise interessant: Der scheinbar toughe Polizist hat doch ein schwaches Inneres, der Verdächtigte hat eine sympathische Seite an sich und der trauernde Vater, der scheinbar alles unter Kontrolle hat, ist zugleich sehr blutrünstig und wahnsinnig. Interessant wird das Zusammenspiel unter ihnen und in welche Richtung sich die drei gemeinsam entwickeln, nachdem sie sich immer weiter in ihrem Tun hochsteigern.

So ernst das Thema rund um Folter, Mord und Kindesmissbrauchs im Film auch sein mag, "Big Bad Wolves" ist dennoch angereichert mit jeder Menge Humor. Humor ist dazu dienlich, eine stärkere Bindung zu den Charakteren zu entwickeln und den Zuschauer damit intensiver mitfühlen zu lassen, wie uns Regisseur Navot Papishado auf dem Fantasy Filmfest verriert. Mag sicher auf den ein oder anderen zutreffen, gänzlich unterstreichen lässt sich das in diesem Fall aber nicht, denn nicht selten wirkte der Humor doch ein wenig deplatziert und trübte das Filmvergnügen.

Die drei Charaktere gehen immer mehr über ihre Grenzen hinaus, "Big Bad Wolves" wird mit der Zeit zunehmend unangenehmer. Damit das Ganze nicht zum sinnlosen Torture-Porn à la "Saw" verkommt, ist zumindest hier der Humor ganz gut untergebracht. Auch setzt man glücklicherweise nicht auf übertriebene Gore-Effekte, auch wenn das Gezeigte alles andere als harmlos ausgefallen ist. Mit der Zeit verliert "Big Bad Wolves" jedoch ein wenig von seinem Reiz, denn schnell durchschaut man, in welche Richtung man zusteuert. Auch fehlt es zwischenzeitlich an dramaturgischen Highlights, die der Geschichte sicherlich ganz gut getan hätten.

Fazit

"Big Bad Wolves" mag zwar nicht der versprochene große Wurf der beiden israelischen Filmemacher sein, lohnt sich aber dennoch für Freunde schwarzhumoriger Thriller, die so manch moralische Frage aufwerfen.

Kritik: Sebastian Stumbek

Wird geladen...

×