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Inhalt

Ein halbes Jahr nach dem rätselhaften Verschwinden seines Vaters kehrt Gordon zurück in seine Heimatstadt. Hier soll er seinem jüngeren Bruder, dem Tunichtgut John, dabei helfen, den Nachlass des Verschollenen zu verwalten. Die entsprechende Hinterlassenschaft besteht hauptsächlich aus einer verstaubten Videothek, in der entgegen jeglicher technischer Weiterentwicklung, immer noch Tausende von uralten Videokassetten ihr Dasein fristen. Bald stoßen die Brüder im Büro ihres Vaters auf ein mysteriöses Brettspiel. Als sie die dazugehörige VHS in den Recorder schieben, erwartet sie auf dem Band die geheimnisvolle Evelyn, die erklärt, dass die beiden ihren Vater nur retten können, wenn sie sich auf die Suche nach Schlüsseln begeben, die das Tor in eine andere Welt öffnen. Gordon und John bleibt keine Wahl: Widerstrebend begeben sie sich auf eine Reise, die direkt in die Hölle führt.

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Kritik

Nostalgie ist ein cineastisches Zauberwort. Kaum eine Emotion kann den Zuschauer so schnell in die Welt des Films saugen und bewegen, wie der Appell an die eigene Kindheit und Jugend. Doch wenn ein Film sich auf dem Nostalgieprinzip fußt, heißt das nicht automatisch, dass er manipulativer Blödsinn ist. So setzen die Pixarfilme beispielsweise schon seit Ewigkeiten diese Emotion zu ihren Gunsten sein, behandeln sie aber tiefgründig und herzlich genug, dass das Prinzip aufgeht. Auch der Fan-Mysteriestreifen “Beyond the Gates” setzt voll und ganz auf Nostalgie: Und zwar die Mysterie-Nostalgie der 80er und 90er Jahre. Hier wird dem Zuschauer Plastikpop vom Feinsten um die Ohren gehauen, der Plot dreht sich um ein nostalgisches Video-Brettspiel (also ein Brettspiel zu dem man simultan noch ein Videoband laufen lässt) und die Sets strotzen nur so vor kleinen Verweisen an das Mysteriekino der 90er.

Und zunächst wirkt das in Beyond the Gates alles noch stimmig: Der Vorspann überzeugt mit einem fetzigen Popsong, der Plot um ein verwunschenes Brettspiel, was die Spieler in eine andere Dimension saugt, erinnert an Serien wie  "The Twilight Zone” oder “Gänsehaut”. Doch dabei bleibt es im Großen und Ganzen leider. Wäre Beyond the Gates eine circa 20 minütige Episode einer dieser Fernsehshows gewesen, wären die Ideen und der Plot für eine spaßige Zeit vermutlich ausreichend gewesen. Auf 84 Minuten gestreckt verliert sich Beyond the Gates aber vor allem in einem: Füller.

Dabei kann man nicht umhin zu betonen, dass Beyond the Gates im Kern ein sympathisches Werk ist. Den Machern um Regisseur Jackson Stewart ("Supernatural") liegt die Nostalgie ihres Sujets spürbar am Herzen, sie selbst scheinen Fans des Genres zu sein und sich mit dem wirklich winzigen Budget von 3 Millionen Dollar voll und ganz austoben zu wollen. Doch leider versagt der Film bei seine seiner Figurenzeichnung und seinem tonalen Handling. Bis die Charaktere einmal beginnen das eigentliche Brettspiel zu spielen, vergeht ein unheimlich anstrengender Zeitraum, der sich aus klischeebeladenen Figuren und öden, leeren Dialogen zusammensetzt. Die Schauspieler um Brea Grant ("Pitch Perfect 2"), Matt Mercer ("Contracted") und Jesse Merlin ("Jackass 3D") machen ihre Sache allesamt ordentlich, auch sie können aber nicht überspielen, dass es bei den Charakter- und Plotmomenten, die nicht das Spiel betreffen, nur darum geht die Laufzeit zu strecken.

Und so lebt der Film von seinen wenigen Momenten, in denen die Figuren mit den Konsequenzen des Brettspiels zurecht kommen müssen. Die Idee bleibt nach wie vor interessant und manche Momente bringen durchaus auch jede Menge Spaß mit sich, aber auch hier weiß Beyond the Gates nicht so recht mit seinen Tönen umzugehen. Mal spaßig (was hier und da gelingt), mal emotional (was niemals gelingt) und manchmal gruselig (was oftmals total nach hinten losgeht). Beim großen Finale versprüht der Film dann zwar ausnahmsweise wieder etwas trashigen Fancharme und schafft es gelungen seine nostalgische Seite zu nutzen, sonst verkommt diese aber ebenso wie die Narrative oder die Figuren zu zweckmäßigen und langatmigen Füllmaterial.

Fazit

"Beyond the Gates" fühlt sich an  wie eine auf Spielfilmlänge aufgeblasene Episode von "Twillight Zone", die durchaus ab und zu durch ihren trashigen Charme und die interessante Prämisse überzeugen kann. Doch leider zeichnet sich der Rest des Films durch unnötiges und unheimlich ödes Füllmaterial aus, das es weder schafft zu unterhalten noch die Laufzeit von 84 Minuten zu legitimisieren. Den Machern kann man hier nicht absprechen, dass sie Herzblut und Fandom in ihren Film stecken, am Ende hat "Beyond the Gates" aber zu wenig zu bieten, um als Film zu funktionieren, der über seine gute Idee hinausgeht.

Autor: Thomas Söcker

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