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Der Grenzpolizist José Fernandez soll den zur Abschiebung vorgesehenen Karzaoui in sein Heimatland eskortieren. Dumm nur, dass sie nicht nur das falsche Land als Ziel haben, sondern auch noch den falschen Kerl.
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Kritik

Monsieur Claude und seine Töchter war ein durchschlagender Erfolg. Die Komödie schaffte es Humor mit dem richtigen satirischen Gespür zu Mischen und so das Thema Rassismus auf charmante und nette Art zu behandeln. Nachdem Monsieur Claude und seine Töchter auch an den Kinokassen einschlug, ist es kein Wunder, dass Regisseur Philippe de Chauveron erneut das Vertrauen und das nötige Kleingeld erhielt, um sich einem weiteren brisanten Thema zu widmen – der Flüchtlingsproblematik.

Alles unter Kontrolle ignoriert die politische Dimension und zentriert die Geschichte, um die Abschiebung eines einzelnen Flüchtlings. Ein Mikrokosmus, der für den Rahmen einer Komödie sicher besser geeignet ist, allerdings dadurch nichts an seiner Ernsthaftigkeit verlieren sollte. Der Film umschifft dabei nicht die Zentren der Thematik, so machen die Protagonisten unter anderem Halt auf Lampedusa. Chauveron ignoriert allerdings sämtlichen Hintergrund und nutzt die Handlung nur als Rahmen für seine Komödie, ohne sich auch nur in Ansätzen mit einer ernsthaften Auseinandersetzung der Flüchtlingsproblematik zu beschäftigen.

Denn abseits der Thematik ist Alles unter Kontrolle eine Klamaukkomödie aller erster Güte. Hier wird vom Slapstick über Fäkalhumor bis zu dem derzeit viel zu präsenten Drogenhumor alles mitgenommen. Der Film ist dabei in jeder Sekunde überdreht. Nuanciertes Spiel gibt es nicht. Alles steht unter dem Motto "je lauter desto besser". Dass das sowohl der Geschichte als auch dem Humor nicht gutsteht, wird bereits nach fünfzehn Minuten klar, wenn Karzaoui (Medi Sadoun) ein Raumspray für einen Suizidversuch verwendet.

Die Handlung nimmt einen abenteuerlichen Verlauf, den man am besten zu keinem Zeitpunkt hinterfragen sollte. So trinken, in einer Szene, die beiden Polizisten José (Ary Abittan) und Guy (Cyril Lecomte) an einer Stelle zusammen mit Karzaoui Vodka, in den Karzaoui zuvor Drogen gemischt hat, um seine Flucht zu ermöglichen. Wie genau es zu dieser Situation kam – wieso die beiden Polizisten alle Vorsicht und Dienstpflicht ignorieren – das lässt sich bereits Minuten später kaum noch rekonstruieren. Denn die Geschehnisse sind im besten Fall abstrus, im schlechtesten Fall idiotisch.

Daher empfiehlt es sich einfach den Kopf ausschalten und keine Fragen zu stellen. Das hilft auch die Motive und Handlungen der Protagonisten nachzuvollziehen, auch diese sind schwer bis gar nicht nachvollziehbar. Besonders die Wandlung von José wirkt komplett unglaubwürdig und unvermittelt. All dies spricht für eine Vollkatastrophe – eine Fahrt an die Wand. Trotzdem kann man mit Alles unter Kontrolle Spaß haben. Wenn man nichts hinterfragt, das Hirn ausstellt und in gut gelaunter Runde das Ganze betrachtet, hat der Film ein paar Lacher zu bieten. Dann und nur dann ist er einen Blick wert.

Fazit

"Alles unter Kontrolle" ist eine auf Klamauk ausgelegte Komödie, die ihr ernstes Grundthema komplett ignoriert und eine übertriebene Szene an die nächste reiht. Das überdrehte Schauspiel und die schwachen Charaktere sorgen ebenfalls für wenig Freude. Trotzdem kann der Film ein paar Lacher verbuchen. Wer Nichts hinterfragt und sich einfach berieseln lassen will, der kann hier seinen Spaß haben.

Autor: Maximilian Kremer

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