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Inhalt

Ein paar Gitterstäbe und mehrere hundert Kilometer Wüste trennen das Liebespaar Bob und Ruth voneinander, nachdem beide vier Jahre zuvor nach einem Schusswechsel von der Polizei festgenommen wurden. Doch Bob will die Liebe seines Lebens und die Tochter, die er noch nie zu Gesicht bekam, um jeden Preis wiedersehen und plant einen wagemutigen Gefängnisausbruch, um Ruth wieder in seine Arme schließen zu können.

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Kritik

Jeder kennt die majestätische Anmut eines echten Werkes vom kontrovers diskutierten Terrence Malick; und wer einmal in diesen visuellen Genuss gekommen ist, wird dieses pulsierende Gefühl der überwältigenden Erhabenheit nicht mehr aus seiner Gedankenwelt lösen können. Es sind unikale, memorable Fotografien; Montagen, der formvollendeten Schönheit, eine Erlesenheit in künstlerischer Perfektion, ohne artifiziell oder mit verzerrtem Naturalismus aufzuwarten. Und nun stelle man sich einmal vor, man bekommt es mit einer ebenbürtigen, ganz und gar poetischen Malick-Ästhetik zu tun, nur erscheinen diese Aufnahme zu keiner Zeit wirklich greifbar, sondern widersetzen sich jedem emotionalen Zugang, jeder Wärme, jedem Hoffnungsschimmer. Dieses konterkarierte Profil findet sich in „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“, in dem die scheuen Sonnenstrahlen ihren Weg durch gewaltige Wolkenwände bahnen, aber nie bis zum eigenen Leibe vordringen – Vollkommen bewusst.

Man muss sich „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ aber keinesfalls als eine Art Gegenentwurf zum Œuvre Malicks vorstellen, denn auch wenn der gleichermaßen geliebt und gehasste Regisseur aus Illinois ungemein sensitive Kräfte entfaltet, so sind sie inhaltlich doch immer von einer feinfühligen Schwere gezeichnet, die die Leidenschaft zwischen zwei Menschen eben nicht nur als rosaroten Rausch feiert, seinen Charaktere – wenn man sie inzwischen überhaupt noch als solche bezeichnen kann – wird aber immer ein gewisser Rückhalt geboten, eine Chance, die Reise in das Innere auch glimpflich ausklingen zu lassen. „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ entzieht seinen Protagonisten diese verheißungsvolle Perspektive, er erlaubt es ihnen nicht, erwartungsvollen Aussichten zu verfolgen. Das zeichnet sich nicht nur an der erwähnten Wirkungen der wirklich brillanten Bilder ab, es lässt sich auch schon an der Einführung der Figuren erkennen, die einen Augenblick der Zuneigung gewährt bekommen, danach aber gänzlich in der Abgespanntheit, der Lebensmüdigkeit versinken.

Mit dem Motiv eines Gangster-Pärchen wird natürlich eine zentrale Konstellation aufgegriffen, wie sie älter und abgestandener wahrlich nicht sein könnte. Interessant ist an dieser Stelle vielmehr, wie David Lowery das Dreiergespann um Ruth (Rooney Mara), Bob (Casey Affleck) und Patrick (Ben Foster) einfängt und sie in eine elliptische Narration bindet, die sich weder um katalytische Impulse schert, noch seinen Figuren eine Vergangenheit oder Zukunft gönnt: Alles passiert im Hier und Jetzt, jedem fehlenden Versatzstück wird eine expliziter Riegel vorgeschoben. Sobald Ruth und Bob voneinander getrennt werden und Patrick immer erkennbarer einen Platz in Ruths Nähe einnimmt, findet sich eine Lage wieder, die nach melodramatischen Ausuferungen schreit: Der Mann, der für seine Frau ins Gefängnis wandert, die Frau, die ein Kind von diesem selbstlosen Mann erwartet und der Dritte im Bunde, der eine nicht minder entscheidende Rolle bei der Verhaftung gespielt hat, rückt in den Fokus.

„The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ jedoch hat keine Dramatisierungen und keine Theatralik nötig, einfach weil das Ende absehbar war, nur wie es auf die Charaktere einschlägt lässt etwas Raum für Überraschungen. Umso tragischer ist es an dieser Stelle, dass Daniel Harts für sich genommen stimmige Komposition viel zu penetrant auf das Geschehen gelegt wird und diese dann droht, den Film somit aus seiner motivischen Introspektion und impressionistischen Stagnation zu reißen. „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ wirkt dann, und da ist es egal, in welche Schublade man ihn stecken möchte, ob als elegischer Liebesfilm mit Gangster- oder Westernelementen, wenn er seine Charaktere in ihrer Trägheit zerfallen lässt. Eine Liebe kann in ihrer Koppelung an die kriminelle Energie nicht bestehen, sie dreht sich um sich selbst, aber nie um eine Gemeinsamkeit. Die Distanz bleibt bestehen und wird letztlich durch eine höhere Instanz vollständig gerichtet. Ein Film ohne doppelten Boden, weil, und das macht ihn erst bleiernd, von Beginn an alles verloren war.

Fazit

Hervorragend gespieltes und durchweg elegisch erzähltes Liebes-Drama, das sich in der poetischen Bildsprache eines Terrence Malick versucht, seinen spirituellen Koppelungen aber keinen doppelten Boden zugesteht, weil „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ von Anfang an deutlich macht, dass alles bereits verloren ist.

Autor: Pascal Reis

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