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Japan Anfang 19. Jahrhundert: Es herrscht Frieden und die einstigen gefürchteten Samurai, greifen nicht mehr zum Schwert, sondern verkaufen selbiges Lieber beim Pfandleiher, um sich Essen kaufen zu können. Allerdings steht erneut eine finstere Zeit bevor. Der Halbbruder des Shoguns, Fürst Naritsugu (Goro Inagaki), steht kurz davor die Nachfolge des Herrschers anzutreten. Doch anstatt auf Ehrgefühl zu achten sowie sein Volk mit Güte zu behandeln, ist dieser durchtrieben, finster und sadistisch. Weder vor Folter, Vergewaltigung, noch vor Mord schreckt der psychopatische Naritsugu zurück. Allerdings kann ihn der Shogun für seine Taten nicht bestrafen, die Familienehre verbietet ihm dies. Somit wird insgeheim Samurai Shinzaemon Shimada (Koji Yakusho) damit beauftragt, sich des Problems anzunehmen. Still und Leise soll die Angelegenheit aus der Welt geschafft werden. Doch um an der großen Leibwache vorbei an den Fürsten zu gelangen, benötigt Shimada die Unterstützung von weiteren hervorragenden Samurai. Zusammen mit zwölf Kriegern, macht er sich auf, Fürst Naritsugu in einem kleinen Dorf eine tödliche Falle zu stellen, aus der es kein entrinnen gibt…
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Regisseur Takashi Miike ist wohl einer der umtriebigsten sowie kontrovers diskutiertesten japanischen Regisseure der letzten Zeit. Mit über 50 Filmen seit 1991,hat Miike eine beachtliche Leistung vorzuweisen, die zum einen wunderbare Meisterwerke beinhaltet, doch vielfach auch blutrünstige Machwerke, ohne jeglichen Sinn und Verstand. Kein Wunder also, dass die Skepsis relativ hoch war, als Miike sein neuestes Projekt ankündigte: Ein Remake des Historienfilms "13 Assassins" von Regisseur Eiichi Kudo aus dem Jahre 1963. Nicht nur, dass das Genre des traditionellen japanischen Kostüm-Kinos ihre Blütezeit schon lange hinter sich hatte, auch war die Frage dahingehend groß, ob Miike einmal mehr ein völlig überzeichnetes Blut-Spektakel auf die Leinwand bringt, dass zwar einer Anime-Verfilmung würdig wäre, aber nichts mit Filmen wie Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" zu tun hätte. Doch das Ergebnis überraschte Kritiker wie Publikum gleichermaßen. Regisseur Miike ist es mit seinem Remake gelungen, das Genre des japanischen Historienfilms nicht nur gekonnt zurück in die Kinosäle (bei uns auf die TV-Bildschirme) zu bringen, sondern gleichzeitig auch eine Hommage sowie ein Abgesang des selbigen zu erschaffen. Einen schmalen Grad zwischen Kunst und Mainstream zu offenbaren und ebenso ein schonungsloses brutales wie tiefsinniges Abenteuer zu präsentieren. Eben einen Film, der sich keineswegs vor den Großen Namen wie Akira Kurosawa, Masaki Kobayashi oder Kenji Mizoguchi verstecken muss.

Da bereits Regisseur Eiichi Kudo mit seiner Version der "13 Assassins" einen Klassiker des Genres erschuf, muss sich Regisseur Takashi Miike hierbei in Sachen Story keineswegs groß Anstrengen und kann sich so eher auf seine eigenen Qualitäten konzentrieren. Dennoch schafft er es gekonnt, Fehler der 1963er Version auszumerzen und spätestens ab der Hälfte des Films seinen Weg zu gehen. So bleiben zwar viele Szenen eine 1:1 Kopie, doch Miike lässt nach und nach frische Ideen einfließen und schafft es so, keine billige Neuverfilmung zu erschaffen, sondern durchaus ein eigenständiges Werk, welches der Tradition eines klassischen Samurai-Film mehr als würdig ist. Das Tempo wird angezogen, die Charaktere (vor allem die 13 Samurai) ein wenig tiefer ausgebaut, der Humor bissig und die Linie etwas konsequenter durchgezogen. Regisseur Eiichi Kudo indes, holte damals viele Ideen aus Akira Kurosawas "Die sieben Samurai". Dort kämpfte ebenfalls ein bunt zusammengewürfelter Haufen Samurai gegen eine riesige Übermacht (7 gegen 40). Ebenfalls diente ein verschanztes Dorf als austragungsort für den Kampf wo auch die Atmosphäre realistisch angehaucht war. Eine klare Chance auf einen Sieg gab es nie und auch die Regeln des Bushido und der Samurai, wurden stets in Frage gestellt. So war die Welt der Kämpfer rau, von ärmlichen Verhältnissen geprägt sowie keinesfalls zu jeder Zeit Ehrbar. Auch Regisseur Miike greift diese Themen wieder auf und offenbart eine fantastische Welt, die den Zuschauer in das feudale Japan aus einer längst vergessenen Zeit entführt. Damit jedoch auch der moderne Zuschauer einen Zugang in das doch recht ungewöhnliche Genre findet, wechselt Miike gekonnt zwischen Mainstream und Art-House hin und her. Die Erzählart ist ruhig, die Landschaften fast hypnotisch und die Kostüme wie Details mehr als herausragend. Selbst Kleinigkeiten wie eine brennende Lunte an einem Luntenschlossgewehr (Miike setzt auch gekonnt Schießpulver ein) werden bedacht. Doch auch der Actiongehalt ist groß und spätestens im 35-minütigen Finale, kommt jeder voll auf seine Kosten.

Bis es jedoch soweit ist, braucht man als Zuschauer ein wenig Geduld. Wie schon in Eiichi Kudos "13 Assassins", wird auch im Remake viel Wert darauf gelegt, die Figuren gemächlich einzuführen und selbige wie in einem blutigen Schachspiel in Stellung zu bringen. Doch während Regisseur Kudo noch beide Seiten beleuchtete, setzt Miike seinen Fokus auf die 13 Samurai. Diese werden stets mit etwas Humor untermalt, dürfen durchaus Sympathien beim Zuschauer entwickeln und so deutlich Nachvollziehbarer wirken.  Doch auch dies reicht nicht für alle der 13 Krieger. Vor allem im Finale verliert man so stark den Überblick, was besonders den tragischen Tod eines der Helden zur Randnotiz werden lässt. Besser getroffen ist hierbei der Bösewicht der Geschichte. Grandios gespielt von TV-Star, Teenie-Idol und Boygroup Mitglied der Gruppe SMAP Goro Inagaki. Dieser hat sichtlich Spaß an seiner Rolle und mimt den psychopatischen Fürsten Naritsugu mit solch einer Genügsamkeit, dass dies einen glatt einen kalten Schauer den Rücken runter laufen lässt. Besonders die vielen Gräueltaten des Schlächters sorgen dafür, dass der Zuschauer ihm sichtlich den Tod wünscht. Gerade dies ist bittböser zynischer Humor à la Takashi Miike. Erwähnenswert ist zudem noch die Rolle des 13 Assassinen, den die Gruppe im Wald aufliest. Der Grobian mit passender Keule, ist eine direkte Anspielung auf Toshirô Mifunes Charakter in "Die sieben Samurai" und somit gleichzeitig eine Verbeugung vor den Leistungen des Meisters Kurosawa höchstpersönlich.

Doch wer jetzt schon denkt, dass Takashi Miike alle seine Karten ausgespielt hat, wird ab der zweiten Hälfte des Filmes eines besseren belehrt. Das fünfunddreißigminütige äußerst brutale sowie blutige Finale, ist geradezu beängstigend grandios gelungen. Eine Schlacht, welche man nicht so schnell vergisst. Insgesamt 13 voll ausgebildete Assassinen, gegen eine Übermacht von 200 stark bewaffneten Leibwächtern. Das kleine Dorf was für den Kampf präpariert wurde, verwandelt sich binnen Minuten in eine Todesfalle, aus der es kein entkommen gibt. So werden brennende Herdentiere durch die Stadt gejagt, Sprengstoff zerstört gleich ganze Straßenzüge, ein Pfeilhagel dezimiert spektakulär die Feinde und wenn die Schwerter zum Einsatz kommen, färbt sich der Boden Blutrot. Überhaupt geizt Miike mit der Verteilung der roten Flüssigkeit zu keiner Zeit. Der so präsentierte Action-Aspekt, wird schnell, hart, effektreich und vor allem brutal in Szene gesetzt. Nach und nach füllen sich die einzelnen Straßen mit den Körpern gefallener Krieger, was eine schon fast beängstigend apokalyptische Szenerie offenbart. Zwar ist hier deutlich ein Hang zur Übertreibung erkennbar, doch das gezeigte Massaker, unterstreicht nur die Sinnlosigkeit des Kampfes, der den Tod eines Mannes fordert, der durch politische Wirren nur so beseitigt werden kann.

So offenbart Regisseur Takashi Miike wie auch schon seine Vorgänger, durchaus eine subtile Gesellschaftskritik, die durch viele Gesten unterstrichen wird. Wenn die Kämpfer in Blut gebadet mit vollkommen irrem Blick nach dem nächsten Gegner haschen, dann hat dies nichts romantisches, nichts Ehrbares. Es ist schlicht und ergreifend sinnloser Wahnsinn, der ein System offenbart, in dem zwar Ehre gefordert wird, selbiges aber kaum vorhanden scheint. So schlagen sich die Samurai wie Marionetten mit Knüppeln und Steinen die Schädel ein, nur um schlussendlich die Erkenntnis zu erfahren, dass das Leben eines Samurai schwer wiegt, gar eine Last ist. Doch auch die herrschende Klasse, in Form von Fürst Naritsugu, wird Teil der Kritik. So bietet das Finale eine große Bildsprache, die man Takashi Miike wohl kaum zugemutet hätte. Miike beginnt daher mit einer Hommage, einer Wiederbelebung eines toten Genres und trägt es final sogleich erneut zu Grabe. Meisterlich und ungeschönt.

Fazit

Takashi Miike ist es gelungen, ein totes Genre neues Leben einzuhauchen, nur um ihn im Anschluss erneut den Gnadenschuss zu geben. Doch gerade diese Konsequenz ist es, die viel vom Charme des gelungenen Remakes aus dem Jahr 1963 ausmacht. Wie schon die großen Meister vor ihm, kann Miike eine fabelhafte Welt erschaffen, die ungeschönt die Zeit der Samurai offenbart. Mit reichlich Blut, viel Action und einer ungewöhnlichen Erzählweise, ist so "13 Assassins" ganz klar einer der besten Filme, die Miike jemals auf die Leinwand brachte.

Autor: Thomas Repenning

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