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Incorruptus

Kritik von Incorruptus

Gesehen: März, 2015

Als ich das erste Mal von der Serie "The Team" las, war mein Interesse sofort geweckt, da es sich um eine europäische internationale Produktion mit deutscher Beteiligung handelte und die Serie in fünf verschiedenen Sprachen gedreht worden war. Dass das ZDF die Serie in seiner Mediathek in Deutschland veröffentlichte lies mein Interesse jedoch wieder ein klein wenig schwinden. Die Assoziation mit anderen durchschnittlichen Serien wie z.B. Kommissarin Lund lies mich "The Team" gedanklich in eine eher uninteressante Ecke drängen. Als ich dann allerdings las, dass Lars Mikkelsen (bekannt aus Sherlock Staffel 3) und Veerle Baetens, die mir in "The Broken Circle" sehr sehr gut gefallen hatte, an Bord waren, war mein Interesse wieder erweckt und ich lies mich auf die Serie ein. Zur Handlung: In Antwerpen, Kopenhagen und Berlin wurden in kurzen Abständen drei Morde an Prostituierten begangen die alle nach dem gleichen Muster abliefen. Daraufhin gründet Interpol "The Team", eine Polizeieinheit die aus den Kommiassaren der betroffenen Städte zusammengesetzt ist und den Fall aufklären soll. Soweit klingt die Handlung nach einer x-beliebigen Krimiserie, vllt. mit ein bisschen "Jack The Ripper-Flaire" gewürzt. Die Handlung entwickelt sich allerdings, ohne hier viel vorweg nehmen zu wollen, in Richtung Bekämpfung organisierten Verbrechens und schließen neben weiteren Morden, Menschenhandel, Korruption auch die Schicksalschläge und Beziehungen im Umfeld der Kommissare mit ein. Eine Stärke der Serie ist, dass sie es schafft über lange Strecken Spannung zu erzeugen und durch gelungene Cliffhanger den Zuschauer dazu bewegt gleich die nächste Folge sehen zu wollen. Dies geschieht durch geschickt gelegte falsche Färten oder durch erneute Verbrechen, die die Spannung immer wieder hochhalten. Nebenbei lernen wir alle Hauptkomissare auch von Ihrer privaten Seite kennen, mit Ihren Problemen und Freuden, die von häuslicher Gewalt, über Seitensprünge bis hin zum frischen Vaterglück reichen. Dies verleiht den Charakteren mehr Tiefe, hinterlässt aber auch das Gefühl, dass die Serie vielleicht zu viel will und ein bisschen überladen wirkt. Da die gesamte Serie in fünf Sprachen gedreht wurde, empfehle ich die Serie unbedingt in der OmU zu sehen. Dabei sprechen die Kommissare zur internationalen Verständigung miteinander Englisch und dies lässt die gesamte Serie realistischer erscheinen und wirkt so in allen belangen glaubwürdiger. Weiterhin überrascht die Serie durch hochmoderne Technik, da wird schon mal eine Spezialbrille aufgezogen um eine getragene Wanze (oder etwas in der Art) zu entlarven- James Bond lässt grüßen. Aber auch die Konferenzgespräche zwischen den Kommissar-Teams der verschiedenen Städte erscheinen hochmodern, wenn ich das mal mit einem normalen Skype-Gespräch vergleiche. Man merkt der Produktion durchaus an, dass sie hochwertig und mit genug finanziellen Mitteln produziert wurde. So gefällt allein schon mal das Serienintro, dass ich persönlich für das Beste halte, das auf europäischem Boden geschaffen wurde und auch den Vergleich mit großen US-Produktionen nicht scheuen muss. Schauspielerisch liefern die Hauptkommissare, gespielt von Lars Mikkelsen und Veerle Baetens solide Leistungen ab. Mikkelsen merkt man die internationale Erfahrung an und er hebt die Produktion meiner Meinung nach auf ein Level, welches die Serie von anderen Produktionen unterscheidet. Die Rolle der dt. Kommissarin Jackie Mueller, gespielt von Jasmin Gerat (Kokowääh), hingegen schafft es nicht Sympathien zu erwecken. Ob es daran liegt, wie die Rolle der Kommissarin angelegt ist, oder ob es an der schauspielerischen Leistung liegt, kann ich leider nicht sagen, aber ein Hauptprotagonist, dem die Sympathie des Zuschauers abhanden geht, wirkt sich negativ auf das Gesamtgefüge der Serie aus. Genauso ist die Rolle der Iris Gabler, zwar relevant aber nervtötend. Diese Rolle hätte man eindeutig anders anlegen können. Fazit: Die Serie "The Team" ist durchaus spannend und schafft es dem Zuschauer kurzweilig zu unterhalten. Manches hätte man aussparen können, anderes ausbauen. Insgesamt ist "The Team" eine hochwertige Produktion und man kann hoffen, dass noch mehr solcher internationalen oder deutschen Co-Produktionen den Weg ins deutsche Fernsehen finden. Von mir gibt es 6,5 Punkte, da die Serie sehenswert und überdurchschnittlich gut ist, aber eben noch kein Meisterwerk.

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