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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
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Von Sissy Spacek bis Mike Flanagan: Warum "Carrie" nach 50 Jahren einfach nicht totzukriegen ist

OnealRedux

Von OnealRedux

Quelle: Amazon
Bildnachweis: © Amazon | Motiv von "Carrie"

Ein schüchternes Mädchen, eine fanatisch religiöse Mutter, grausame Mitschüler und eine Fähigkeit, die besser niemand provozieren sollte: Viel mehr braucht Carrie auf den ersten Blick nicht. Trotzdem beschäftigt Stephen Kings erster veröffentlichter Roman Hollywood seit einem halben Jahrhundert. Brian De Palma machte daraus einen Horror-Klassiker, später folgten Fortsetzung, Fernsehfilm, Remake und sogar ein Musical. Nun versucht sich Mike Flanagan an dem Stoff. Am 7. Oktober startet Carrie als achtteilige Serie bei Prime Video.
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Ausgerechnet Flanagan erscheint dafür wie eine ziemlich naheliegende Wahl. Mit Doctor Sleep und Gerald's Game hat er bereits bewiesen, dass er Stephen King durchaus versteht. Doch braucht es wirklich noch eine weitere Carrie? Vielleicht sogar mehr als bei vielen anderen King-Stoffen. Denn hinter Blut, Telekinese und Abschlussball steckt eine Geschichte, die sich erstaunlich gut an unterschiedliche Generationen anpassen lässt.
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1976: Sissy Spacek und ein Abschlussball für die Ewigkeit

Stephen Kings Roman erschien 1974 und war der Beginn einer Karriere, die den Horror nachhaltig verändern sollte. Bereits zwei Jahre später brachte Brian De Palma Carrie ins Kino.
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Sissy Spacek übernahm die Titelrolle, Piper Laurie spielte ihre religiös fanatische Mutter Margaret. Der Film konzentrierte Kings Geschichte auf knapp 100 Minuten und schuf dabei Bilder, die längst Teil der Popkultur geworden sind. Vor allem eine Szene überragt dabei  alles: Carrie steht auf der Bühne ihres Abschlussballs, kurz zuvor noch glücklich und endlich akzeptiert – dann ergießt sich ein Eimer Schweineblut über ihren Kopf.
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Was anschließend geschieht, gehört zu den bekanntesten Momenten des Horrorkinos. Doch De Palmas Film funktioniert nicht deshalb bis heute, weil Carrie Menschen mit ihren Gedanken durch die Gegend schleudern kann. Sein Horror entsteht lange vorher. In der Umkleidekabine. Zuhause bei ihrer Mutter. Auf den Fluren der Schule.

Carrie White ist zunächst kein Monster. Sie ist ein Opfer.

Und genau darin steckt der Teil der Geschichte, der auch 50 Jahre später noch funktioniert.
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Hollywood konnte Carrie nie wirklich loslassen

Dabei hätte es problemlos bei De Palmas Film bleiben können. Tat es aber nicht!
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1999 erschien mit The Rage: Carrie 2 sogar eine späte Kino-Fortsetzung. Die Geschichte drehte sich um Rachel Lang, eine weitere Jugendliche mit telekinetischen Fähigkeiten, und versuchte, den Stoff in die damalige Teenager-Horrorwelle einzupassen.
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Nur wenige Jahre später folgte bereits die nächste Neuinterpretation. 2002 entstand Carrie als Fernsehfilm mit Angela Bettis in der Hauptrolle. Die Produktion orientierte sich in einigen Punkten stärker an Kings Roman und war ursprünglich sogar als möglicher Auftakt für eine Serie gedacht.
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2013 ging Carrie dann erneut ins Kino: Chloë Grace Moretz spielte die Außenseiterin, Julianne Moore ihre Mutter. Kimberly Peirces Version modernisierte die Geschichte für eine Generation, in der Demütigungen nicht mehr an der Schultür endeten. Smartphones und soziale Medien machten Carries Mobbing plötzlich öffentlich und potenziell dauerhaft.
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Trotzdem blieb die Neuverfilmung in vielen entscheidenden Momenten sehr nah an De Palmas Klassiker. Und genau das ist das Problem jeder neuen Carrie-Adaption: Wie entkommt man einem Film, dessen Bilder längst ikonisch geworden sind?
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Mike Flanagan bekommt etwas, das die Kinofilme nie hatten: Acht Episoden

Die Antwort von Prime Video lautet zunächst einmal: Zeit.
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Mike Flanagan erzählt Carrie nicht erneut als zweistündigen Film, sondern als achtteilige Serie. Summer H. Howell übernimmt die Titelrolle, Samantha Sloyan spielt Margaret White. Außerdem gehören unter anderem Matthew Lillard, Amber Midthunder, Siena Agudong und Alison Thornton zur Besetzung.
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Gerade Sloyan ist eine interessante Wahl. Flanagan-Fans kennen sie bereits aus Midnight Mass und The Fall of the House of Usher. Matthew Lillard wiederum gehört nach Scream längst selbst zur Horrorhistorie und arbeitete zuletzt für Flanagans Stephen-King-Adaption The Life of Chuck.
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Vor allem aber eröffnet das Serienformat Möglichkeiten, die vorherige Adaptionen kaum hatten. Kings Roman besteht nicht einfach aus einer linearen Erzählung über Carrie White. Die Geschichte wird teilweise über Zeitungsartikel, Bücher, Zeugenaussagen und Untersuchungsberichte rekonstruiert. Von Anfang an wissen wir dadurch, dass etwas Schreckliches passiert ist.
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Die eigentliche Frage lautet nicht was, sondern wie es dazu kommen konnte. Genau diese Struktur könnte sich eine Serie viel stärker zunutze machen.
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Carrie war nie nur eine Geschichte über Telekinese

Noch wichtiger dürfte allerdings sein, was Flanagan mit Carrie White selbst macht. Denn die Geschichte lässt sich problemlos als Horrorfilm über ein Mädchen mit übernatürlichen Kräften verkaufen. Darunter liegen aber Themen, die kaum gealtert sind: Mobbing, soziale Isolation, religiöser Fanatismus, Missbrauch, Pubertät, Sexualität und die Sehnsucht danach, endlich irgendwo dazuzugehören.
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Nur die Welt um Carrie herum hat sich verändert: 1976 konnte eine Demütigung auf dem Schulhof zumindest theoretisch dort bleiben. 2026 besitzt praktisch jeder Mitschüler eine Kamera. Ein peinlicher Moment kann innerhalb weniger Minuten aufgenommen, geteilt, kommentiert und für immer konserviert werden.
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Schon die Verfilmung von 2013 spielte mit dieser Entwicklung. Eine achtteilige Serie hat aber erheblich mehr Raum, um Carries soziales Umfeld und die Mechanismen moderner Ausgrenzung zu erzählen. Wenn Flanagan den Stoff tatsächlich aktualisieren will, dürfte genau hier sein interessantester Ansatz liegen. Nicht beim Schweineblut. Sondern bei allem, was passieren muss, bevor der Eimer fällt.
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Und ausgerechnet Mike Flanagan kennt Stephen King ziemlich gut

Hinzu kommt, dass Flanagan inzwischen einer der Filmemacher ist, denen Stephen-King-Fans bei einer Adaption zumindest Aufmerksamkeit schenken dürften.

Mit Gerald's Game verwandelte er einen lange als schwer verfilmbar geltenden King-Roman in einen konzentrierten Psychothriller. Noch schwieriger war Doctor Sleep: Der Film musste gleichzeitig Kings Fortsetzung von The Shining adaptieren und mit Stanley Kubricks berühmter Verfilmung umgehen, die King selbst bekanntlich kritisch sah.
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Später folgte The Life of Chuck, während weitere King-Projekte Flanagans Verbindung zum Autor festigten. Seine Stärke liegt dabei weniger darin, möglichst spektakulären Horror zu produzieren. Flanagan interessiert sich häufig für Trauer, Schuld, Familie, Religion und beschädigte Menschen – also ziemlich genau für jene Dinge, die auch unter der Oberfläche von Carrie liegen.
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Vielleicht braucht es deshalb tatsächlich noch eine weitere Version. Nicht weil Brian De Palmas Film ersetzt werden müsste. Das dürfte ohnehin kaum möglich sein.
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Sondern weil Carrie White eine dieser Figuren ist, deren Geschichte sich mit ihrer Umgebung verändert. Schule sieht heute anders aus als 1976. Mobbing sieht anders aus. Öffentlichkeit sieht anders aus. Selbst religiöser Fundamentalismus wird heute anders wahrgenommen. Der Abschlussball bleibt. Das Schweineblut vermutlich auch. Aber der Weg dorthin kann 2026 ein völlig anderer sein.
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Ob Mike Flanagan genau diesen Weg findet, erfahren wir ab dem 7. Oktober. Dann startet Carrie bei Prime Video.

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