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Der Meister der Blutfontänen hat uns verlassen: Splatter-Regisseur Yoshihiro Nishimura ist tot

Stu

Von Stu

Bildnachweis: © Girls and Corpses | Szene aus "Geisha War"

Yoshihiro Nishimura ist im Alter von nur 59 Jahren verstorben, nachdem er an einer Leberzirrhose erkrankt war. Der japanische Regisseur gehörte zu den auffälligsten Figuren des modernen Genrekinos in seinem Heimatland und wurde vor allem für Filme bekannt, die bewusst mit extremen Bildern arbeiten und dadurch international Aufmerksamkeit erlangten.

Eine Filmvita voller Blutfontänen

Seine Laufbahn begann Nishimura nicht direkt als Regisseur, sondern im Bereich der Spezialeffekte und des Make-ups. In dieser Funktion arbeitete er an zahlreichen unabhängigen Produktionen und entwickelte früh einen sehr eigenen Zugang zum Filmemachen. Statt digitaler Perfektion setzte er auf handgemachte Effekte, die bewusst sichtbar und greifbar bleiben. Dadurch entstand ein Stil, der sich klar vom klassischen Mainstreamkino unterschied und ihn innerhalb der japanischen Filmszene schnell bekannt machte.

Nach eher unbeachteten Regiearbeiten gelang ihm mit Tokyo Gore Police (2008) der internationale Durchbruch. In Deutschland musste der Titel um über sieben Minuten gekürzt werden, um eine FSK18-Freigabe zu erhalten. Der Mix aus einer düsteren Zukunftsvision, teils absurden (Körper-) Modifikationen und handgemachten Blutfontänen, die gerne auch mal meterhoch spritzten, erfreute weltweit das Genre-Publikum. 

Auch spätere Filme wie Vampire Girl vs. Frankenstein Girl (2009) und Helldriver (2010) führten diesen Ansatz fort und machten ihn zu einem der prägnantesten Vertreter eines sehr eigenständigen, bewusst überzeichneten Filmstils. Weitere Filme, die er inszenierte, waren unter anderem noch Mutant Girls Squad (2010), Kodoku Meatball Machine (2017) sowie das Segment Z is for Zetsumetsu aus The ABCs of Death (2013). Seine letzte Regiearbeit, Geisha War, soll dieses Jahr erscheinen.

In den folgenden Jahren arbeitete Nishimura zunehmend auch im Hintergrund als Spezialist für Effekte und war an verschiedenen Projekten im japanischen Genre- und Independentfilm beteiligt. Sein Einfluss reicht weit über seine eigenen Regiearbeiten hinaus, da er eine ganze Generation von Filmemacher*innen prägte, die praktische Effekte und eine radikal visuelle Bildsprache schätzen. Mit seinem Tod verliert das Kino eine unverwechselbare Stimme, deren Werk vor allem durch seine Konsequenz und seinen klar erkennbaren Stil in Erinnerung bleiben wird.

Ruhe in Frieden.

© Girls and Corpses | Bild von Yoshihiro Nishimura

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