Ein fast vergessenes Kapitel der Filmgeschichte ist überraschend wieder aufgetaucht: Eine deutlich längere Fassung des Kultfilms Gremlins wurde erstmals öffentlich vorgeführt – und das mehr als vier Jahrzehnte nach ihrer Entstehung. Lange galt diese Version als verschollen oder sogar als nicht mehr existent. Nun steht fest: Der alternative Schnitt existiert tatsächlich – und er ist deutlich umfangreicher als die bekannte Kinofassung.
Ein Blick in die verborgene Vergangenheit eines Klassikers
Die Vorführung fand unter ungewöhnlichen Umständen statt. Eingeladene Gäste wussten im Vorfeld lediglich, dass sie „einen Film sehen würden, den noch niemand gesehen hat“. Hinter der geheimnisvollen Einladung steckten Branchenvertreter*innen und Filmschaffende aus dem Horrorgenre, die sich zu einem exklusiven Screening versammelten. Erst vor Ort wurde enthüllt, dass es sich um eine frühe Schnittfassung des Films handelt – ein sogenannter Assembly Cut, der noch vor der finalen Bearbeitung entstand.
Regisseur Joe Dante selbst war anwesend und bereitete das Publikum darauf vor, dass es sich um eine unfertige Version handelt. Bildfehler, fehlende Szenen und sichtbare Bearbeitungsspuren seien Teil dieses Materials. Ziel sei es nicht, die bekannte Fassung zu ersetzen, sondern einen seltenen Einblick in den Entstehungsprozess zu ermöglichen. Die ursprüngliche Version entstand bereits 1983 und bringt es auf eine Laufzeit von rund zweieinhalb Stunden – etwa eine Stunde länger als die veröffentlichte Kinoversion von 1984.
Neue Szenen, andere Struktur
Inhaltlich unterscheidet sich diese Fassung teils deutlich vom bekannten Film. So tritt die titelgebende Kreatur erst nach etwa einer Stunde erstmals auf. Danach nimmt ihre Präsenz allerdings erheblich mehr Raum ein, inklusive längerer und ausführlicherer Szenen. Auch Figurenentwicklungen wurden erweitert oder anders gestaltet. Einige bekannte Momente fehlen hingegen komplett, darunter eine zentrale Monologszene, die im finalen Film große Aufmerksamkeit erhielt.
Die Existenz dieser Version war lange nur Gegenstand von Spekulationen. Erst kürzlich bestätigte Dante, dass eine Kopie erhalten geblieben ist – ausgerechnet auf einer privaten VHS-Kassette. Diese wurde einem Fan-Archiv übergeben und aufwendig restauriert sowie digitalisiert. Das Ergebnis ist keine perfekte Fassung, sondern vielmehr ein filmhistorisches Dokument, das zeigt, wie stark sich ein Werk im Laufe der Produktion verändern kann. Für Fans und Filmschaffende bietet diese Entdeckung eine seltene Gelegenheit, einen Klassiker aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Wer weiß, Warner arbeitet an Gremlins 3 und im Windschatten von diesem wäre ein breiter Release des xxx gewiss kommerziell spannend.
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