Von OnealRedux am Mittwoch, 04 Februar 2026, 15:39 Uhr
Bildnachweis: © Disney Logo
Beim Mäusekonzern steht ein Führungswechsel an – und der könnte die strategische Ausrichtung von Disney nachhaltig verändern. Nach Jahren an der Spitze verabschiedet sich Bob Iger im März offiziell als CEO. Sein Nachfolger Josh D’Amaro hat nun erste Hinweise gegeben, wohin die Reise gehen soll. Ein zentrales Thema: künstliche Intelligenz.
Führungswechsel bei Disney im März
Am 18. März 2026 endet die Ära von Bob Iger endgültig. Der langjährige Disney-Chef hatte das Unternehmen zunächst 2020 verlassen, war nach der umstrittenen Amtszeit seines Nachfolgers Bob Chapek 2022 jedoch zurückgekehrt, um den Konzern zu stabilisieren.
Nun übernimmt Josh D’Amaro offiziell die Führung bei The Walt Disney Company. Bisher war D’Amaro vor allem für das Themenpark- und Erlebnisgeschäft verantwortlich, gilt intern aber als moderner Stratege mit starkem Technikfokus.
Disney: KI nicht als Bedrohung, sondern als Chance
In einem gemeinsamen TV-Auftritt machte Iger deutlich, warum ausgerechnet D’Amaro als Nachfolger ausgewählt wurde. Ein entscheidender Punkt sei dessen Haltung zu neuen Technologien – insbesondere zu künstlicher Intelligenz.
Während viele Kreativbranchen KI weiterhin skeptisch betrachten, sieht D’Amaro die Entwicklung offenbar als Möglichkeit, Prozesse und Inhalte neu zu denken. Laut Iger betrachte er Technologie nicht als Gefahr, sondern als Chance. In einer Branche, die zunehmend von Automatisierung, virtueller Produktion und datengetriebenen Workflows geprägt wird, sei genau diese Perspektive entscheidend.
Disney hat längst in KI investiert
Ganz neu ist das Thema für Disney nicht. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren bereits erste Schritte in Richtung KI unternommen. Dazu zählt unter anderem eine milliardenschwere Beteiligung an OpenAI. Zudem wurde eine Vereinbarung getroffen, die es erlaubt, zahlreiche bekannte Disney-Figuren für KI-gestützte Videogenerierung zu nutzen.
Diese Entscheidungen deuten darauf hin, dass Disney KI nicht nur im Hintergrund für Produktionsabläufe einsetzen will, sondern auch aktiv für neue kreative Formate.
Balance zwischen Tradition und Technologie
Für D’Amaro dürfte die Herausforderung darin bestehen, Innovation und Markenidentität miteinander zu verbinden. Disney lebt von Nostalgie, emotionalem Storytelling und ikonischen Figuren – zu viel Automatisierung könnte schnell auf Widerstand stoßen, gerade bei Kreativen und Fans.
Gleichzeitig wächst der Druck, effizienter und moderner zu produzieren, vor allem im Streaming- und Seriengeschäft. KI-Tools könnten hier langfristig Kosten senken und neue kreative Möglichkeiten eröffnen. Wie stark KI künftig tatsächlich in Produktionen, Parks oder Streamingangeboten Einzug hält, wird sich wohl schon in den kommenden Jahren zeigen.