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In einer Kleinstadt im Süden der USA gehört der Rassismus praktisch zum guten Ton; der KluKluksKlan so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Als eine weiße Frau von einem Schwarzen vergewaltigt wird und Bürgerrechtler eine Demonstration für das Wahlrecht schwarzer Menschen ankündigen, droht die Lage zu eskalieren. Sheriff Track Bascomb steht zwischen den Stühlen…

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Verflucht sind sie alle - die Adaption des 1967 veröffentlichten Romans The Klansman von William Bradford – ist ein ganz merkwürdiger Film geworden. Der in gewisser Weise enorm mitreißend sein kann, ein ungemein wichtiges Thema anspricht und zeitgleich es fast fahrlässig verramscht. Dabei aber immer kleckert und klotzt, anstatt ein wirklich siffig-schmieriger Genre-Reißer sein zu wollen. Aber in Wahrheit fast einer ist. Da fehlt nicht viel – eigentlich macht er sogar zu viel, weswegen man ihn als Sause eben nicht goutieren kann.

In einem Kaff in den Südstaaten ist die Welt noch in Ordnung. Das schwarze Bimbo-Volk kennt seinen Platz. Ganz unten in der gesellschaftlichen Nahrungskette oder eben oben auf dem Berg, wo der als wunderlich und obendrein auch noch liberal verschriene Kriegsveteran Breck (Richard Burton, Der Schrecken der Medusa) ihnen einen Zufluchtsort gewährt. Auch Dorf-Sheriff Track Bascomb (Lee Marvin, Point Blank) lässt mal Fünfe gerade sein, wenn eine schwarze Frau vor seinen Augen beinah vergewaltigt wird. Er konnte ja gerade noch rechtzeitig dazwischen hupen und die Unruhestifter nach Hause schicken bzw. netterweise direkt dort absetzen. Das passiert hier eben ab und an. Im Hornissennest darf man nicht unnötig herumstochern, nur gezielt die absolute Eskalation verhindern und das Gesetz mehr beugen als durchsetzen. Als dann mal aber eine weiße Frau von einem Farbigen geschändet wird, ist natürlich der Teufel los. Der ohnehin schon ganz öffentlich repräsentative KuKluksKlan meuchelt spontan drauflos, was wiederum Garth (O.J. Simpson, Die nackte Kanone) – einen Freund des Opfers – endgültig radikalisiert. Fortan macht er als Sniper Jagd auf die Mitglieder des Lynchmobs. Mittendrin Sheriff Bascomb, der einerseits den Burgfrieden irgendwie aufrechterhalten will, immer schon dem Klan durch Wegsehen somit zuarbeiten musste, andererseits dies aber längst schon moralisch nicht mehr vertreten kann und speziell zum standhaften Breck eine enge Freundschaft hegt, der nun noch mehr zur Zielscheibe wird.

Verflucht sind sie alle ist eine leider ziemlich ungelenke Mischung aus wahrscheinlich gar nicht mal so unrealistischem Rassismus-Krimi, aber in seiner bewusst plakativen Extreme viel zu exploitativ angehauchtem Reißer. Der Film prangert offensiv unfassbare Missstände an und macht den Zuschauer oftmals wütend, womit er auf emotionaler Ebene durchaus sein Ziel erreicht. Wie er sich das zu Nutze macht steht auf einem anderen Blatt. Teilweise voyeuristisch wird zwischem groben Genre-Kino und aufrüttelndem Gesellschaftsdrama hin und her gewechselt. Da fehlt es an der notwendigen Sensibilität oder eben dem im Umkehrschluss zwingend erforderlichen Augenzwinkern, damit man sich nicht so orientierungslos zwischen den Stühlen ausgesetzt fühlt wie die Rolle von Lee Marvin als Gesetzeshüter zwischen Klan und Gewissen. Diese Wankelmütigkeit erlaubt weder den Spaß an dem Räudigen, noch wird es dem mehr als angedeuteten Anspruch gerecht. Ohnehin ist es wohl ein Wunder, das der Film überhaupt fertig gestellt werden konnte. Terence Young (James Bond 007 – Feuerball) wurde kurzfristig engagiert und hatte das Script angeblich nur überflogen und Richard Burton war durchgehend so stralle, dass er kaum stehen konnte. Dahingehend ist das oftmals inkohärent anmutende Resultat in seiner durchaus vorhandenen Qualität schon bemerkenswert.

Fazit

Zwischen Baum und Borke: „Verflucht sind sie alle“ besitzt ein spannendes und relevantes Thema, macht daraus keinen Hehl und ist gerade in seiner extrem anprangernden Form eigentlich richtig, findet aber nicht die entsprechende Spur. Das ist packend, aber nicht seriös. Das ist kurzweilig, aber nicht amüsant. Das ist handwerklich gut gemacht, aber in seiner Komposition sichtlich zu orientierungslos. Berücksichtig man das Chaos hinter den Kulissen wohl nur eine logische Folge.

Kritik: Jacko Kunze

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