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In einer nahen Zukunft steht die Erde kurz davor, für die Menschen unbewohnbar zu werden. Mit Titan, dem größten Mond des Saturns, scheinen Forscher eine alternative Heimat für die Menschheit gefunden zu haben. Der ehemalige Air Force-Pilot Rick Janssen (Sam Worthington) wird für ein geheimes Gen-Projekt ausgewählt, das ihn zu einem Übermenschen transformieren soll, um die rauhen Bedingungen auf dem neuen Planeten überleben zu können. Doch bald zeigen sich gefährliche Nebenwirkungen, die ihn selbst, seine Frau Abigail (Taylor Schilling) und ihren Sohn in Gefahr bringen...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ein Blick auf das aktuelle Sci-Fi-Genre offenbart schnell: Wir befinden uns schon längst wieder in einem Jahrzehnt des düsteren Pessimismus, in dem Umwelt, Technologie, Überbevölkerung oder Wissenschaft der Menschheit ein jähes Ende bescheren (könnten). Kein Wunder also, dass Filme wie Blade Runner 2049, Planet der Affen: Survival, Ghost in the Shell, What Happened to Monday, Ready Player One oder Maze Runner die Kinos bestimmen. Ja sogar Star Wars gibt sich ein wenig dem Nihilismus hin und offenbart in Star Wars: Die letzten Jedi ein scheinbar unausweichliches Ende. Im Falle vom Regie-Debüt von Lennart Ruff, in Zusammenarbeit mit den Autoren Max Hurwitz und Arash Amel, ist daher ebenfalls die Stoßrichtung zu Beginn klar. Der Mensch ist am Rande seiner Existenz und die Erde steht am Abgrund. Doch dieses Mal bestimmen nicht Flucht und Weltraum die Szenerie, sondern Genetik und die Frage nach Evolution. Eine erfrischende Herangehensweise, die allerdings vor allem im Finale wenig aufgeht.

So fokussiert sich schließlich Titan - Evolve or Die zu sehr auf seinen wissenschaftlichen Exzess, ohne die eigentliche Frage nach dem Sinn oder dem Ziel in den Mittelpunkt zu stellen. Was bleibt ist recht behäbige Sci-Fi-Kost ohne klare Identität: Dies liegt vornehmlich an der Geschichte, die wenig Interesse daran hat tiefgreifende Fragen zu stellen und zuweilen eher gar einen aufgesetzten Horror seinen Charakteren vorschiebt. Dabei offenbart die anfängliche Prämisse, und zwar Lt. Rick Janssen mit Injektionen, Genverbesserungen und Operationen zur nächsten Stufe der Evolution zu verhelfen, jede Menge Spannung und Dramatik (wenn auch sehr beliebig). Wie wird beispielsweise ein Leben auf dem Titan möglich sein? Wie genau sieht die Mission aus und was werden die „Soldaten“ dort als Aufgabe haben? Wie funktioniert der biologische Prozess der Veränderung? Und viel eher noch: Wie wirkt sich die neue menschliche Art auf unser Verständnis von Ethik, Moral, Religiosität und Sein aus, denn schließlich geht es um das Überleben der Menschheit? Zumindest am Moral- und Ethik-Aspekt hat Titan - Evolve or Die ein großes Interesse und verbindet dies zuweilen auch gekonnt mit der Familie von Janssen. Jedoch bleiben viele Fragen unbeantwortet oder werden gar nicht erst gestellt, während die vorgefertigte Moral wie mit dem Holzhammer immer wieder auf den Zuschauer eingeprügelt wird.

Dies lässt sich schon an der recht eindimensionalen Figur des Prof. Martin Collingwood (engagiert von Tom Wilkinson gespielt; Michael Clayton) festmachen: Geheimnisse, Überwachung und der Versuch Gott zu spielen drängen sich in den Vordergrund, während der eigentliche emotionale Prozess von Lt. Rick Janssen (sehr einseitig von Sam Worthington gespielt; Avatar) in den Hintergrund gerät. Dies wirkt sich auch massiv auf den Erzählfluss aus, der nur selten einheitlich und durchgehend spannend wirkt. So kommen schlussendlich weder Sci-Fi-Fans noch Actionfans bei Titan - Evolve or Die auf ihre Kosten. Die Frage nach der Umweltzerstörung bleibt ebenso unbeantwortet wie die Versprechen von Evolution und Ethik. Und wenn am Ende der Film von Lennart Ruff seine Lösung präsentiert, bleibt der Zuschauer regelrecht fragend zurück. Weder Logik noch Charaktere ergeben schließlich einen allumfassenden Sinn, sodass alles im leeren Raum von lockerer Militär-, Wissenschafts- und allgemeiner Menschheitskritik zurückbleibt. Zumindest das aufbegehrende und einfühlsame Spiel von Taylor Schilling (Orange Is the New Black) als Dr. Abi Janssen ist ein Lichtblick in den Wirren der Geschichte, jedoch auch zu wenig, um ein spannendes Abenteuer zu bieten. Schade.

Fazit

„Titan - Evolve or Die“ möchte gerne ein Sci-Fi-Beitrag sein, der sich brisanten Fragen rund um Evolution, Wissenschaft und dem eigentlichen Sein der Menschheit widmet. Doch in den scheinbar tragischen Motiven verbergen sich einzig flache Charaktere, eine sehr behäbige Geschichte und eine aufgesetzte Moralpredigt, die wenig Spannung, Action oder Raffinesse besitzt. Für Sci-Fi-Fans könnte der Blick durch das Teleskop auf den Titan daher die durchaus spannendere Alternative sein.

Autor: Thomas Repenning

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