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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

China zur Zeit der Ming-Dynastie: Als ein mysteriöser Krieger (Song Yang) in die verschlafene  Küstenstadt Shuangye reist, sorgt dies für einiges an Aufsehen. Denn als sich der Kämpfer gegen die vier großen Schulen der Stadt stellt (unter anderem Ma Jun), um selber eine Kampfschule eröffnen zu können, kommt es zum Eklat: Einzig chinesische Schwerter dürfen für den Kampf eingesetzt werden und das exotische Schwert des Unbekannten scheint japanischen Ursprungs zu sein. Als schließlich die Alt-Meister die Stadtwache damit beauftragen den vermeintlichen Spion festzunehmen, erweist sich dies jedoch als schwieriger als Gedacht. Mit bereits einem schnellen Hieb streckt er jeden Gegner nieder, der sich ihm nähert. Was folgt ist ein Geduldspiel, bei dem nur einer als Sieger hervorgeht. Allerdings hat der Fremde ein ganz anderes Ziel und so kommt es unweigerlich zum Duell der Traditionen…

Kritik

Wer an Martial-Arts denkt, wird unweigerlich an die vielen hochkarätig besetzten Action-Filme mit Bruce Lee, Donnie Yen, Jackie Chan oder Jet Li denken, in denen Stunts, schnelle Choreografien sowie gewagte Prügellein im Vordergrund standen. Dabei hat das Genre durchaus mehr zu bieten, wie seine weitreichende Tradition im Bereich des Kinos zeigt. Von ruhigen eindringlichen Dramen ("The One Armed Swordsmen", "Die Rache der Gelben Tiger"), über philosophisch angehauchte Kunstfilme ("Ashes of Time", "A Touch of Zen") bis hin zu durchdringende Geschichtsepen ("Tiger and Dragon"), bietet  Martial-Arts eine Bandbreite, die immer wieder zum Staunen einlädt. Und so zählt auch das Regie-Debüt von Drehbuchautor Xu Haofeng (Der das Skript zum kommenden Ip-Man-Biopic "The Grandmaster" schrieb) eher zu den ungewöhnlichen Beiträgen des Genres, die im Kern eine andere Erzählart besitzen. "The Sword Identity" (OT:  "Wo kou de zong ji") ist somit kein actionreiches Feuerwerk geworden, sondern eher ein ruhiges Drama, mit gar schon theaterartigen Zügen, welches hypnotisch, fesselnd sowie eigensinnig die Geschichte des Stolzes einiger weniger Krieger erzählt. Hier geht es um Traditionen, Ehre, Intrigen sowie einen historischen Prozess, der eine Wende in der chinesischen Vergangenheit darstellte. Und trotz einiger Längen, liegt Regisseur Xu Haofeng mit seinem ungewöhnlichen Stil hierbei goldrichtig.

Ein großer Schwachpunkt ist indes, dass "The Sword Identity" (wie auch unzählige andere Historienepen aus China) einiges an Vorwissen erfordert, sodass sich das große Ganze erkennen lässt. Denn der chinesisch-japanischen Konflikt zur Zeit der Ming-Dynastie ist bezeichnend für den Film und streut immer wieder kleinere Details im Hintergrund, die sonst unerkannt bleiben. Warum beispielsweise so eine große Angst vor japanischen Intriganten (oder Piraten) herrscht oder was es mit General Qi auf sich hat (der einst die japanische Invasion in die Flucht schlug) bleibt die meiste Zeit unklar. Trotz dieses Mankos, bleibt jedoch die Story von Xu Haofengs Werk stets komplex, interessant und wendungsreich (vor allem durch die Unvorhersehbarkeit), sodass durchgehende Spannung garantiert ist. Zwar hätte es an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Tatendrang erfordert, sodass Längen ausbleiben, doch besonders durch die hervorragende Kameraarbeit (die stets ungewöhnliche Blickwinkel offenbart) werden gar hypnotische Bilder präsentiert, die stets fesseln. Einige kleinere Scharmützel sowie etwas passender Humor ergänzen sich schließlich zu einem stilvollen Gesamtbild, welches eine gelungene Bildsprache beinhaltet. Am ehesten lässt sich dies mit einem alten chinesischen Theaterstück vergleichen, das auf begrenzte spartanische Kulissen setzt. Denn jede Einstellung wird bis zum äußersten ausgereizt und ist auch in Sachen Optik zumeist passend inszeniert. Durchweg mit grauen hohen Wänden ummantelt, entsteht so eine Stimmung, die einer düsteren Theatertragödie mehr als würdig ist.

Im Bereich der Action ist unterdessen "The Sword Identity" eher ruhig und beschaulich. Die vielen Kämpfe sind eine Nebensache, die vielmehr den Tatendrang der Figuren unterstreichen soll. Wenn es hier zum Kampf kommt, dann ist selbiger zumeist nach einigen Hieben bereits vorbei. Schnell, überraschend sowie recht einfallsreich, geht es hierbei um Timing, Perfektion, Technik sowie Erfahrung, was ebenfalls stets zwischen den Meistern thematisiert wird. Überhaupt sind es gerade die Charaktere, die am meisten zu begeistern wissen. Sei es durch ihr Auftreten (die darstellerischen Leistungen sind durchweg hervorragend), durch die vielen philosophischen Dialoge oder ihre Zielstrebigkeit. Doch nach unzähligen erfolglosen Duellen kommt bei vielen die nüchterne Erkenntnis, dass der Weg des Kriegers ihre Probleme die sie haben nicht lösen kann. Wie die graue Welt von Shuangye, erweist sich daher auch das Leben eines Kämpfers als einsam und trist. Eine gut getroffene Botschaft, die  "The Sword Identity" vom Rest des Genres angenehm abhebt.

Fazit

"The Sword Identity" ist ein eindringliches Martial-Arts-Drama geworden, welches besonders durch seinen gekonnten philosophischen Unterbau überzeugt. Die graue triste ungewöhnliche Optik, der eigenwillige Humor sowie die hervorragenden Charaktere, sorgen schließlich dafür, dass sich ein Blick mehr als lohnt. Einzig das etwas gemächliche Tempo an einigen Stellen sowie das nötige Vorwissen bezüglich der Geschichte trüben den Spaß. Wer jedoch einen ungewöhnlichen Beitrag im Genre des Martial-Arts sucht, wird hier mehr als fündig.

Kritik: Thomas Repenning

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