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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die herrschaftliche Grayson-Villa bewohnt Boyd (Chris Colfer aus GLEE) mit seiner fiesen Mutter (Alice Krige), die alle Mittel in Bewegung setzt, ihn zum Zeugen von Nachwuchs zu zwingen. Schließlich gilt es, die Familiendynastie weiterzuführen. Doch der junge Mann pfeift auf Traditionen und Muttis Übergriffigkeiten sind einfach die Höhe. Als ihm jedoch bei einem spektakulär blutigen Unfall beide Hände abgetrennt werden, ist er ihr und dem ehrgeizigen Arzt, der ihm revolutionäre Neuroprothesen baut, zunächst ausgeliefert. In die Enge getrieben, mobilisiert Boyd jedoch ungeahnte Kräfte.

"The Restoration at Grayson Manor" wird im Rahmen des 40. Fantasy Filmfest gezeigt. Weitere Infos hier

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

The Restoration At Grayson Manor klingt nach einem Film, der sich irgendwo zwischen britischem Spukhaus-Horror, schwarzem Humor und groteskem Körperkino einrichten möchte. Dafür bringt die titelgebende Villa immerhin die passenden Voraussetzungen mit: altehrwürdige Gemäuer mit biederem Ausdruck und eine Atmosphäre, die an klassischen Horror erinnert. Auch der blutige Auftakt macht zunächst neugierig. Doch je länger der Film dauert, desto deutlicher zeigt sich ein grundlegendes Problem: Er weiß erstaunlich selten, was er eigentlich sein möchte.

Mutter und Sohn, oder: Wenn zwei sich hassen

Dabei besitzt die Geschichte durchaus reizvolle Ansätze. Boyd lebt unter der Fuchtel seiner herrischen Mutter, die in erster Linie an den Fortbestand der Familie denkt und ihren Sohn entsprechend als Werkzeug für die nächste Generation betrachtet. Zwischen beiden herrscht eine giftige Mischung aus Manipulation, Abhängigkeit und verletztem Stolz.  (Glee) und  (Gretel & Hänsel) spielen diese Konstellation mit sichtbarer Freude an der Überzeichnung. Gerade Krige gibt der dominanten Mutter eine schön unangenehme Präsenz, während Colfer seinen Boyd irgendwo zwischen flamboyanten Widerstand und Überforderung ansiedelt.

Das Problem: Die Dynamik zwischen den beiden tritt irgendwann auf der Stelle. Die giftigen Wortgefechte werden immer wieder bemüht, ohne dass sich daraus genügend Bewegung entwickelt. Was anfangs noch bissig wirkt, verliert durch die ständige Wiederholung zunehmend an Schärfe. Boyd und seine Mutter bekommen zwar mehrere Ebenen, etwa wenn es um Kontrolle, Selbstbestimmung und familiäre Erwartungen geht. Wirklich vertieft werden diese Gedanken allerdings nicht. Stattdessen dreht sich das Verhältnis immer wieder um dieselben Konflikte.

Interessanter wird es auch durch Boyds Unfall nicht. Als er beide Hände verliert und auf die Hilfe seiner Mutter sowie eines ehrgeizigen Arztes angewiesen ist, öffnet sich die Tür zu einem Horrorfilm zwischen Körperexperiment, Neuroprothesen und übernatürlichem Spuk. Im Hintergrund entwickelt sich eine Mischung aus Haunted House und Die Killerhand, doch weder die eine noch die andere Richtung wird konsequent genug verfolgt. Es gibt groteske Einfälle und gelegentlich etwas Kunstblut, aber kaum Spannung. Für einen Film, der mit abgetrennten Händen und revolutionärer Körpertechnik hantiert, bleibt das Geschehen erstaunlich zahm.

Irgendwo zwischen Drama und Unsinn

Vor allem der Ton macht The Restoration At Grayson Manor das Leben schwer. Der Anfang deutet noch auf eine splattrige Horrorkomödie hin, bevor das Blutbad sehr, sehr deutlich zurückgefahren wird und andere Körperflüssigkeiten plötzlich eine größere Rolle spielen. Wirklich ernst möchte die Produktion ihre Geschichte nicht erzählen. Gleichzeitig fehlt ihr aber der Mut zum kompletten Unsinn. So pendelt das Geschehen ständig zwischen makaberem Horror, schwarzer Komödie und Familiendrama, ohne eine dieser Spielarten wirklich zu meistern.

Dass die Produktion sichtbar mit einem begrenzten Budget arbeiten musste, ist dabei weniger störend als man zunächst vermuten könnte. Einige Effekte wirken entsprechend einfach, doch fehlendes Geld ist nicht der entscheidende Grund für das Scheitern. Vielmehr fehlt es an einem klaren Rhythmus und einem sicheren Gespür dafür, wann ein Gag ausgespielt, eine Szene zugespitzt oder ein Schockmoment vorbereitet werden sollte. Kurz: eine ziemlich unausgegorene Horrorkuriosität. Die Ausgangsidee besitzt Charme, das Zusammenspiel von Colfer und Krige hat seine Momente und die Villa liefert eine hübsche Kulisse. Doch aus den vorhandenen Zutaten entsteht weder eine wirklich bissige Satire noch ein unterhaltsamer Genre-Beitrag. The Restoration At Grayson Manor steht ständig zwischen mehreren Stühlen – und macht es sich auf keinem davon besonders bequem.

Fazit

Eine hübsche Villa, spielfreudige Darsteller*innen und groteske Ideen reichen nicht: Die tonale Unebenheit raubt "The Restoration At Grayson Manor" den letzten Biss und lässt aus der schrägen Ausgangslage vor allem einen unausgegorenen Genremix werden.

Kritik: Sebastian Groß

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