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Inhalt

Fabrikarbeiter Trevor Reznik (Christian Bale) hat Probleme. Das größte davon: Seit gut einem Jahr hat er nicht mehr geschlafen. Kein Wunder, dass Arbeit wie Gesundheit mittlerweile mächtig darunter leiden und Trevor Dinge und Personen wahrzunehmen glaubt, die außer ihm keiner sieht. Wenigstens gibt es noch die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh), bei der er sich von Zeit zu Zeit entspannen kann. Als sich die bedrohlichen Zeichen in seinem Privatleben häufen, vermutet Trevor eine Verschwörung und nimmt den Kampf auf.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Schlaflosigkeit kann viele Ursachen haben. Erfreulich ist sie allerdings niemals. Schon nach wenigen Tagen nur mit wenig Schlaf leidet die Konzentrationsfähigkeit, das Sehvermögen und die generelle Verfassung. Wie es sich anfühlen muss, tage- oder gar wochenlang kein Auge zuzutun, das können sich die meisten nicht vorstellen.

Einen erschreckenden Einblick in die Konsequenzen mangelhafter Nachtruhe bietet The Machinist mit dem damals kurz vor dem richtigen Durchbruch stehenden Christian Bale in der abgemagerten Hauptrolle. Aufgefallen war er davor schon in Filmen wie American Psycho, doch einem breiten Publikum trat er erst als Batman in Batman Begins in Erscheinung. Und es fällt schwer, über die darstellerische Leistung in The Machinist zu reden, hungerte Bale sich dafür doch in bedrohliches Untergewicht hinunter. Doch darüber reden muss man, denn die Sorge für seine gespielte Figur wird eng begleitet durch die Sorge, die einem das kaum wiederzuerkennende Gesicht bereitet. Ihm zur Seite stehen Jennifer Jason Leigh und Aitana Sanchez-Gijon als zwei Seiten der gleichen Medaille vom Typ besorgte, fürsorgliche Frau. Nein, darstellerisch kann man sich hier wirklich nicht beklagen. Besonders Jennifer Jason Leigh scheint in ihrer Rolle und schafft es, einen denkwürdigen Eindruck zu hinterlassen. Zahlreiche weitere, teils skurrile Charaktere tauchen auf und hängen mehr oder weniger stark mit dem Protagonisten zusammen. Zu erforschen, wer hier genau welche Rolle spielt, macht einen großen Reiz des Films aus.

Wer allerdings erwartet, hier eine stringent erzählte, einfache Story serviert zu bekommen, der wird bitter enttäuscht am Ende zurückgelassen. Die Grundmauern stehen, ja. Doch Regisseur Brad Anderson und Drehbuchautor Scott Kosar gehen den komplizierteren Weg und erschaffen stattdessen ein Konstrukt, ein Abbild der Welt, wie Trevor Reznik sie wahrnimmt. Kalte, triste Farben, dominiert von unendlichen Schattierungen von blau und grau zeichnen die Umgebung durch Trevors Augen. Das, was er sieht, muss nicht unbedingt mit dem übereinstimmen, was andere sehen. Wahrnehmung kann trickreich sein. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, dass seine eigene Version der Farbe Rot derjenigen entspricht, die jemand anderes sieht?  Führt man dieses Gedankenspiel weiter, so ebnet sich ein Weg, um The Machinist erforschen zu können. Folgt man ihm, bekommt man einen Film, der noch lange als Echo bei einem bleibt und über dessen Ende man lieber nicht zuviel sagt.

Fazit

Brad Anderson erschuf mit "The Machinist" ein abgründiges und brutales Stück Filmgeschichte, und dies nicht nur wegen der in jeder Hinsicht außerordentlichen Leistung seines Hauptdarstellers Christian Bale. Düster und beklemmend eröffnet sich hier eine Studie (nicht nur) über Schizophrenie, die es in sich hat. Ein Film, der den Zuschauer auch nach seinem Ende noch eine ganze Weile beschäftigen wird, und immer wieder Stoff für eine Neusichtung liefert.

Autor: Sandra Scholz

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