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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eigentlich wollte sich der Auftragskiller John Connor nach dem letzten Job aus dem Geschäft zurückziehen, doch sein alter Weggefährte McNeal sieht das ganz anders. Er zwingt ihn zu einem höchst brisanten Attentat – oder zumindest versucht er es. Denn Connor lässt ihn in letzter Minute auflaufen, was zu einem unweigerlichen Vergeltungsschlag aller Beteiligten führt.

Kritik

Schon erstaunlich, hinter welch unscheinbaren Mauerblümchen sich ungeschliffene Rohdiamanten verbergen. Der Profi-Killer – The Hard Way ist ein 1979 gedrehter, britischer Fernsehfilm, der rein inhaltlich das Rad nun wirklich nicht neu erfindet. Abermals dreht sich die Handlung um einen in die Jahre gekommenen Hit-Man, der das Töten leid ist. John Connor (Patrick McGoohan, Braveheart) quittiert den Dienst bei seinem Hauptauftraggeber McNeal (Lee Van Cleef,Zwei glorreiche Halunken), um sich in seinem abgeschiedenen Häuschen in der irischen Provinz zur Ruhe zu setzen. Ausgerechnet jetzt benötigt McNeal jedoch dessen einzigartigen Fähigkeiten als Scharfschütze umso mehr und so wird er mehr oder weniger unsanft zu einem weiteren Auftrag „motiviert“. Jene Motivation liegt in der Bedrohung seiner Ex-Frau, für die John immer noch Gefühle hegt. Augenscheinlich fügt sich Connor seinem Schicksal, in Wahrheit hat er einen ganz eigenen Plan. Er wählt im wahrsten Sinne des Wortes den „Hard Way“ - für alle Beteiligten.

Die Erwartungen an diesen Film dürften bei den meisten Zuschauer*innen relativ gering sein und umso beeindruckender erscheint das, was man letztendlich geboten bekommt. Für Michael Dryhurst war es die erste und einzige Arbeit als hauptverantwortlicher Regisseur, sonst war er als Second-Unit-Director aktiv. Hierzu kam er auch nur wie die Jungfrau zum Kind, da der eigentlich für die Regie vorgesehene Co-Autor Richard Ryan kurz nach Drehbeginn ausgetauscht wurde. Die Gründe dafür sind nicht überliefert. Wahrscheinlich hatte man einfach niemanden und Dryhurst war halt vor Ort. Ein Glücksfall für ihn wie das Projekt an sich, denn seine Inszenierung ist einer der ganz großen Stärken des von John Boorman (Beim Sterben ist jeder der Erste) produzierten Films. Geredet wird hier nicht viel und gelächelt schon mal ganz und gar nicht. In ganz kompakten 85 Minuten mundet Der Profi-Killer – The Hard Way wie ein schmackhaft runterreduziertes, kräftiges Konzentrat, das sich nicht mit unnötigem Firlefanz aufhält und dafür das Wesentlich im Rahmen seiner Mittel maximal auf den Punkt bringt.

In seiner fast schon puristischen anmutenden Vorgehensweise schlummert ungemein viel rohe Ästhetik wie kompromisslose Wucht. Die stimmungsvolle, irgendwie karge, dennoch in seiner latenten Tristesse eigentlich wunderschöne Kulisse Irlands unterstützt die allgemeine Melancholie des Films ideal und auch akustisch ist hier weniger wirkungsvoll mehr. Musik wird nur sehr spartanisch eingesetzt und wirkt dadurch umso effektiver, wenn es mal der Fall ist. In seinem allgemeinen Tonfall und Stimmungslage eine Art Hybrid aus den Klassikern des britischen Genre-Kinos dieser Zeit (allen voran eines Jack rechnet ab) wie dem zynisch-knurrigen Männer-Filmen eines Sam Peckinpahs (Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia). Am Ende, wenn der schon früh als unausweichlich angedeutete Showdown der Alpha-Männchen seinen Höhepunkt findet, sind spätestens dann auch die Western-Anleihen nicht mehr von der Hand zu weisen. Und das liegt nicht mal an der Personalie Lee Van Cleef – obwohl seine Partizipation diesbezüglich nochmal gefühlt den Deckel draufmacht.

Fazit

Ein wunderbar schlichter, dafür auf den Punkt erstaunlich perfekt inszenierter Hit-Man-Thriller über alte Männer, die ihre verbliebene Kraft lieber für einen saftigen Abgang aufheben, anstatt vor dem schon immer Unausweichlichen noch ein paar Jahre wegzulaufen. Ein bescheidener, aber sehr effektiver Film, der aus wenig bemerkenswert viel konzentrieren kann.

Kritik: Jacko Kunze

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