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Inhalt

Heute gilt die Idee des Beamens von Menschen in Sci-Fi-Filmen als selbstverständlich. Immerhin wurden schon Captain Kirk und Crew durch die Weiten des Alls teleportiert. Blickt man jedoch auf einen der Ursprünge dieser Technik zurück, so wird man auf den Playboy im Jahr 1957 stoßen. In diesem veröffentlichte der Autor George Langelaan eine Kurzgeschichte über ein fehlgeschlagenes Teleportationsexperiment, welches einen Wissenschaftler in eine tödliche Bestie verwandelt – Die Fliege war geboren. Nur ein Jahr später, verfilmte Regisseur Kurt Neumann den Stoff und kreierte einen Science Fiction-Klassiker, welcher eine ganze Reihe von Nachfolgern nach sich ziehen sollte. Als so genanntes Monster-B-Movie angelehnt, konnte „Die Fliege“ 1958 auf seine Weise mit Schockeffekten und nachvollziehbarer Story überzeugen und so den Status Kult erreichen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Auf dem Delambre-Firmensitz entdeckt ein Nachtwächter einen grausamen Mord. Unter einer hydraulischen Presse zerquetscht, wird dessen Frau Helene als Mörderin am Wissenschaftler André Delambre identifiziert. Inspector Charas nimmt sich auf Bitten des Firmenbesitzers und Bruders Francois der Sache an. Sie berichtet daraufhin von den Experimenten ihres Mannes und den Konsequenzen, die sie zu ihrer Tat bewegt haben…

Basierend auf der Kurzgeschichte von Langelaan, hält sich „Die Fliege“ penibel genau an die literarische Vorlage, und entsprechend baut sich die Story auch auf. Während der Zuschauer zuerst mit einem wahren Schockmoment konfrontiert wird, entwickelt sich die Geschichte anschließend wieder in gemächliche Gefilde, wo der Plot dann rückwärtig aufgerollt wird. Das ist ein durchaus klug gewählter Schachzug gewesen, denn die unheilvolle Atmosphäre hält sich so lange aufrecht. Man erfährt lange nichts über die Hintergründe und wird anschließend behutsam eingeweiht.

Wie sich dann die Wandlung des Erfinders vollzieht, wird auch nur mal so nebenbei in den Erzählstrang eingebettet bzw. gar nicht gezeigt. Da ist jedenfalls der Knackpunkt des Filmes zu erkennen, dem eine säuberliche und etwas ungewöhnliche Dramaturgie zugesprochen werden kann. Dennoch verstand es Kurt Neumann hervorragend, die Schlüsselszenen so natürlich wie möglich einzuflechten, um dem Schockmoment entsprechende Wirkung zu verleihen. Da verzeiht man auch mal kleine Kameramacken, wenn zum Beispiel der Fliegenarm im entscheidenden Moment aus dem Bild verschwindet. Auch wenn der Film für heutige Verhältnisse eher belustigende Formen annimmt, waren die Horrormomente wohl gewählt und können heute noch Gänsehaut bereiten.

Neben nicht unbekannten Schauspielern wie David Hedison (zweimal in James Bond-Filmen zu sehen), ist hier natürlich das Aushängeschild des Horrors, Vincent Price, zu nennen. Dieser verkörpert den unwissenden Bruder genauso überzeugend wie auch der Rest des Cast ihre Figuren. Endlich wurde auch einer Frau (Patricia Owens) in einem Monsterfilm eine wichtige Rolle zugesprochen, und in einer Nebenrolle sieht man eine jüngere Kathleen Freeman („Die nackte Kanone 33 1/3“, „Alf“) als Haushälterin.

Während Cronenberg im Remake nicht nur die Effekte stärker herausgearbeitet hatte, entwickelt sich auch der Protagonist in anderen Bahnen als im Vorbild. Moralisch eher unverwerflich kann sich im Original der Protagonist nicht mit seiner Fliegenrolle anfreunden und kämpft bis zum Schluss dagegen, während das 86er-Pendant die Vorzüge der Verwandlung in den Vordergrund hievt, um schließlich doch daran zu zerbrechen. Hier sind die Nachwirkungen jedoch als verwerflich dargestellt, und in etwas unfreiwillig komischer Weise kämpft der Wissenschaftler gegen sich selbst. Auch wenn das für heutige Verhältnisse eher an Comedy erinnern mag, ist dieser Aspekt als Ekelelement durchaus löblich. So wurde dem schon spannenden Thema ein weiterer Mosaikstein der Tragik hinzugefügt, der sich deutlich von sonstigen Monsterfilmen unterscheidet.

Fazit

Als Klassiker des Nachkriegskinos zeigt sich dieser vermeindliche B-Movie-Horror erfreulich vielschichtig, und die Romanvorlage diente dazu als gelungener Vorleger. „Die Fliege“ überzeugt durch unterschiedliche Spannungsmomente, gelungenes Acting und eine überraschende Vielschichtigkeit. Wäre da nicht das völlig bizarre und ebenfalls geniale Remake gewesen, würde es heute nicht im Schatten dessen stehen, sondern als Horrorfilm einen besonderen Status einnehmen. So verblasst zwar ein wenig sein Glanz, um trotz allem als Original absoluten Kultstatus genießen zu dürfen. Schließlich ist die Geschichte eine besondere, die mit diesem Film eine ganze Reihe nach sich zog.

Autor: Sascha Wuttke

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